09.11.2023 15:20

Kreisliga


„Jeder spricht drüber, aber keiner sagt es laut. Es ist totaler Schwachsinn“

Was findet am Wochenende überhaupt statt?
Eldar Zahirovic Trainer SG Thal Holzhausen Fussball Kreisklasse Kopfbild
Thal/Holzhausen-Trainer Eldar Zahirovic ist genervt von den ständigen Spielausfällen.

TSG Emmerthal – SG Thal/Holzhausen (Samstag, 14.15 Uhr).

Ob das Spiel auf der Emmerthaler Bezirkssportanlage am Samstag stattfindet, darf durchaus bezweifelt werden. Bereits die TSG-Heimspiel gegen Hajen/Latferde und Hilligsfeld fielen ins Wasser – und die Wetteraussichten geben keinen Anlass zur Annahme, dass der Rasen bespielbar sein wird. „Es soll ja noch ordentlich regnen. Unser Platzwart wird sich am Freitag ein Bild von der Lage machen und dann eine Entscheidung treffen. So lange müssen wir davon ausgehen, dass das Spiel stattfindet. Im Hinspiel haben wir gegen Thal erst in der Nachspielzeit gewonnen, daher dürfen wir sie keineswegs aufgrund der Tabelle unterschätzen“, erklärt TSG-Trainer Hendrik Scheel. SG-Coach Eldar Zahirovic kann nicht nachvollziehen, warum überhaupt noch Spiele angesetzt sind: „Jeder spricht drüber, aber keiner sagt es laut. Es ist totaler Schwachsinn, unter diesen Bedingungen auf Rasen zu spielen. Der Rasen geht kaputt, die Verletzungsgefahr ist höher, die Spieler werden bei dem Regen, dem Wind und der Kälte krank und Mannschaften können ohnehin schon nicht trainieren – wie sollen sie dann spielen? Trotzdem müssen wir uns irgendwie auf das Spiel vorbereiten, ohne dabei auf unseren Platz zu können. So, wie es aktuell läuft, ist es eine einzige Katastrophe. Es gibt nur eine Möglichkeit, wie man unter diesen Bedingungen trainieren und spielen kann: mit einem Kunstrasen. Und davon gibt es bekanntlich im Landkreis nicht viele und in Bad Pyrmont keinen einzigen.“

TSV Bisperode – TB Hilligsfeld (Samstag, 16 Uhr). 

Der abstiegsgefährdete TSV Bisperode empfängt TB Hilligsfeld zum Derby. Die Bisperoder stehen nach ihren vier Niederlagen in Folge weiterhin auf Tabellenplatz elf mit zwölf Punkten. Das Spiel kann jederzeit wetterbedingt abgesagt werden. Dazu äußert sich auch Co-Trainer Konrad Voss: „Ob das Spiel stattfinden kann, ist mehr als ungewiss. Nach dem Regen heute Nacht und der Wetterprognose für Samstag sieht es eher nicht gut aus. Ich würde die Chancen auf ca. 20 Prozent betiteln.“ Seine Einschätzung zum Gegner und die Zielsetzung der Mannschaft: „Hilligsfeld hat sich als Aufsteiger sofort in der Kreisliga etabliert. Das überrascht mich allerdings nicht sonderlich. Sie haben eine gute, harmonische und ausgeglichene Mannschaft. Besonders die flinke Offensive gilt es in Schach zu halten. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in zu viele Umschaltmomente des Gegners laufen und sollten dahingehend unsere eigenen Fehler im Spielaufbau minimieren. Wir haben ein Heimspiel und wollten natürlich versuchen endlich wieder zu punkten.“ Der Gegner hingegen muss sich momentan keine Sorgen um den Abstieg machen. Der TB Hilligsfeld befindet sich im ungefährdeten Mittelfeld mit 21 Punkten auf Tabellenplatz sechs. Das letzte Spiel fiel wetterbedingt aus, davor hatten die Hilligsfelder zwei Spiele hintereinander gewonnen. „Ob es jetzt mit einem ähnlich guten Ergebnis wie beim 3:1 im Hinspiel klappt, müssen wir sehen. Irgendwie fehlt der Spielrhythmus. Dass Spiele aufgrund der Wetterlage ausfallen, ist schon nervig, aber damit haben alle Mannschaften zu kämpfen. Zudem ist Training auf Rasenplätzen witterungsbedingt kaum möglich“, so die Einschätzung von Sprecher Bernd Hensel. „Wir bereiten uns auf eine schwierige Partie vor, zudem hoffe ich, dass wir zu unserem Spiel in Bisperode finden und mit einer engagierten Leistung über 90 Minuten überzeugen können.“ Dabei hofft die Mannschaft des TB auf die rechtzeitige Rückkehr von Urlauber Jonas Schulze.

FC Bad Pyrmont Hagen II – FC Preussen Hameln (Sonntag, 12.30 Uhr). 

Das Duell im Stadion an der Südstraße steht ebenfalls auf der Kippe. „Wir wissen nicht, ob wir spielen“, tappt auch FCBPH-Trainer Christopher Loges im Dunkeln. Das Heimspiel gegen Tündern II am Donnerstag wurde bereit abgesagt. „Das Hinspiel gegen Preussen haben wir 0:7 verloren. Man muss gegen so eine Mannschaft dagegenhalten und das haben wir nicht getan. Diesmal haben wir nichts zu verlieren, können befreit aufspielen und wollen uns möglichst gut verkaufen“, sagt Loges. Der Tabellenführer freut sich auf das Duell, wenn es denn stattfindet. Trainer Pascal Lüdtke sagt: „Unsere Jungs brennen auf das Spiel, einige haben ja auch eine Pyrmonter Vergangenheit. Jeder ist motiviert und wir wollen unsere Siegesserie mit in die Winterpause nehmen.“

SG Königsförde/Klein Berkel – SG Hajen/Latferde (Sonntag, 14 Uhr).

Da auch der Platz am Beberbach mit Wasser durchtränkt sein dürfte und der Klein Berkeler Kunstrasen den Hummetalern nicht zur Verfügung steht, ist auch der Anpfiff in Königsförde gefährdet – doch soll das Spiel laut „Köfö“-Vorstand zu „99 Prozent“ stattfinden, wie Sprecher Leotrim Berisha verrät.. „Leider fand letzte Woche Sonntag das Spiel gegen Hilligsfeld aufgrund der gesperrten Plätze nicht statt. Am Sonntag steht uns mit der SG Hajen/Latferde ein starker Gegner bevor, auch wenn der aktuelle Tabellenplatz was anderes sagt. Wir werden sie auf jeden Fall nicht unterschätzen und alles geben, um die drei Punkte bei uns zu behalten. Wir freuen uns auf ein spannendes Duell am Sonntag.“ Die Hajen-Latferder sind derzeit punktgleich mit den Abstiegsplätzen und belegen, Stand jetzt, sogar selbst einen Abstiegsrang, da wiederum in der Bezirksliga Wallensen und Afferde in der roten Zone festhängen. „Königsförde/Klein Berkel zählt für mich zu den spielstärksten Mannschaften der Liga. Lässt man ihnen den Platz, um ihr Spiel aufzuziehen,wird es sehr schwierig, wie wir schon im Hinspiel erfahren mussten. Wenn wir die Räume eng machen, die Zweikämpfe annehmen und in der Offensive immer wieder Nadelstiche setzen, ist auch gegen Königsförde etwas möglich“, glaubt Hajens Sprecher Benjamin Bohne an einen Erfolg.

SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst – VfB Hemeringen (Sonntag, 14.30 Uhr).

Das SG-Trio trifft in Rohden auf das Kreisliga-Schlusslicht – und das Trainer-Duo, Bernd Riesner und Patrick Skoruppa, will das Duell auf jeden Fall durchziehen. „Sonntag erwartet uns gegen Hemeringen ein echtes Derby! Dieses Spiel will jeder gewinnen, egal wie. Da wird der Tabellenplatz auch ausgeklammert, egal wo der andere gerade steht. Im Hinspiel hat uns Hemeringen alles abverlangt, das wird Sonntag nicht anders werden. Wir wollen das voraussichtlich letzte Spiel des Jahres natürlich erfolgreich bestreiten, haben das Spiel wieder nach Rohden verlegt, da der Platz dort zumindest eine realistische Chance verspricht, bespielbar zu sein. Die Jungs haben gut trainiert und dass sie richtig Bock haben auf das Derby, versteht sich von selbst“, so Riesner und  Skoruppa. Die Hemeringer haben sich ebenfalls einiges vorgenommen. „Wir wollen nicht mit leeren Händen die Heimfahrt antreten. Von der Ausgangsposition ist Großenwieden natürlich der klare Favorit. Im Kader gibt es zurzeit krankheitsbedingt leider einige Lücken. Es wird sicherlich mal wieder ein ganz besonderes Spiel“, meint VfB-Sprecher Michael Albrecht.

TSV Nettelrede – MTV Lauenstein (Sonntag, 14.30 Uhr).

„Es ist weiterhin Regen vorhergesagt, der Platz ist in keinem guten Zustand. Die Wahrscheinlichkeit das gespielt werden kann, sehe ich als sehr gering an, sofern nicht die Sonne rauskommt und der Wind den Platz trocken pustet“, meint Nettelredes Spielertrainer Dominik Trotz zur Spielwahrscheinlichkeit. Personell sind beim TSV keine Veränderungen zum letzten Wochenende zu erwarten. „Sollten wir doch spielen, hoffe ich, dass wir zurück in die Erfolgsspur kommen. Letzte Woche gegen Preussen fand ich uns bis zum 1:4 nicht schlecht, leider waren wir nicht effizient genug vorm Tor. Mit Lauenstein erwartet uns jedoch ebenfalls ein starker Gegner. Wir müssen die starke Lauensteiner Offensive in den Griff bekommen, um zum Erfolg zu kommen“, so Trotz. Die Ostkreisler rechnen mit einem schwierigen Duell. „Am Sonntag erwartet uns gegen Nettelrede ein sehr intensives Spiel. Gerade auf ihrem engen Platz sind sie schwierig zu bespielen. Sie haben klare Abläufe, spielen sehr athletisch und sind im Spiel nach vorne sehr dynamisch. Daher wird es für uns wichtig sein, höchst konzentriert zu Werke zu gehen und gerade im eigenen Ballbesitz wenig Fehler zu machen“, unterstreicht MTV-Coach Chris Wintel.

SV Azadi Hameln – BW Tündern II (Sonntag, 15 Uhr).

Das Derby zwischen Azadi und Tündern findet hingegen definitiv auf dem Hamelner Kunstrasen statt. „Wir freuen uns auf ein schönes Derby mit Tündern, ich hoffe und wünsche mir ein ähnlich faires, aufregendes Spiel mit ähnlichem Ausgang wie im Hinspiel, als wir 4:2 gewonnen haben. Wir hoffen, dass wir uns Abstand nach unten ausbauen und uns im Mittelfeld festsetzen können. Ob die Pause am letzten Wochenende gut getan hat, sehen wir am Sonntag. Tündern habe ich zu Saisonbeginn weiter oben erwartet, da ich die Mannschaft stark finde. Ich denke, sie werden noch Boden gut machen, aber gerne erst nach unserem Spiel“, erläutert Azadi-Manager Yalcin Uzun. Die Blau-Weißen befinden sich nach wie vor in einer komplizierten Lage. „Wir wollen versuchen, noch vor der Winterpause wichtige Punkte zu sammeln. Das wird leider in unserer aktuellen Verfassung schwierig. Aktuell weiß ich noch nicht, wie unsere personelle Lage am Sonntag aussehen wird, fest steht aber jetzt schon, dass wir Unterstützung brauchen“, meint BW-Coach Alexander Liebegott.
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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