21.09.2023 11:04

Kreisliga


Im „Hexenkessel Hemeringen“: VfB ringt ums Kreisliga-Überleben

Lüdtke: „Gas geben, Spaß haben, Fußball spielen und gewinnen – das ist unser Plan“ / Uzun: „Von außen wurden wir als Favorit gehandelt, wir haben uns allerdings nie so gesehen"
Cedric Klein VfB Hemeringen Fussball Kreisliga
Cedric Klein (in rot) und die Hemeringer waren bisher im freien Fall - stehen sie gegen Emmerthal wieder auf?

VfB Hemeringen – TSG Emmerthal (Samstag, 17 Uhr).

„Samstagnachmittag, 17 Uhr, Heimspiel – eigentlich sollten diese drei Fakten ausreichen, um 110-prozentig motiviert zu sein. Trotzdem müssen wir nicht um den heißen Brei herumreden- wir müssen jetzt anfangen zu punkten. Aktuell ist das rettende Ufer 'nur' sechs Punkte weg und damit noch absolut in Reichweite“, erklärt Hemeringens Stadionsprecher Bastian Kuska. „Vor allem müssen wir den Laden hinten endlich dicht bekommen. Wir kassieren zu oft zu viele und vor allem zu einfache Gegentore, und wenn wir praktisch jedes Mal selber vier Tore machen müssen, um überhaupt die Möglichkeit auf nur einen Punkt zu haben, dann wird der erste Sieg noch länger auf sich warten lassen. Unsere 'Interimstrainer' Maximilian Ringleff und Alexander Kindsvater, die unseren im Urlaub weilenden Trainer Thilo Klotz vertreten, werden die richtigen Worte finden und wählen, um die Mannschaft optimal einzustellen. Sobald der Schiri anpfeift, sind aber die elf Spieler auf dem Platz in der Verantwortung und da erwarte ich, dass die Hemeringer Tugenden Zusammenhalt, Arbeit, Kampf und Leidenschaft von der allerersten Sekunde sichtbar sind. Bekommen wir das auf den Platz, sollten die ersten Punkte drin sein. Darüber hinaus brauchen wir auch unsere gewohnt starke Westkurve, die uns schon immer nach vorne gepeitscht und fantastisch unterstützt hat.“ Pressesprecher Michael Albrecht ergänzt: „Am Samstag wollen und müssen wir endlich unsere ersten Punkte holen. Gerade weil es ein Heimspiel ist, sind wir um so mehr motiviert, etwas Zählbares zu holen und wenn es nur über den so oft zitierten 'Kampfgeist' geht.“ Die Emmerthaler tun sich traditionell schwer im „Hexenkessel Hemeringen“. „Wir  erwarten erneut einen heißen Tanz. Hemeringen hat viele, lautstarke Zuschauer, die ihre Mannschaft bedingungslos unterstützen. Wir haben uns in den letzten Jahren dort immer schwer getan. Undankbar ist auch, dass der VfB noch ohne Punkte dasteht. Wer bei uns auf die Idee kommt, dass es in Hemeringen diesmal leichter wird, täuscht sich ganz gewaltig. Wir wollen unseren dritten Sieg in Folge einfahren, wissen aber auch, dass Hemeringen derzeit ums Überleben in der Kreisliga kämpft. Sie werden mit der größtmöglichen Motivation auflaufen. Dennoch: Wir wollen unser Konto auf 15 Punkte aufstocken. Dann sieht die Welt schon wieder besser für uns aus“, unterstreicht Emmerthals Trainer Daniel Wohlleben, der auf Keeper Dr. Ben Schwerdtfeger verzichten muss. Für ihn rückt Felix König zwischen die Pfosten, der sich nach längerer Verletzungspause sowie einigen Einsätzen für die SGHE in Form gebracht hat.

SG Großenwieden/Rohden/Segelhorst – TSV Bisperode (Sonntag, 15 Uhr).

Im Großenwiedener Waldstadion gastieren am Sonntag die Bisperoder. „Am Sonntag wollen wir genauso weitermachen wie gegen Donnerstag Hilligsfeld, denn da haben wir bewiesen, dass wir Qualität haben. Eigentlich müssen wir fünf bis sechs Tore machen, aber das ist jetzt Jammern auf hohen Niveau, denn wichtig war der Sieg. Mit dem nächsten Sieg gegen Bisperode wollen wir den gestrigen Sieg vergolden und dann beruhigt in die kurze Spielpause einbiegen. Aber auch Bisperode wird uns alles abverlangen. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Kreisliga jeder jeden schlagen kann und man wird jedes Spiel zu 100 Prozent gefordert. Wenn man dann nicht an seine Grenzen geht, wird es gegen jede Mannschaft schwierig. Also heißt es für uns wieder, dass wir unser Spiel durchdrücken und damit unsere Qualitäten in Szene setzen müssen, um das Spiel erfolgreich zu gestalten“, so die SG-Trainer Patrick Skuroppa und Bernd Riesner. „Nach unserem guten Saisonstart wurden wir die letzten Spiele wieder etwas von der Realität eingeholt. Die Niederlage gegen Lauenstein geht in Ordnung, schmerzt aber dennoch, weil sie unter Umständen vermeidbar gewesen wäre“, blickt Bisperodes Co-Trainer Konrad Voss auf die 2:5-Niederlage gegen Lauenstien zurück. „Am Wochenende stehen wir direkt vor der nächsten großen Aufgabe mit unserem Auswärtsspiel in Großenwieden. Die Vorzeichen sehen dabei auch nicht zwingend rosig aus, da einige Spieler fehlen werden und hinter anderen noch ein Fragezeichen steht. Danke an die SG für das Entgegenkommen bei der möglichen Verlegung, aus der letztlich aber leider nichts wurde. Die SG schätze ich eigentlich deutlich stärker ein, als es der aktuelle Tabellenplatz vermuten lässt. Momentan trennt uns ein Punkt und wir wollen natürlich versuchen, den Anschluss ans Mittelfeld zu halten. Damit uns das gelingt, müssen wir in den nächsten Spielen wieder die Kurve nach oben bekommen und an unsere guten Leistungen vor drei Wochen anknüpfen. Coachen wird das Team am Sonntag wieder Daniel Krikunenko von Korff.“

TSV Nettelrede – SG Königsförde/Klein Berkel (Sonntag, 15 Uhr).

Bekämpfen die Nettelreder gegen Königsförde ihre Heimschwäche? Der TSV hat alle drei Heimauftritte verloren, ist im Gegenzug aber die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga. „Mit Königsförde erwartet uns ein spielstarker Gegner, dem wir nicht viel Platz bieten dürfen. Wir müssen gut in die Zweikämpfe kommen und zielstrebig nach vorne spielen. Es gilt an die Leistung und die Willenskraft aus dem Azadi-Spiel anzuknüpfen, um endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren zu können“, hofft Spielertrainer Dominik Trotz, nach dem 3:1-Erfolg bei den „Adlern“ direkt nachlegen zu können. Verletzt fehlen werden Levin Ketterer, Tore Hachfeld, Felix Pischel und Trotz selbst, beruflich fallen Pascal und Patrick Schmidt aus. Die Hummetal-SG war gegen die SG Großenwieden am vergangenen Wochenende ebenfalls mit 3:1 erfolgreich – und will nun nachlegen. Wir dürfen uns jetzt nicht auf den letzten Sieg ausruhen. Unsere Chancenverwertung war miserabel im letzten Spiel, diese ungenutzten Chancen könnten uns im Spiel gegen Nettelrede den Sieg kosten. Daher müssen wir unser Bestes geben, um ein Erfolgserlebnis mit nach Hause zu nehmen“, verdeutlicht SG-Sprecher Leotrim Berisha.

FC Bad Pyrmont Hagen II – SV Azadi Hameln (Sonntag, 15 Uhr).

Der FCBPH II bleibt mit sechs Punkten aus acht Partien weiterhin hinter den eigenen Ansprüchen. Das talentierte Team um Trainer Christopher Loges hat eigentlich wesentlich mehr im Köcher, das zeigten die Fusionskicker in der Endphase der letzten Kreisliga-Saison. „Wir stehen unter Zugzwang. Wir spielen grundsätzlich nicht schlecht, bringen uns aber durch viele Fehler um bessere Ergebnisse. Wir müssen uns das Selbstbewusstsein von letzter Saison wiederholen. Azadi ist eine starker Gegner mit sehr guten Einzelspielern. Wir müssen voll dagegenhalten und wach sein, wenn wir punkten wollen“, verdeutlicht Loges, der auf die gesperrten Kiala Mbauzulu und Emrah Kelesabdioglu verzichten muss. Die „Adler“ haben nach gutem Saisonbeginn seit nunmehr vier Spielen nicht mehr gewonnen. Mit Egcon Musliji und Ibrahim Seyyar fehlen die zwei absoluten Leistungsträger seit drei Spielen – ein gewisser Zusammenhang ist zu erkennen. „Von außen wurden wir als Favorit gehandelt, wir haben uns allerdings nie so gesehen. Wenn man nicht nur auf unsere Zugänge, sondern auch auf die Abgänge schaut, merkt man, das wir viele neue junge Spieler haben, die sich noch finden müssen. Nichtsdestotrotz können wir gegen jeden gewinnen, allerdings so auch gegen jeden verlieren. Daher ist es wichtig, eine Grundordnung zu haben. Genau diese hat Bad Pyrmont. Taktisch sind sie sehr klug und mannschaftsdienlich agieren sie auch. Gerade auf deren Platz wird es schwierig für uns. Ich erwarte einen heißen Fight“, so Manager Yalcin Uzun.

SG Thal/Holzhausen – BW Tündern II (Sonntag, 15 Uhr).

Schwächster Angriff, schwächste Abwehr, vorletzter Platz – doch für die SG Thal/Holzhausen ist längst noch nicht alles vorbei. Lediglich drei Punkte Rückstand hat der Aufsteiger zum rettenden Ufer. Mit Tündern reist allerdings der derzeitige Tabellenzweite an. Auf die Elf von Trainer Eldar Zahirovic wartet also eine ganz schwierige Aufgabe. „Wir müssen punkten. Der Gegner ist da relativ egal, auch wenn Tündern ein Kracher ist. Wir müssen auf uns schauen, zumal wir noch nicht genau wissen, wer aufläuft. Wir haben einige Ausfälle zu verkraften. So oder so: Wir werden versuchen dagegenzuhalten, jeder Millimeter zählt. Wir sind voll im Abstiegskampf und werden versuchen, das Beste draus zu machen. Die Jungs sind heiß“, erklärt Zahirovic. Die Tünderaner wollen ihren Platz als erster Preussen-Verfolger festigen.  „Wir wollen unsere Serie auf vier Siege ausbauen. Gegen Hemeringen haben wir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben stabiler gestanden und unseren Spielaufbau gut aufgezogen. Trotzdem müssen wir aufpassen. Die SG will sich aus dem Tabellenkeller befreien und wird dementsprechend alles reinwerfen. Wenn wir dagegenhalten und im Gegenzug unsere spielerischen Mittel auf den Platz  bekommen, werden wir aber die drei Punkte mitnehmen“, plant BW-Coach Alexander Liebegott die nächsten drei Punkte ein. „Zwar haben wir sechs bis sieben Ausfälle, aber aktuell ist der Kader breit genug, um das aufzufangen.

FC Preussen Hameln – SG Hajen/Latferde (Sonntag, 15 Uhr).

Der FCP empfängt als Spitzenreiter die SG Hajen/Latferde. Zuletzt entschieden die Preussen das Topspiel gegen Hilligsfeld mit 3:1 für sich. „Gegen Hajen wird es ein ganz anderes Spiel. Die SG ist sehr zweikampfstark. Da müssen wir dagegenhalten und dann unser Spiel aufziehen. Gelingt uns das, können wir die Punkte auch bei uns behalten. Besonders freuen wir uns auf unseren alten Mannschaftskollegen Amos Johannes, der mittlerweile für Hajen spielt. Gas geben, Spaß haben, Fußball spielen und gewinnen – das ist unser Plan“, erklärt Hamelns Trainer Pascal Lüdtke. Die SG ist sich ihrer Rolle bewusst. „Wir sind gegen den Tabellenführer der krasse Außenseiter. Natürlich haben wir Respekt vor dem Gegner, trotzdem wollen wir mutig auftreten und etwas Zählbares mitnehmen. Vielleicht haben wir ja eine Idee, wie wir gegen diesen Gegner auf dem Kunstrasen bestehen können. Unser Ziel ist, alles reinzuhauen und den Preussen den Sieg so schwierig wie möglich zu machen“, erklärt Trainerfuchs Werner Brennecke. Zuletzt schlug die SGHL im Kellerduell die SG Thal/Holzhausen mit 3:0.

MTV Lauenstein – TB Hilligsfeld (Sonntag, 15 Uhr).

Verfolgerduell im Ostkreis: Der Dritte empfängt den Vierten. „Mit dem TBH erwartet uns am Sonntag im Heimspiel die vermeintliche Überraschungsmannschaft der laufenden Saison. Wobei Überraschung für mich hier klar in Klammern steht. Beim TBH wird sein Jahren sehr gut und konstant gearbeitet und nun ernten sie verdient ihre Früchte aus diesem Handeln. Trainer Markus Wienecke stellt seine Jungs immer überragend ein und die junge, dynamische Truppe hat mit Louis Heucke auch noch einen eiskalten Knipser in ihren Reihen. Aber genug der Lobhudelei (lacht). Wir haben ein Heimspiel, wissen was wir können, sind gut drauf. Meine Jungs haben in den letzten Wochen gezeigt, was der richtige Weg ist und daran wollen wir anknüpfen! Personell haben wir den einen oder anderen Ausfall, der aber durch den guten und breiten Kader aufgefangen wird“, peilt Lauensteins Trainer Chris Wintel im Heimspiel drei Punkte an. TBH-Sprecher Bernd Hensel weiß als erfahrener Fußballkenner, dass die Hürde in Lauenstein für gewöhnlich sehr hoch ist: „Mit 16 Punkten belegt der MTV Platz drei in der Tabelle und stellt mit Felix Lassan, der schon elf Treffer erzielt hat, den Top-Torjäger der Liga. Als gestandener Kreisligist spielte Lauenstein in den letzten Jahren immer eine gute Rolle in der Kreisliga und war immer im oberen Tabellenbereich zu finden. Gleiches erwarte ich auch für diese Saison. Wir stehen beim MTV vor einer schweren Auswärtshürde, da muss in unseren Reihen schon alles passen, damit wir ungeschoren die Heimreise antreten können.“ Die Personelle Lage ist hingegen aufgrund des noch ausstehenden Donnerstagsspiels offen.
79 / 1777

Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
schroeder@awesa.de

Webdesign & CMS by cybox