19.05.2022 12:56

1. Kreisklasse


Nach „Pokalparty“: Halten Osterwalds „Marslandschafts-Knie" auch gegen BW?

Sportfreunde gastieren bei Tünderns abstiegsbedrohter Drittvertretung / Spannung oben wie unten in Halvestorf
Osterwald 1. Kreisklasse Fussball
Die Sportfreunde aus Osterwald müssen nach dem Pokalerfolg gegen Wallensen erstmal ihre Wunden lecken.

Von Robin Besser

SG Königsförde/Klein Berkel – SG Flegessen (Sonntag, 15 Uhr).

Für die SG Königsförde/Klein Berkel geht es am Sonntag in der 1. Kreisklasse darum, den Platz an der Sonne zu verteidigen. Der Vorsprung auf Verfolger Halvestorf II beträgt weiterhin nur zwei Punkte. Wenn es mit der Meisterschaft klappen sollen, darf den Hausherren also auch gegen die SG Flegessen kein Ausrutscher unterlaufen. Das sieht auch Coach Artjom Grincenko so: „Halvestorf erinnert uns daran, dass wir uns im Meisterschaftsrennen nichts erlauben dürfen. Vielmehr müssen wir durch Siege unsererseits im Gleichschritt mit der SSG gehen. Dafür gilt es, an die Einstellung aus der ersten Halbzeit gegen Reher anzuknüpfen und das Spiel positiv zu gestalten. Allerdings kann Flegessen mit seinen Routiniers an einem guten Tag jede Mannschaft vor große Probleme stellen. Auch wir haben uns im Hinspiel in der ersten Halbzeit schwergetan. Abgesehen davon kann die SG frei aufspielen. Wir haben stattdessen den Druck auf unserer Seite, aber damit können wir umgehen.“ Auf der anderen Seite will Wolfgang Schultze mit seinen Männern den Titelkampf in der Liga spannend halten: „Natürlich ist Königsförde eindeutiger Favorit. Trotzdem wollen wir ihnen einen harten Kampf bieten und das Spiel nicht schon im Vorhinein entscheiden. Wir können befreit und frohen Mutes aufspielen. Vielleicht können wir damit die entscheidende Rolle im Titelkampf spielen. Damit das gelingt, brauchen wir allerdings eine bessere Gesamtmannschaftsleistung als zuletzt.“ Zugute kommt den Gästen, dass in Sachen Personal eine leichte Entspannung im Hause Flegessen zu vermelden ist. Aktuell plant Coach Schultze mit rund dreizehn Akteuren aus dem Stamm der Erstvertretung.

SSG Halvestorf II – SG Latferde/Hajen (Sonntag, 15 Uhr).

Spannung oben wie unten ist am Piepenbusch angesagt. Im letzten Heimspiel der Saison hofft die SSG, trotz des Punktabzugs noch die Meisterschaft feiern zu dürfen. Gleichzeitig befindet sich die SG Latferde/Hajen im Dreikampf mit Fischbeck und Tündern III um den Klassenerhalt. „In der Rückrunde haben wir zuhause kein Spiel verloren und lediglich zwei Punkte mit dem Unentschieden gegen Klein Berkel abgegeben. Die Mannschaft wird alles dafür tun, dass es so bleibt. Zuletzt hat sich Latferde stabilisiert und ihre Spiele knapp verloren. Mit dem 2:2 gegen Reher haben sie zudem gezeigt, dass sie auch in der Lage sind, Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel wehzutun und damit in dieser Liga mitzuhalten. Auf dem Papier scheint es eine klare Angelegenheit zu sein, aber davon lassen wir uns nicht blenden. Latferde wird um jeden Meter gegen den Abstieg kämpfen. Wir nehmen die Partie sehr ernst und möchten auch unsererseits die Chance auf den Aufstieg wahren“, warnt Halvestorfs Trainer Paul Alles vor dem kommenden Gegner. Während auf Seiten der Gastgeber Tim Reimer und Marvin Hanus wieder mit von der Partie sind, werden Clemens Weidling, Kapitän Nick Heller, Tim Engelking und Michael Hartmann fehlen. Die Einsätze von Tim Heller und Andre Zurmühlen sind dagegen noch ungewiss. Die Gäste hadern derweil noch mit der 0:1-Niederlage beim direkten Kontrahenten aus Fischbeck vergangene Woche. „Leider haben wir am letzten Wochenende die große Chance verpasst, uns im Tabellenkeller etwas Luft zu verschaffen. Das ist umso ärgerlich, da wir in den kommenden beiden Wochen gegen die Top-Zwei der Liga spielen. Daher wird es schwierig, dort etwas Zählbares mitzunehmen. Aber vielleicht können wir für eine Überraschung sorgen. Über Halvestorf II muss ich nicht viele Worte verlieren. Das ist eine junge, spiel- und kampfstarke Truppe. Die werden sich keine Blöße geben wollen, um den Meisterschaftskampf eventuell noch einmal spannend zu machen“, erklärt SG-Sprecher Marc Knoesel.
 

BW Salzhemmendorf II – TSV Germania Reher (Sonntag, 15 Uhr).

An der Flöthstraße ist am Sonntagnachmittag der TSV Germania Reher zu Gast. Mit einem Sieg gegen die Germanen könnte Blau-Weiß am Wochenende den Klassenerhalt perfekt machen. Den Grundstein dafür legte der 5:0-Auswärtserfolg vergangene Woche bei Tünderns Drittvertretung. „Mit Reher kommt nochmal eine spielstarke Mannschaft zu uns. Verstecken brauchen wir uns aber nicht, denn zuhause können wir jeden schlagen. Wir wollen jetzt alles daran setzen, den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt zu machen. Dafür werden wir uns auf unsere Tugenden besinnen und mit kontrolliertem Passspiel nach vorne agieren. Da vorher unsere Erste spielt, erwarten wir viele Zuschauer. Denen wollen wir zeigen, dass auch unsere Zweite ansehnlichen Fußball spielen kann“, erklärt BW-Sprecher Marcel Schwetje im Vorgang der Partie. Für den TSV geht es auf der anderen Seite um nicht mehr allzu viel, wie Spielertrainer Tobias Rügge klarmacht: „Es geht für beide Mannschaften um die goldene Ananas. Es geht nicht mehr vor und auch nicht mehr zurück. Deshalb erwarte ich ein Spiel ohne große Anspannung. Wir wollen natürlich gewinnen, aber das will ja jede Mannschaft. Personell hat sich die Lage bei uns wieder zugespitzt. Daher muss ich wieder auf Spieler aus der Zweiten zurückgreifen, aber das klappt hervorragend.“ Das Hinspiel entschieden die Germanen mit 3:1 für sich.

BW Tündern III – SF Osterwald (Sonntag, 15 Uhr).

Für Tünderns Drittvertretung lief die Rückrunde der Saison bisher alles andere als optimal. Nach nur vier mageren Punkten aus den vergangenen acht Partien finden sich die „Schwalben“ nur noch einen Punkt vor der Abstiegszone wieder. Auch deshalb rechnet sich BW-Coach Sascha Kummerow gegen die Sportfreunde aus Osterwald am Sonntag nur wenig aus: „Für uns geht es darum, dass wir die Saison vernünftig zu Ende bringen. Allerdings spielen wir nun gegen Teams, die deutlich mehr Punkte haben als wir. Gegen die Sportfreunde gehen wir daher als klarer Außenseiter in die Partie. Dass Osterwald das Pokalspiel gegen Wallensen gewonnen hat, bestätigt diese Tendenz nur noch. Daher rechnen wir uns nicht viel aus, auch wenn wir am Wochenende unser letztes Heimspiel haben. Wir wollen uns einfach vernünftig verkaufen und achtbar aus der Affäre ziehen.“ Zu allem Überfluss haben die Gastgeber einige personelle Ausfälle zu kompensieren. Während bei den einen die Köpfe ein wenig hängen zu scheinen, strotzen die Gäste aktuell nur so vor Selbstvertrauen. Dazu Osterwalds Sprecher Marius Grosser: „Nach dem sensationellen Pokalfight gegen Wallensen (3:1-Sieg, Anm. d. Red.) ist die Stimmung besser den je. Spartenleiter und Feuerwehrcoach Sebastian Decker hätte wohl am liebsten im Mittelkreis des Waldstadions genächtigt. Nun heißt es Wunden lecken, denn die Knie einiger Sportfreunde sehen aus wie eine Marslandschaft. Nichtsdestotrotz werden wir am Freitag noch einmal trainieren und mit breiter Brust nach Tündern fahren. Ich hoffe, dass wir die Spannung in der Liga weiterhin aufrechterhalten. Wir wollen alles reinwerfen und diese Spiele nutzen, um uns fußballerisch weiterzuentwickeln und vielleicht noch einmal einen Platz zu klettern in der Tabelle. Wir sehen uns als Favorit in der Partie und dieser Rolle wollen wir gerecht werden.“ Abgesehen von zwei, drei Ausfällen werden die Sportfreunde in Bestbesetzung antreten.

SC Inter Holzhausen – TB Hilligsfeld (Sonntag, 15 Uhr).

Durch den bereits feststehenden Abstieg des SC Inter Holzhausen findet am Wochenende die vorerst letzte Partie der 1. Kreisklasse im Inter-Park statt. Die „Interisti“ empfangen den Turnerbund aus Hilligsfeld zum Heimspiel. Dazu SC-Sprecher Stefan Bertram: „Im letzten Heimspiel in der 1. Kreisklasse wollen wir den Zuschauern im Inter-Park wieder eine engagierte Leistung wie zuletzt in der zweiten Halbzeit gegen Flegessen zeigen. Gege den Tabellendritten wird es natürlich eine schwierige Aufgabe, wobei uns auch wieder einige Spieler fehlen werden. Dennoch wollen wir unsere Abschiedstour aus der Liga ordentlich bestreiten und nichts abschenken. Mit einem guten Ergebnis wären wir schon zufrieden und wollen mit Sicherheit nicht das Ergebnis aus dem Hinspiel wiederholen. Die Aufstellung wird sich dann wieder bis zum Wochenende ergeben.“ Fehlen werden den Hausherren definitiv Florian Kappmeyer, Maurice Dressler (Urlaub) sowie die verletzten Martin Hartmann, Niklas Frye, Christoph Sharp, Mark Kaminski und Alexander Brandstetter. Unsicher hingegen ist noch der Einsatz von Marcel Zurmühlen. Im anderen Lager hat der TBH noch immer Chancen auf den Aufstieg ins Oberhaus. „Im Hinspiel haben wir mit einem imposanten Sieg überrascht. Ein solches Ergebnis wird sich am Sonntag aber wohl nicht wiederholen. Gerade nach der jüngsten Niederlage im Pokal gegen Preussen und der zweiten Halbzeit aus dem Spiel gegen Afferde sitzt die Enttäuschung bei uns doch sehr tief. Wir rufen augenblicklich nicht das ab, was wir können. Gerade in den letzten Spielen scheint es so, als ob wir im Kopf die Saison bereits abgeschlossen haben. Unsere jungen Spieler solche Spiele für die Zukunft mitnehmen, damit sich daraus ein Lernprozess entwickelt“, berichtet TBH-Sprecher Bernd Hensel vor der Begegnung. Personell müssen die Gäste den Ausfall ihres Stammkeepers kompensieren. Zudem seien einige Spieler angeschlagen.

TSC Fischbeck – SV Eintracht Afferde (Sonntag, 15 Uhr).

Der TSC Fischbeck kann am Sonntagnachmittag den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Partien gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Nichtabstieg (zuletzt ein 1:0-Erfolg gegen SG Latferde/Hajen) sind die Blau-Weißen der roten Zone vorübergehend entkommen. Gegen Afferdes Zweitvertretung fordert TSC-Coach Jörn Waczynski daher den gleichen Einsatz wie in den vergangenen Wochen: „Sonntag ist unser letztes Heimspiel in dieser Saison. Wir werden mit der gleichen Einstellung wie in den letzten Wochen in diese Partie gehen. Unser einziges Manko war zuletzt die Chancenverwertung. Gerade da ist es bitter, dass uns nun zwei Stammspieler aus der Offensive ausfallen. Trotzdem werden wir alles versuchen, um die drei Punkte in Fischbeck zu behalten.“ Auf der Gegenseite ist auch SVE-Spielertrainer Julian Stickel mit der Spielweise der letzten Partie (1:3-Niederlage gegen Hilligsfeld) zufrieden: „Grundsätzlich war der Auftritt beim TBH trotz unserer personellen Misere völlig in Ordnung. Von daher wollen wir spielerisch daran anknüpfen, wenngleich wir uns ergebnistechnisch verbessern wollen. Zwar geht es um nichts mehr, während Fischbeck sich mitten im Abstiegskampf befindet. Trotzdem wollen wir keine Punkte verschenken und mindestens einen Zähler mitnehmen.“ In personeller Hinsicht entspannt sich die Lage bei den Gästen etwas. Man habe ein, zwei Optionen mehr, müsse aber gleichzeitig die Ausfälle von Laurin Görsdorf und Mike Grauer verschmerzen.
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