17.05.2023 16:18

Bezirksliga


„Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein...

...wollen sie Bezirksligist sein“ / Afferdes großes Finale um den Klassenerhalt / Liveticker am Samstag
Aaron Oefler Eintracht Afferde Fussball Bezirksliga
Afferdes Mittelfeldspieler und Sprecher Aaron Oefler spricht im Interview über die vielleicht schwierigste Saison seiner Laufbahn.

SV Eintracht Afferde – FC Ambergau-Volkersheim (Samstag, 16 Uhr).

Werbung in eigener Sache: In Zusammenarbeit mit dem Holzmindener Sportportal „Meine Fankurve" und dem Hildesheimer Sportportal „Sportnews Hildesheim" werden wir einen Abstiegskampf-Liveticker anbieten, um Euch auf dem neuesten Stand zu halten.
Für folgende Partien wird der Liveticker angeboten:
SV Eintracht Afferde – FC Ambergau-Volkersheim
TuS GW Himmelsthür - SV 06 Holzminden
BW Tündern U23 - VfR Germania Ochtersum
TSV Holenberg - FC Bad Pyrmont Hagen

Während die restlichen Spiele der Hameln-Pyrmonter unter die Kategorie „goldene Ananas“ fallen, geht es für die Eintracht vor heimischem Publikum um alles. Gewinnt Afferde, bleibt das Team in der Bezirksliga. Sie haben es in der eigenen Hand. Mit dem TSV Holenberg und TuS GW Himmelsthür (s. Tabelle) gibt es zwei Mannschaften, die derzeit als Abstiegskandidaten noch auf den Klassenerhalt hoffen dürfen, wenn Afferde nicht gewinnt bzw. verliert. Wir haben im Vorfeld mit Afferdes Sprecher und Spieler Aaron Oefler über die Saison und das Finale gesprochen.

10. SV Eintracht Afferde | 32 Punkte | 49:52 (-3) Tore
11. TSV Holenberg | 31 Punkte | 45:62 (-18) Tore
12. TuS GW Himmelsthür | 29 Punkte  | 39:42 (-3) Tore

Die Eintracht Afferde müsste mit einem Blick auf den nominellen Kader eigentlich im oberen Mittelfeld stehen. Was ist schiefgelaufen, dass Ihr bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen müsst?
Aaron Oefler: „Im Grunde hat es schon in der Aufstiegsrunde der letzten Saison angefangen. Die Verletzungsmisere hat sich damals schon angedeutet, aber wir hatten keine Konsequenzen zu befürchten, weil wir nicht absteigen konnten. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Sommervorbereitung kaum existent war. Wir hatten einige Verletzte, andere konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht durchziehen. Das hat sich auf die Saison übertragen. Ein Beispiel ist Felix Heithecker, der sich im ersten Testspiel nach zehn Minuten das vordere Kreuzband gerissen hat. Die Verletzungen wichtiger Spieler kamen Schlag auf Schlag. Mittlerweile kriege ich schon Pickel, wenn ich zum x-ten Mal gute Besserung in unsere Mannschaftsgruppe schreibe, weil sich wieder jemand verletzt abmelden muss (lacht). Die Verletzungen sind sicherlich der Hauptgrund, weshalb wir uns in dieser Saison so schwer tun. Auf der anderen Seite spricht es aber für den Zusammenhalt unter den Mannschaften und im Verein, dass wir diese Ausfälle gemeinsam einigermaßen auffangen konnten. Andere Vereine bekommen da vielleicht ganz andere Probleme. Teilweise sind wir mit mehreren Spielern aus der dritten Herren in der Startelf aufgelaufen. Die Jungs spielen eigentlich in der 3. Kreisklasse. Die Krönung war, als die Lage so prekär war, dass wir gegen Bad Pyrmont Hagen, eines der Topteams im Bezirk, mit drei Spielern aus der 3. Kreisklasse und unserem Vorsitzenden Stefan Siekmann als Startelfspieler angetreten sind.“

Wie habt Ihr diese kritische Phase trotzdem überlebt?
„Sicherlich spielen Einsatz und Wille eine große Rolle, aber alleine damit holt man keine Punkte. Es ist durch die kritische Situation ein ganz enger Zusammenhalt entstanden. Auf dem Platz haben wir unsere Schwächen mit unseren Stärken aufgewogen, uns gegenseitig geholfen und vor allem akzeptiert, dass keiner von uns perfekt ist und alles aus dem Effeff beherrscht. Ein gutes Beispiel ist Frederik Koffre, der eigentlich in der dritten Herren spielt. Er hat sich in den Dienst des Vereins gestellt, ist zum Training der ersten Mannschaft gekommen, hat riesigen Aufwand betrieben und sich in kurzer Zeit an das Niveau gewöhnt. Der Höhepunkt war dann sein Siegtreffer gegen den SV 06 Holzminden. Leider fällt er mittlerweile auch mit einem Kreuzbandriss aus. Das kann man sich nicht ausdenken. Ein weiteres Beispiel ist Maik Wilkening. Er ist eigentlich auf der Sechs zuhause, wurde aber kurzerhand mangels Alternativen zum Außenverteidiger umgeschult. Ich habe selten jemanden gesehen, der sich da so akribisch reingefuchst und reingearbeitet hat. Spielerisch hatten wir vielleicht nicht die Möglichkeiten, die wir in Bestbesetzung vielleicht haben. Doch haben wir als Team vollends überzeugt. Wir haben im Jahr 2023 bisher nur ein Spiel verloren und das spricht ganz klar für uns alle.“

Im Winter haben Oliver Bock und Thomas Mau ihren verfrühten Rücktritt durchgezogen. Dafür haben André von Conradi, Sebastian Mour und Moritz-Ole Gerkens als Trainer-Trio übernommen. Was hat das neue Trainerteam unternommen, um Euch wieder stark zu machen?
„Die drei Trainer waren unsere Leuchttürme in einem ziemlich dunklen Winter. Sie haben das Gespräch mit uns gesucht, uns Lösungen aufgezeigt, obwohl wir mit dem Rücken zur Wand standen. Sie haben uns das Gefühl gegeben, dass sie an unsere Fähigkeiten trotz der Widrigkeiten glauben. Wir haben gespürt, wie viel Aufwand die drei für uns betreiben, um uns bei der Mission Klassenerhalt zu helfen. Sie geben uns vor jedem Spiel einen konkreten Matchplan an die Hand, der Hand und Fuß hat. Halten wir uns daran, punkten wir. Das haben die bisherigen Spiele immer gezeigt. Doch sind wir nicht nur den drei Trainern sehr dankbar, sondern auch allen Ehrenamtlichen im Verein, die an uns glauben und uns den Rücken freihalten. Trotzdem haben wir Oliver und Thomas nicht vergessen. Wir sind ihnen dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre.“

Mit welchen Gedanken blickst Du auf das Saisonfinale?
„Die Hildesheimer halten zusammen, also gehen wir davon aus, dass der FC Ambergau-Volkersheim alles dafür geben wird, um TuS GW Himmelsthür Schützenhilfe zu leisten. Das Hinspiel haben wir 0:3 verloren, aber das ist kein Maßstab. Wir waren personell – wen wundert's – angeschlagen und der Platz war in einem schlechten Zustand. Ambergau hat drei Standardtore geschossen und so war die Niederlage besiegelt. Sie haben eine gute Mannschaft und sind nicht umsonst Vierter. Das wird enorm schwierig, aber das ist für uns schon lange nichts Neues mehr. Die gesamte Saison ist für uns enorm schwierig. Mit Hilfe von hoffentlich vielen Zuschauern und einer absoluten Topleistung, die zwingend notwendig ist, dem nötigen Spielglück, das uns bisher oft gefehlt hat und allem, was wir aufbieten können, wollen wir den Klassenerhalt schaffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Mannschaft und Verein dieses Ziel erreichen können.“

TuSpo Lamspringe – BW Salzhemmendorf (Samstag, 16 Uhr).

Wird Salzhemmendorf noch die beste Rückrundenmannschaft der Liga? Derzeit teilen sich die Blau-Weißen den ersten Platz mit Halvestorf – die SSG liegt aufgrund der besseren Torausbeute (noch) vorne. „Das ist ein cooler Anreiz für uns. Wir wollen im Jahr 2023 ungeschlagen bleiben. Klammert man das erste Rückrundenspiel im letzten Jahr aus, sind wir in diesem Jahr die beste Mannschaft unserer Staffel“, verdeutlicht BW-Spartenleiter Nico Granzow. Im Hinspiel mussten sich die Ostkreisler mit 2:3 gegen Lamspringe geschlagen gaben. Granzow: „Da haben wir noch eine Rechnung offen, zumal die Niederlage trotz des 0:3-Rückstands unnötig war. Die Zielsetzung ist mindestens ein Punkt. Wir wollen die Saison als Sechster abschließen und bei entsprechender Mithilfe ist vielleicht sogar noch der fünfte Rang drin.“ Personell hat Trainer Siegfried Motzner die Qual der Wahl.

SV BW Neuhof – SSG Halvestorf (Samstag, 16 Uhr).

Wäre Halvestorf nicht vorzeitig Meister geworden, käme es jetzt zum großen Finale um den Aufstieg. Doch patzten die Neuhofer „Kirschen“ im Jahr 2023 zu oft, sodass die SSG, die sich ebenfalls noch Ausrutscher leistete, bereits als Meister feststeht. „Wir werden am Samstag mit einem Bus nach Neuhof fahren und anschließend in Halvestorf noch den Saisonabschluss feiern. Beim Pokalspiel gegen Evesen hat sich niemand verletzt. Für Kai Brixius und Tim Arndt ist die Saison womöglich zu Ende und Kaan Gündüz kommt wieder dazu. Zielsetzung wird sein, den Jungs die Spannung zu vermitteln, damit diese mit auf den Platz getragen wird. Dennis Hoferichter und ich hoffen auf ein schönes Topspiel und keine Verletzte, wobei es rein tabellarisch nicht mehr als ein Testspiel ist“, gibt SSG-Coach Rik Balk einen Einblick in die aktuelle Lage. Die Spannung sollten die Piepenbusch-Kicker ohnehin hochhalten, immerhin gelang mit der Pokalüberraschung gegen das Landesliga-Topteam VfR Evesen der Einzug ins Bezirkspokal-Halbfinale.

MTSV Aerzen – MTV Almstedt (Samstag, 16 Uhr).

„Nachdem wir den Klassenerhalt im letzten Spiel in Ochtersum dingfest gemacht haben, freuen wir uns auf das letzte Saisonspiel gegen Almstedt am Samstag“, kann MTSV-Manager Stephan Meyer seine strapazierten Nerven endlich schonen. „Für einen entsprechenden Rahmen ist auch gesorgt, da wir das erste Spiel in diesem Jahr in unserem Stadion am Veilchenberg durchführen können. Wir sind alle richtig stolz auf die Mannschaft, die die Rückrunde mit bisher bockstarken 22 Punkten absolviert hat – somit gehen wir ununterbrochen in die elfte Saison in der Bezirksliga Hannover. Mit dem MTV Almstedt erwarten wir eine Mannschaft, bei der es tabellarisch ebenfalls um nichts mehr geht – sie liegen drei Punkte vor uns. Deshalb erwarten wir ein Spiel auf Augenhöhe und möchten unseren Zuschauern ein ansehnliches Spiel liefern, das ohne Druck und möglichst ohne Verletzungen über die Bühne geht. Wir werden uns am Donnerstag mit unserer traditionellen Vatertagswanderung entsprechend auf dieses Spiel einstimmen und unsere Fitness noch einmal auf Vordermann bringen. Personell sind wir nicht zuletzt durch die Verletzungen von Slava Gess und Eduard Mittelstädt am vergangen Spieltag nicht gerade auf Rosen gebettet. Zurück kommen werden der im letzten Spiel gesperrte Jann Kiupel und unser Leader Josef Selensky. Weiterhin erwarten wir Julian Razlaw aus seinem Urlaub zurück.“

BW Tündern U23 – VfR Germania Ochtersum (Samstag, 16 Uhr).

Zum letzten Spiel der Saison begrüßen die Blau-Weißen die Hildesheimer aus Ochtersum auf der Kampfbahn. „Wir hoffen auf einen sportlich guten Abschluss in dieser Saison. Wir wollen  uns noch einmal so teuer wie möglich verkaufen. Ein gutes Spiel würde sicherlich den Abend schöner gestalten und die letzte Woche zumindest etwas vergessen machen. Der Nichtantritt in Ambergau fiel uns allen sehr schwer und ist nochmal ein ganz böser Beigeschmack in dieser sportlich schon verkorksten Saison. Trotzdem möchte ich dazu erwähnen, dass wir alles versucht haben, um dieses Spiel über die Bühne zu bringen. Ich  bedanke mich bei jedem, der sich die letzten Wochen für uns auf den Platz gestellt hat. Ein besonderer Dank geht auch an Gunda Haß und das Orgateam, die uns klasse versorgt haben. Ebenso bedanke ich mich bei allen Verantwortlichen für die tolle Zusammenarbeit in diesem Jahr“, erklärt Tünderns Trainer Alexander Liebegott.

TSV Holenberg – FC Bad Pyrmont Hagen (Samstag, 16 Uhr).

Der FC Bad Pyrmont Hagen kam seinen Ansprüchen in den letzten Wochen nicht nach: 1:4 gegen Germania Ochtersum, 1:2 gegen Eintracht Afferde – und gegen Holenberg? Mit einem Sieg oder Remis könnten die Kurstädter Afferde riesige Schützenhilfe leisten und Holenberg gleichzeitig in die Kreisliga Holzminden verbannen. Doch bremst Sprecher Markus Loges bereits im Vorfeld die Erwartungen an den Fusionsclub: „Die Personaldecke ist erneut sehr dünn. Wir haben viele verletzte und verhinderte Spieler. Dennoch wollen wir ein letztes Mal alles reinwerfen. Wir müssen uns gegenüber dem Spiel gegen Afferde steigern, um das letzte Spiel positiv zu gestalten.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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