18.05.2022 21:43

Kreispokal - Viertelfinale


Pokal-Wahnsinn: Osterwald schlägt Wallensen, Lachem kickt Großenwieden raus!

Zehn Tore in Hilligsfeld / Decker: „Ich kann es noch gar nicht fassen und noch nicht beschreiben"

Lachems Keeper Enis-Kaan Bolat avancierte sich zum Mann des Tages (Archivfoto).


SV Lachem – TSV Großenwieden 8:7 nach Elfmeterschießen (2:2/0:0).

3. Kreisklasse schlägt Kreisliga – der SV Lachem ist im Halbfinale des Kreispokals! Die mit zahlreichen ehemals höherklassig spielenden Kickern besetzten Lachemer überraschten im Elfmeterschießen gegen den Favoriten. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie hat uns sehr viel Freude bereitet. Zum Schluss haben einige Spieler mit Krämpfen gekämpft und sich trotzdem durchgebissen. Am Wochenende gibt es trainingsfrei – das haben sich die Jungs verdient“, lachte SVL-Trainer Mirko Majcan. Zum Mann des Tages avancierte letztlich Torhüter Enis-Kaan Bolat, der die Hausherren während der regulären Spielzeit ein uns andere Mal im Spiel hielt und am Ende den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Zuvor schoss ein Großenwiedener den sechsten Versuch über das Tor. Bis dahin trafen alle zehn Schützen souverän. „Sie haben den Torhütern kaum eine Chance gelassen“, so Majcan, der während der 90 gespielten Minuten keinen Klassenunterschied vernahm.

Lachem hält dagegen

Stattdessen boten sich beide Kontrahenten ein offenes Duell mit Chancen auf beiden Seiten. Die größte Chance der Gastgeber vergab Seyhmus Karayilan in der 30. Minute, er setzte einen Strafstoß an den Pfosten. Auf der anderen Seite lenkte Fänger Bolat einen Schuss der Gäste in höchster Torgefahr an die Latte und parierte eine Eins-gegen-Eins-Situation mit Bravour. „In der zweiten Halbzeit wollten wir weiterhin so couragiert spielen und uns in jeden Zweikampf werfen. Es war ein kampfbetontes Spiel, wir mussten dagegenhalten“, erklärte Majcan. Seine Worte fanden nur eine Minute nach Wiederanpfiff Gehör, als der Ex-Afferder Dennis Fulek die Lachemer in Führung schoss. Lange währte die Freude bei Kapitän Soner Aslan & Co. nicht – 180 Sekunden später egalisierte Torjäger Daniel Wins die Führung mit dem 1:1. Wenige Minuten darauf ein ähnliches Spiel: Diesmal traf Andreas Helmel zur erneuten Führung der Heimmannschaft (57.), wieder konterte Wins mit dem 2:2 (68.). „Nach unserem Tor zum 1:0 wurde Großenwieden immer stärker, aber wir konnten das Spiel bis zur letzten Minute offen halten. Dass wir dann im Elfmeterschießen gewinnen, macht uns sehr glücklich und ist für den Verein eine tolle Geschichte“, machte Majcan seiner Begeisterung Luft und hob die Leistungen von Matchwinner Bolat sowie Fulek hervor. 
Tore: 1:0 Dennis Fulek (46.), 1:1 Daniel Wins (49.), 2:1 Andreas Helmel (57.), 2:2 Wins (68.).

SF Osterwald – WTW Wallensen 3:1 (2:0).

Osterwald hat „Geschichte schrieben“! Die Sportfreunde haben das Ostkreis-Derby gegen den Kreisligisten Wallensen sensationell mit 3:1 gewonnen und sind dadurch erstmals ins Kreispokal-Halbfinale eingezogen. „Es ist einfach der Wahnsinn und richtig geil. Mir fehlen die Worte. Jetzt werden wir heute Abend noch richtig feiern“, war Osterwalds Sprecher Sebastian Decker, der heute zusammen mit Luc Termer den verhinderten Coach Uwe Kaller vertrat, in Partylaune. Knapp 150 Zuschauern waren im Waldstadion live dabei und peitschten den „Underdog“ nach vorne. „Das hat uns richtig gepusht und die Jungs sowas von motiviert“, lobte Decker die grandiose Unterstützung. Die Gastgeber waren von der ersten Minute an voll da und setzten früh das erste Ausrufezeichen der Partie. In der zehnten Minute versenkte Hendrik Mey einen Freistoß aus knapp 18 Metern in den Maschen. Nur zwölf Minuten jubelten die Gastgeber erneut, als Rene Nowicki den zweiten Treffer nachlegte. „Wir haben das umgesetzt, was wir im Vorfeld besprochen hatten. Mit unserer Aufstellung haben wir auch etwas überrascht. Sven Neujahr hat heute bei uns als Stürmer agiert. Er hat vorne unheimlich viele Bälle festgemacht. Der Plan ist voll aufgegangen“, lobte Decker den überraschenden Schachzug. Auf der anderen Seite musste der WTW auf wichtige Akteure verzichten. Unter anderem waren Keeper Nicolas Franzmann, Martin Gröhlich und Mirko Wulff nicht dabei. „Das muss man fairerweise sagen. Wallensen war heute längst nicht in Bestbesetzung. Aber auch gegen diesen Team mussten wir erst einmal gewinnen“, beschrieb Decker. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff beförderte Gäste-Spieler Lukas Grunau das Spielgerät unglücklich in das eigene Gehäuse zum 0:3. Somit war die Überraschung perfekt. Grunau war es auch, der zehn Minute später Wallensens Ehrentreffer schoss. „Ich kann es noch gar nicht fassen und noch nicht beschreiben. Von Spieler 1 bis 15 waren heute alle voll da. Da kann ich keinen gesondert loben“, verabschiedete sich Decker in die „dritte Halbzeit“. 
Tore: 1:0 Hendrik Mey (10.), 2:0 Rene Nowicki (22.), 3:0 Eigentor Lukas Grunau (52.), 3:1 Grunau (62.).

TB Hilligsfeld – FC Preussen Hameln 3:7 (1:3).

Wenn man in Hilligsfeld von Überraschung sprechen will, dann höchstens von einem überraschend torreichen Sieg der Preussen. „Es gab jede Menge Tore zu bestaunen“, lachte TBH-Sprecher Bernd Hensel immerhin nach dem Spiel, denn während der Begegnung gab es für seine Farben nicht viel Raum für Humor. Den frühen Gegentreffer von Hamelns Leon Kießling in der 5. Minute konterte der Turnerbund noch in Person von Louis Heucke mit dem prompten 1:1 – nur 60 Sekunden später.  Allerdings fand die Elf von Trainer Markus Wienecke auch im Anschluss nicht zu ihrer defensiven Stabilität und leistete sich immer wieder folgenschwere Fehler. „Wir haben uns alle Tore bis zum 1:4 selbst zuzuschreiben“, verdeutlichte Hensel. Ansumana Colley und Amos Johannes trafen zur 3:1-Pausenführung der Gäste und Daniele Luggeri begrub die Hilligsfelder Hoffnungen auf eine Aufholjagd mit dem 4:1 in der 57. Minute. Anschließend wurde es deutlich: Aleksandre Kharbedia, Luggeri und Hassan Hamadi erhöhten auf sieben Tore für Preussen Hameln, während Jonas Schulze und Heucke zwischendurch zwei weitere Ehrentreffer für den TBH erzielten. „Mit dem 1:4 haben sie uns den Zahn gezogen. In der zweiten Halbzeit lief nicht mehr viel zusammen, wir haben die Köpfe hängen lassen und am Ende geht der Sieg für Preussen völlig in Ordnung – wenn auch zwei, drei Tore zu hoch“, resümierte Hensel und richtete noch Genesungswünsche an 07-Akteur Daniel Schütten, der aufgrund einer Armverletzung mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Der Sieg der Hamelner stand heute übrigens im Zeichen der ganz erfahrenen Techniker: Daniele Luggeri und Hassan Hamadi, sonst eigentlich bei den Altherren oder -senioren unterwegs, zeigten mit ihren zusammen drei Treffern, dass sie mit dem „jungen Gemüse“ noch mithalten können.
Tore: 0:1 Leon Kießling (5.), 1:1 Louis Heucke (6.), 1:2 Ansumana Colley (10.), 1:3 Amos Johannes (26.), 1:4 Daniele Luggeri (57.), 1:5 Aleksandre Kharbedia (61.), 2:5 Jonas Schulze (79.), 2:6 Luggeri (85.), 2:7 Hassan Hamadi (90.+1), 3:7 Heucke (90.+3).
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