08.05.2024 15:02

Oberliga Frauen


Ein letzter Tanz bis zur großen Meisterfeier?

Hastenbecks Titelträume könnten passend zum Saisonfinale wahr werden / Tündern mit Doppel-Heimabschluss
SV Hastenbeck Oberliga Frauen Mauer
Ein letztes Mal zusammenhalten und zusammenstehen ist bei den Hastenbeckerinnen am Sonntag angesagt.

BW Tündern – MTV Barum (Freitag, 20 Uhr).
BW Tündern – TuS Bröckel (Sonntag, 14 Uhr).
Zapfenstreich in der Oberliga Frauen! Bereits am kommenden Wochenende endet die reguläre Spielzeit 2023/24 für die heimischen Aushängeschilder im Frauenfußball. Passend dazu ist Aufsteiger BW Tündern, der in dieser Saison aber mal so überhaupt nichts mit den Abstiegsrängen zu tun hatte, sogar noch zweimal auf heimischer Wiese gefordert – am Freitagabend und am Sonntagnachmittag. „Wir biegen mit vollem Tempo in den Endspurt der Saison ein. Zwei Heimspiele sind noch zu gehen, dann können wir den Klassenerhalt in der Oberliga am 12. Mai feiern. Das war ja unser großes Ziel für diese Saison“, leitet BW-Trainer Konrad Voss ein.

Anschließend widmet er sich dem ersten Kontrahenten, der in der Tabelle den fünften Rang bekleidet. „Der MTV hatte um Verlegung von Himmelfahrt gebeten, dem Wunsch sind wir gerne nachgekommen. Respekt an unsere Gäste, die dann erst weit nach Mitternacht wieder zu Hause sind. Barum ist aktuell in guter Form und wird daher ein richtiger Brocken für uns werden. Das Hinspiel war damals ein wilder Schlagabtausch (5:4 für Barum, Anm. d. Red.). Mal schauen, wie es dieses Mal endet. Wir hingegen zehren von unserer sehr guten Hinrunde. Mit der Rückrunde, bzw. der Phase nach der Winterpause, bin ich überhaupt nicht zufrieden. Waren wir in der Hinrundentabelle noch Vierter, so stehen wir in der Rückrundentabelle nur noch auf Platz neun. Aus den letzten fünf Spielen haben wir beispielsweise nur zwei Punkte geholt, bei einem Torverhältnis von 4:11. Die 0:2-Niederlage in Renshausen war dann die Krönung“, analysiert Voss, schlägt anschließend aber einen versöhnlicheren Ton an: „Diese Saison sei der Mannschaft so eine Phase zugestanden, nächste Saison dürfen wir uns das definitiv nicht erlauben. Unsere gesteckten Ziele für die Rückserie können wir somit leider nicht mehr alle erreichen. Allerdings noch ein paar Teilziele, für die es sich zu kämpfen und zu spielen lohnt.“

Das Ende der Spielzeit wird dann mit dem Heimspiel gegen Bröckel eingeläutet, das bereits als Ligaschlusslicht und Absteiger feststeht. „Dabei geht es für uns darum, einen zufriedenstellenden Saisonabschluss zu haben und nach Möglichkeit mit einem Erfolgserlebnis aus der Saison in die Sommerpause zu gehen. Ich würde mir für beide Spiele wünschen, dass die Mannschaft nochmal an die Form der Hinrunde anknüpft, motiviert zu Werke geht und sich selbst für die wirklich gute Trainingsarbeit belohnt. Das gilt für das gesamte Team als auch für einzelne Spielerinnen. Wir freuen uns auf beide Spiele“, gibt der Trainer zu verstehen. Der Kader werde nahezu vollständig sein, lediglich Sasha Rudolph fällt aus und hinter den Einsätzen von Marlena Fedder und Aaliyah Blanke stehen gesundheitliche Fragezeichen.
SV Hastenbeck – SG Rodenberg (Sonntag, 14 Uhr).
Es könnte das vorerst letzte standesgemäße Oberliga-Spiel für die Frauen des SV Hastenbeck werden. Nach den vielen Höhen und Tiefen der vergangenen Wochen haben die Schwarz-Weißen beim Saisonfinale gegen Rodenberg tatsächlich die Chance, an eigener Spielstätte die Meisterschaft in der Oststaffel perfekt zu machen und sich damit für das Regionalliga-Relegationsspiel gegen den Weststaffel-Meister zu qualifizieren – außer Kontrahent Wendessen schmeißt in den beiden eigenen verbleibenden Spielen ´mal eben die Tormaschine an und überholt den SVH noch in der Tordifferenz (Hastenbeck +63, Wendessen +37).

„Diese Hochs und Tiefs der vergangenen Wochen kamen zustande, weil Wendessen und wir es immer wieder geschafft haben zu straucheln. Es war extrem hart für uns alle, dass wir die Meisterschaft vor dem letzten Spieltag nicht mehr in der eigenen Hand hatten. Ich hatte vor dem Spiel gegen Bröckel gesagt, dass wir wieder auf Hilfe angewiesen wären. Kurz vor Anpfiff erreichte uns dann die Info, dass wir diese Hilfe bekommen haben und Wendessen nur Unentschieden gespielt hat. Als das die Runde machte, hat man den Mädels angemerkt, dass sie jetzt wieder an den Titel glauben. Bröckel, ob Tabellenschlusslicht oder nicht, wurde regelrecht demontiert und schlussendlich kam ein 9:0-Kantersieg dabei heraus“, fasst Hastenbecks Team-Manager Hendrik Lity das Gefühlsleben der letzten Wochen noch einmal zusammen.

Zum Saisonfinale benötigen die Schwarz-Weißen nun einen Sieg gegen die SG Rodenberg – kurioserweise genau die Mannschaft, die dem SVH mit einem 2:2 gegen Wendessen am vergangenen Wochenende die Schützenhilfe geleistet hat. „Wir wissen, wie gefährlich Rodenberg ist. Sie gehören mit zu den stärksten Teams der Liga und sind neben Göttingen eine der Mannschaften der Rückrunde. Der Tabellenstand sagt da überhaupt nichts aus. Die Riege, die das Trainerduo Trapphagen und Höpping zusammen haben, ist gespickt mit guten Kickerinnen, die jeden schlagen können. Es wäre vermessen, da einzelne Namen zu nennen. Für uns heißt es jetzt nochmal 90 Minuten Vollgas! 90 Minuten lang dem Team persönliche Belange unterordnen! 90 Minuten lang Emotionen und Willen auf den Platz bringen und 90 Minuten lang Lust am Verteidigen sowie am Fußballspielen verkörpern. Wir wollen, wir können und wir werden unsere Siegesserie fortsetzen, den letzten Schritt machen und damit den Lohn für die letzten zehn Monate einfahren. Es ist alles für ein echtes Highlight angerichtet“, redet sich Lity in Ekstase und hat noch einen Wunsch auf den Lippen: „Kommt nach Hastenbeck und unterstützt dieses Team, wir brauchen euch da draußen!“ In personeller Hinsicht hat der SVH die Grippewelle überstanden und wieder alle Spielerinnen an Bord.
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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