26.11.2023 16:46

Bezirksliga


„Wir sind alle niedergeschlagen“ - Afferde mit Ligaprimus auf Augenhöhe

Lucky Punch lässt Torhüter Kai Schwark & Co. punktlos zurück / Aerzen kommt in Alfeld unter die Räder
Luca Garbsch SV Eintracht Afferde Bezirksliga SV Einum
Luca Garbsch (re.) stach gegen Einum zweimal zu, trotzdem gingen die Afferder am Ende leer aus.

SV Einum – SV Eintracht Afferde 4:3 (1:2).

Im Dress von Grün und Weiß waren am Nachmittag alle enttäuscht. Mehrmals war man drauf und dran, dem großen Favoriten aus Einum – der nun an der Tabellenspitze überwintern darf – mindestens einen Zähler abzuluchsen und doch ging man am Ende leer aus. „Wir sind alle niedergeschlagen. Du machst hier ein Bombenspiel und wirst am Ende doch nicht belohnt“, war Eintracht-Sprecher Aaron Oefler die Enttäuschung anzuhören. An einen richtigen Spielfluss war auf dem Einumer Rasenplatz dabei nicht wirklich zu denken. „Es war grenzwertig, aber noch im Rahmen“, erklärte Oefler später, der seine Mannschaft (anders als noch vor wenigen Wochen) von Beginn an wach und konzentriert auftreten sah. Belohnt wurde das forsche Auftreten der Gäste mit dem frühen 1:0 durch Luca Garbsch. Bis dato wurden die Angriffe der Hausherren konsequent wegverteidigt. In der 32. Minute erwischte Cedric Späthe Afferdes Aushilfskeeper Kai Schwark jedoch auf dem falschen Fuß – 1:1. Die Afferder zeigten allerdings postwendend die richtige Reaktion. Nur 120 Sekunden nach dem unglücklichen Ausgleichstreffer brachte Jörn Heinzelmann die Eintracht zurück auf Kurs. Nach dem Seitenwechsel blitzten dann kurzzeitig die Schwachstellen der aktuellen Saison bei der Eintracht auf.
„Wir waren nicht wach genug und haben nach einem Einwurf das 2:2 kassiert. Das darf uns so nicht passieren“, stellte Oefler fest. In der Folge drohte die Partie den Gästen gänzlich aus den Händen zu gleiten, nach einem gescheiterten Klärungsversuch erhöhte Späthe auf 3:2 für die Hausherren. „Man hat heute gemerkt, dass beide Teams eine gute Offensive und eine anfällige Defensive haben“, fuhr der Sprecher fort, der gemeinsam mit seinen Teamkollegen ein weiteres Mal zurückschlug. Mit einer persönlichen „Willensleistung“ (Oeflers Worte) markierte Garbsch rund eine Viertelstunde vor dem Ende den 3:3-Ausgleichstreffer. Der Nackenschlag aus Sicht der Hausherren folgte rund zehn Minuten später. Einen Freistoß aus 22 Metern setzte Einums Tobias Wahlandt direkt ins Tor und traf damit mitten ins Herz der tapfer kämpfenden Afferder. So richtig fassen konnte Oefler den Spielausgang auch abschließend nicht: „Das ist unglaublich ärgerlich. Einum ist heute sicherlich nicht der verdiente sondern eher der glückliche Sieger. Es ging immer hin und her, das Chancenplus lag in meinen Augen sogar bei uns. Kai kann man im Tor überhaupt keinen Vorwurf machen – im Gegenteil, er hat sogar noch mit einigen starken Paraden geglänzt. In Summe ist Einum aber natürlich nicht der Punktelieferant, bei dem wir die Punkte holen müssen. Und sicherlich können wir auf diese Leistung – gerade auch die mentale – aufbauen im neuen Jahr.“
SV Eintracht Afferde: Schwark, S. Müller, Lange, Garbsch, Heinzelmann, Oefler, Selchow (85. Henne), Wilkening, Zschoch, Görsdorf, Oberheide.
Tore: 0:1 Luca Garbsch (17.), 1:1 Cedric Späthe (32.), 1:2 Jörn Heinzelmann (34.), 2:2 Pascal Grist (51.), 3:2 Späthe (63.), 3:3 Garbsch (78.), 4:3 Tobias Wahlandt (87.).

SV Alfeld – MTSV Aerzen 8:1 (3:0).

Der ersatzgeschwächte MTSV Aerzen erlebte im potenziell letzten Spiel des Jahres dagegen ein böses Erwachen. Der Tabellennachbar aus Alfeld zeigte den Hummetalern mit einem 8:1-Erfolg klar und deutlich die eigenen Grenzen auf. „Der Gegner hat heute völlig verdient gewonnen. Wir hatten große Probleme mit dem Kunstrasen und generell haben bei uns einfach zu viele Komponenten gefehlt“, betonte MTSV-Trainer Gaetano Bartolillo nach dem Abpfiff. In den ersten zehn Minuten mischten die Gäste noch ordentlich mit. „Wir haben großen Druck gemacht und die deutlich besseren Torchancen gehabt“, sah auch der Coach seine Männer gut im Spiel. In diese Phase hinein fiel die Führung der Hausherren, als dem MTSV in einer Szene Körperspannung und Zweikampfverhalten fehlten. Die Gäste mussten sich daraufhin kurz schütteln und zogen das Tempo wieder an – und wieder machte der Sportverein den Treffer und brachte Aerzen damit aus dem Konzept. Nach einer Flanke von Mauer vollendete Köps mit links ins linke Eck. Ein Stellungsfehler kurz vor der Pause bedeutete sogar die 3:0-Halbzeitführung für die Hausherren. Mit dem vierten Streich kurz nach dem Wiederanpfiff war die Messe bereits gelesen. Bis zum Abpfiff schraubte Alfeld das Ergebnis munter in die Höhe, den Gästen gelang durch Leandro Ribeiro immerhin noch der Ehrentreffer. „Heute sind fünf Gegentreffer nach individuellen Fehlern gefallen und generell war es am Ende zu wenig, aber wie sagte Frankfurts Trainer Dragoslav Stepanovic einst: ‚Lebbe geht weider‘. Wir sind froh, dass wir uns jetzt ersmtal in die Winterpause verabschieden dürfen, um uns neu zu sortieren.“ Lobende Worte hatte Coach Bartolillo noch für Sohnemann Vincenzo übrig, der auf Rechtsaußen sein Startelf-Debüt in der Bezirksliga feiern durfte: „Das war natürlich ein vom Ergebnis her unglücklicher Start für ihn, aber er hat seine Sache gut gemacht.“
MTSV Aerzen: Gerche, Gljanz (55. Bender), Niemeyer (75. Frevert), di Sapia, Mittelstädt, Hanses, Hoppe, Razlaw, Guckel (63. Specht), Bartolillo (55. Garvens), Ribeiro.
Tore: 1:0 Eigentor Andrej Gljanz (10.), 2:0 Jonathan Köps (31.), 3:0 Köps (45.), 4:0 Köps (46.), 5:0 Maximilian Mauer (51.), 6:0 Robin Paul Weidner (54.), 7:0 Lukas Petrasch (68.), 8:0 Bruno-Lorenzo Wolff (83.), 8:1 Leandro Ribeiro (87.).


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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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