05.05.2017 20:48

Meldung


Pyrmonter „Sommermärchen“: WM-Held Odonkor kommt!

34jähriger Ex-Nationalspieler wird Gasde-Nachfolger / Auch zwei Brasilianer, Oberliga-Verteidiger und Talent Vespermann kommen
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Pyrmonts neuer Trainer David Odonkor mit Lars Diedrichs, Dominic Palmer und Christian Busse
Lars Diedrichs (Pyrmonts Vorsitzender), David Odonkor, Dominic Palmer (Sportlicher Leiter) und Christian Busse (v. li. n. re.).
Es ist die spektakulärste Trainerverpflichtung in der jüngeren Fußball-Historie Hameln-Pyrmonts: „Sommermärchen 2006“-Held David Odonkor wird neuer Cheftrainer der Spielvereinigung Bad Pyrmont! Richtig gehört: Der Flügelflitzer, der im WM-Krimi gegen Polen die entscheidende Vorlage auf Oliver Neuville spielte, für Borussia Dortmund und Betis Sevilla wirbelte und als einer der schnellsten Spieler seiner Generation bekannt war, wird in Zukunft die Geschicke der Kurstädter leiten. Der Kontakt kam über den sportlichen Leiter Dominic Palmer zustande, der Heiko Begemann im März beerbte. „Ich kenne David schon länger und wir stehen schon seit einiger Zeit in Kontakt zueinander – ganz unabhängig von Bad Pyrmont“, erläutert Palmer und betont: „Ich bin nicht gekommen, um den Trainer kurze Zeit später zu wechseln. Das Konzept von David hat uns schließlich überzeugt, mit ihm diesen Weg zu gehen.“ Zum Hintergrund: Erst Anfang Februar wurde der Vertrag von Noch-Trainer Philipp Gasde, der bis Ende der Saison bleibt, um ein Jahr verlängert. Jetzt die Kehrtwende.

Odonkor unterschreibt für zwei Jahre


Interview David Odonkor Matthias Koch
Pyrmonts neuer Trainer David Odonkor im Interview mit AWesA-Geschäftsführer Matthias Koch.
Vereinschef Lars Diedrichs erklärt: „Die Stimmung und  die Leistungen haben im Februar absolut gestimmt. Vielleicht hätten wir noch ein paar Wochen abwarten sollen. In den letzten Spielen hat sich die Situation durch inkonstante sportliche Leistungen verändert, sodass sich letztlich beide Seiten für eine Trennung ausgesprochen haben.“ Ab der kommenden Saison übernimmt Odonkor, sein Kontrakt ist zunächst für zwei Jahre gültig. Der Kurs des Vereins ist dabei klar definiert. „Das primäre Ziel ist es, noch professionellere Strukturen im Verein zu etablieren. Dazu gehören auf der personellen Ebene die engere Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft und die Verbreiterung des Kaders. Außerdem wollen wir den Zuschauern attraktiven Fußball bieten und die Nähe zu unseren Fans suchen“, skizziert Palmer. Diedrichs ergänzt: „Natürlich brauchen wir Routiniers im Team. Der Fokus liegt aber auf der Jugend. Wir wollen jungen und talentierten Spielern die Möglichkeit geben, sich bei uns weiterzuentwickeln.“

Neues Team um das Team



Philipp Gasde ist nur noch bis zum Saisonende Pyrmonts Coach.
Auch das Team um das Team wurde erweitert. So werden David Nunez Evers, zuletzt bei der FSG Waddenhausen-Pottenhausen als Übungsleiter aktiv sowie Nurettin Barka, der zu Oberliga-Zeiten beim TuS Dornberg und in Lemgo als Trainer im Einsatz war, Odonkor bei seiner Arbeit unterstützen. Christian Busse komplettiert das Team als Koordinator. „David und Nurettin verfügen über großen Fußball-Sachverstand und Christian übernimmt sehr viele Aufgaben, um das Trainerteam zu entlasten. Auch die Unterstützung vom Vorstand und von den Sponsoren habe ich bisher so noch nicht erlebt“, freut sich Palmer.

Mindestens fünf Neuzugänge, darunter zwei Brasilianer



Sören Vespermann wechselt von Salzhemmendorf in die Kurstadt.
In der Entwicklung des Kaders hat sich ebenfalls bereits einiges getan. Neben Christiano dos Santos (Germania Hagen) stehen nunmehr vier weitere Neuzugänge fest: Der 19jährige Cafer Yörük kommt von Oberligist SV Lippstadt und soll die Defensive verstärken. Zudem hat Bad Pyrmont mit Bruno (22) und Fabio (21) zwei Brasilianer verpflichtet. „Fabio hat bereits in der dritten Liga in Brasilien gespielt und ist auf der Zehn zu Hause. Bruno kommt eher über die Außen“, weiß Palmer. Komplettiert wird das Quartett von Sören Vespermann, der von Salzhemmendorfs A-Jugend den Schritt in die Landesliga wagen will. In den nächsten Wochen sollen weitere Transfers folgen. „Zur Professionalisierung gehört eben auch, dass wir nicht mehr mit elf oder zwölf Mann zu Spielen anreisen. Wir müssen in der Lage sein, auch mehrere Verletzungen kompensieren zu können. Wir werden in nächster Zeit noch weitere Personalien bekannt geben“, unterstreicht Palmer.

Wo soll das hinführen?

Ein WM-Held als Cheftrainer, dazu zwei neue Co-Trainer, ein Koordinator, mindestens fünf Neuzugänge – wo soll das hinführen? „Dass wir bei diesen Entwicklungen nicht sagen können, dass wir nur die Klasse halten wollen, ist klar. Allerdings sagen wir jetzt auch nicht, dass wir sofort aufsteigen wollen. Dazu gibt es zu viele Unwägbarkeiten: Was macht die Konkurrenz, wie sieht es bei uns mit Verletzten aus? Alles kann in einer Saison passieren. Fest steht für uns: Wir wollen konstant guten Fußball spielen und unsere Vereinsstrukturen  nachhaltig verbessern und stärken“, schlägt Diedrichs mit seinem Verein neue Wege ein – und das in einer aufsehenerregenden Rasanz.
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0152 / 33755845
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