23.05.2023 15:55

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„Und es war Sommer…“

„…das allererste Mal“ / Inters „Vereinslegende“ trifft als erste Frau im Herrenfußball-Punktspiel
Simone Sommer Ralf Hamann SC Inter Holzhausen
Überzeugten durch perfektes Zusammenspiel: Torschützin Simone Sommer (li.) und Vorlagengeber sowie Neuvorstandsmitglied Ralf Hamann. Foto: privat.

„Und es war Sommer, das allererste Mal“: Peter Maffay sagte es in seinem Hit und gleichnamigen Studio-Album bereits 1976 voraus: Simone Sommer hat es vollbracht. Nachdem Lara Kaller vor einigen Wochen als erste Frau im Herrenfußball auflief, legte die regelrechte „Vereinslegende“ des SC Inter Holzhausen am vergangenen Wochenende den nächsten Meilenstein in der Integration des Seniorenfußballs im Hameln-Pyrmonter Raum. Als – unseres Wissens nach – allererste Frau trug sich die Allrounderin am vergangenen Freitag in die Torschützenliste eines Herrenfußball-Punktspiels ein. Genauer gesagt beim 4:0-Erfolg der Ü40-Senioren der „Interisti“ – und das ausgerechnet im Derby gegen die SG Lügde/Sabbenhausen. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass sie und Mitspielerin Nathalie Schmiedeskamp sich zum Altsenioren-Kader des Sportclubs gesellten? „Beim Spiel gegen Halvestorf vor einigen Wochen wurden wir erstmals gefragt, ob wir nicht einmal aushelfen wollen, da bei der Sieben von Thomas Bertram Spielermangel herrschte. Da waren wir sofort dabei. Aufgrund von Himmelfahrt war der Kader auch diesmal wieder dünn besetzt. Und wenn Not am Mann ist, sind wir immer sofort bereit auszuhelfen“, erklärt Sommer selbst.
Sie selbst lasse aber erst einmal den Männern den Vortritt, sehe sich mehr in der Rolle der Einwechselspielerin. So war es auch gegen die SG aus dem Nachbarbundesland der Fall. Nach dem Doppelpack von Daniel Sundermeier (18./41.) und dem Treffer von Fabien Richard (50.) hatten die Gastgeber bereits den Weg zum Derbysieg geebnet – und dann schlug die große Stunde Sommers, die zu diesem Zeitpunkt zum zweiten Mal in dieser Spielzeit auf dem Rasen für die Sieben von Thomas Bertram stand. Ausgangspunkt war in der 54. Minute ein Freistoß aus aussichtsreicher Position. Anstatt das Kunstleder jedoch selbst in Richtung Tor zu dreschen, spielte Oliver Gallinat den Ball kurz zu Ralf Hamann. „Ralf hob den Kopf, sah mich am langen Pfosten freistehen, nickte mir zu und spielte mir den Ball dann mustergültig in die Füße. Der Rest war dann nur noch Formsache. Ohne seine schöne Vorlage wäre es wahrscheinlich gar nicht zu dieser Gelegenheit gekommen“, schilderte die Torschützin ihre Wahrnehmung des nächsten Steps für die Hameln-Pyrmonter Geschichtsbücher schmunzelnd.

„Natürlich freut es mich, dass ich als erste Frau im Herrenfußball getroffen habe. Das ist aber auch der Verdient meiner Mitspieler, die mich super aufgenommen und sofort integriert haben. Ein großes Dankeschön gilt auch meinen Mädels von Inter, die uns bei den Spielen immer anfeuern. Es macht einfach Spaß und der Teamgeist ist super.“ Generell habe sie ausschließlich positive Eindrücke aus den Auftritten mitgenommen: „Natürlich erntet man anfangs von dem Gegner den einen oder anderen überraschten Blick, auf dem Feld ist davon aber kaum noch etwas zu merken. Dort wurde ich nicht anders behandelt als jeder andere Spieler auch und das finde ich auch gut so. Daher kann ich nur jeder Spielerin raten: bevor du deine Fußballschuhe altersbedingt an den Nagel hängst, versuche dein Glück bei den Altherren oder Altsenioren. Es ist die perfekte Alternative!“
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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