19.02.2011 13:11

„Fußball-Damen: Der Winter-Check“ – Teil 4


„Nur oben stehen reicht nicht!“

Im Jahr der Fußball-WM in Deutschland: Die AWesA-Serie in der Winterpause / Heute: FC Latferde 80
Jana Schrader - FC Latzferde 80
Latferdes Sturm-Talent Jana Schrader.

Wer steigt auf, wer rutsch eine Liga in die Tiefe? Was waren die Highlights der bisherigen Saison, welches die Tiefpunkte? Was hat sich in der Winterpause innerhalb der Mannschaften verändert? Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist der Damen-Fußball auch im Weserbergland auf dem Vormarsch. AWesA-Praktikantin Christin Kruppki hat die heimischen Teams von der Oberliga bis zur Kreisliga unter die Lupe genommen – und in der Serie „Fußball-Damen: Der Winter-Check“ in 13 Teilen aufbereitet. Heute: Trainer Kai Steding vom Bezirksliga-Zweiten FC Latferde 80.

FC-Coach Kai Steding - FC Latferde 80
FC-Coach Kai Steding.
Welche Schulnote würdest du Deiner Mannschaft für die bisherige Saison geben?
„Ich gebe meiner Mannschaft ein glatte eins!“

Du hast zu Saisonbeginn das Traineramt in Latferde übernommen. Haben sich Deine Vorstellungen bislang erfüllt?
„Meine Vorstellungen und Erwartungen sind bisher mehr als erfüllt. Man bedenke, dass es dieselbe Mannschaft ist, die letzte Saison 50 Gegentreffer kassiert hat und nicht wesentlich verändert wurde. Der Vorstand und alle, die dort im Verein tätig sind, haben mich klasse aufgenommen und bestätigten meine Entscheidung dort Trainer geworden zu sein. Positiv ist auch die super Zusammenarbeit mit meinem Co-Trainer Robert Engel.“

Welche Spielerinnen haben Euch im Winter verlassen, welche kommen dazu?
„Verlassen hat uns niemand, im Gegenteil, wöchentlich bekomme ich Anrufe oder werde auf Turnieren angesprochen, ob man mal zum Probetraining kommen kann, weil man sich verändern will. Zwei Neuzugänge können wir als Verein und Mannschaft zur Halbserie vermelden. Jennifer Richter und Ann-Kathrin Gaulke vom Oberligisten SV Hastenbeck, die dort ihren Spielbetrieb eingestellt haben, kamen dazu. Beide brennen schon jetzt darauf, ihre Qualitäten für den FC 80 unter Beweis stellen zu können. Für die nächste Saison sind wir bereits jetzt in Gesprächen mit einer klasse Spielerin, die schon positive Signale für einen Wechsel nach Latferde gegeben hat. Sie wird zum Verein und zu dieser Mannschaft passen wie die Faust aufs Auge.“

Was war Euer bisheriges Highlight der Saison?
„Das kann ich gar nicht so sagen, weil jedes Spiel, das diese Mannschaft spielt, ein Highlight für mich ist. Die Fans, die Sonntag für Sonntag zu den Spielen kommen oder Busse zu den Auswärtsspielen organisieren, gehören natürlich auch dazu. Vielleicht kann man ein Spiel aber herausnehmen: Der 4:1-Sieg bei der SpVgg. Laatzen. Dort haben wir denn vielleicht schönsten Fußball bisher gespielt. Mit viel Tempo und in allen Positionen auf Top-Niveau.“

Was war für Dich bislang der Tiefpunkt der Saison?
Latferde-Quartett - Edema - Janssen - Markmann - Bockstiegel
Edema, Janssen, Markmann und Bockstiegel.

„Unser Heimspiel gegen Lauenhagen, ein 0:0 gegen einen Gegner, der sich mit elf Spielerinnen um den eigenen 16er einigelte. Okay, das ist auch Fußball. Aber ein schrecklicher! Des Weiteren die Verletzung von meiner Stürmerin Jana Schrader im Spiel gegen Derental. Das hätte böse enden können. Alles hätte für dieses junge Talent in einem Augenblick vorbei sein können. Das ging mir schon sehr nahe und ich hatte vor Wut Tränen in den Augen. Aber diese Mannschaft hat dort für sie gekämpft und ein 1:1 geholt. Das zeigt mir, welchen Charakter diese Truppe hat.“

Was sind Eure Ziele für die restlichen Punktspiele der Saison?
„Unsere Ziele sind klar, dass wir uns weiter entwickeln möchten. Von Spiel zu Spiel denken und schauen, wo wir am Ende dieser Saison stehen werden. Alles ist möglich, aber Vorgaben oder die Meisterschaft gebe ich nicht auf die Agenda. Wir schauen auf die Entwicklung dieser Mannschaft und wollen langfristig einen Damenfußball präsentieren, der Spaß macht. Man muss sagen können: Da ist Stimmung und Musik im Damenfußball. Da komme ich gerne wieder hin.“

Wie groß ist die Freude, nach sieben Spielen auf dem zweiten Platz zu stehen?

„Die Freude ist schon da, aber sie hält sich bei mir in Grenzen. Ich weiß auch, dass es ganz schnell vorbei sein kann, wenn man Fehler macht oder Grenzen überschreitet.“

Warum werdet Ihr nach der Saison ganz oben stehen?
„Nur oben stehen reicht nicht! Man muss es darüber hinaus auch über die nächsten Jahre bestätigen können. Wenn wir oben stehen, dann nehmen wir das mit, weil wir es uns über einen geschlossenen Mannschaftsgeist verdient haben. Von der Nummer eins bis zur Nummer 20. Jeder gibt etwas dazu und hat diesen Erfolg dann verdient. Aber wie man weiß: Vorher kommt der Schweiß.“
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