11.02.2024 19:25

Oberliga


„Vollgas-Handball“ jagt „Horror-Start“: VfL mit Punktgewinn in Bissendorf!

Hamelner hatten den Tabellenzweiten mehrmals am Rand der Niederlage / Siegesmund: „Hat heute gesehen, dass wir richtig guten Handball spielen können, wenn alle Facetten stimmen“
Cedric Juergens VfL Hameln Freude Handball Oberliga
Cedric Jürgens und der VfL hatten am Abend viel zu bejubeln.

TV Bissendorf-Holte – VfL Hameln 32:32 (14:16).

Der VfL Hameln hat am Abend das erste dicke Ausrufezeichen im neuen Jahr gesetzt. Nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück beendeten die Hamelner ihre Durststrecke ausgerechnet mit einem 32:32-Unentschieden beim zuhause noch ungeschlagenen TV Bissendorf-Holte. Dabei wurden bei einigen Anhängern des VfL zu Beginn der Partie sicherlich erst einmal böse Erinnerungen wach. Nachdem man beim vergangenen Heimspiel gegen den Northeimer HC (27:31) bereits die ersten sieben Minuten ohne eigenen Treffer blieb, erwischte die Siegesmund-Sieben auch diesmal wieder einen regelrechten „Horror-Start“. Rund elf Minuten waren gespielt, da prangte bereits ein 1:7 aus Hamelner Sicht auf der Anzeigetafel. „Zu diesem Zeitpunkt hätte ich das Endergebnis sofort unterschrieben, ohne auch nur einmal auf die AGBs zu schauen“, lachte VfL-Coach Marc Siegesmund nach der Partie, zeigte sich angesichts der dürftigen Anfangsphase aber auch ratlos: „Ich frage mich, warum wir den Flow der restlichen Minuten wieder nicht von Beginn an auf die Platte bekommen haben. Es fehlte komplett das Tempo.“ Mit einem Mal legte der Hameln-Pyrmonter Oberligist aber den Schalter um – und wie. Bereits in der 21. Minute stand es wieder pari (10:10). „Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht, absoluter Vollgas-Handball. Jeder hat sich für den anderen ein Bein ausgerissen, alle haben sich reingehauen und auch die verschiedenen Deckungssysteme haben wunderbar funktioniert“, lobte der Trainer später. Bis kurz vor der Halbzeitpause führte zwar zunächst noch weiterhin der Tabellenzweite die Ergebnisstatistik an (14:13, 27.), doch eine Vier-Tore-Serie bis zum Ende des ersten Durchgangs bedeuteten den endgültigen Turnaround auf Seiten der Hamelner (16:14).
Doch der zweite Durchgang begann fast eins zu eins wie auch der erste. Wieder suchten die Gäste zunächst vergeblich nach dem Tempohebel. Auf der Gegenseite legte Bissendorf die erste Fünf-Tore-Serie der Partie hin und schob sich mit 19:16 erneut in Front (34.). Danach war der VfL wieder auf Betriebstemperatur. In den folgenden Minuten sahen die Zuschauer in der Bissendorfer Sporthalle eine Toreserie nach der nächsten – von beiden Teams. Nach fünf Treffern in Folge war Hameln wieder auf Punktgewinn-Kurs (22:22, 41.), dann legte der TV mit drei Treffern hintereinander wieder vor, ehe der Oberliga-Zehnte wieder zum Gegenangriff blies. In Minute 51 gelang Janne Siegesmund – mit elf Treffern aus dem Spiel heraus im Übrigen bester Werfer der „roten Teufel“ – nicht nur die nächste Fünf-Tore-Serie der Gäste, sondern außerdem der 27:26-Führungstreffer. In den Schlussminuten wog die Begegnung dann hin und her. Der VfL legte vor, Bissendorf zog nach. So führten die Hamelner auch noch bei Anbruch der Schlussminute mit 32:31, nachdem Siegesmund junior die Gäste erneut in Führung befördert hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber im Angriff bereits den eigenen Torwart durch einen siebten Feldspieler ersetzt.

„Wir haben Bissendorf alles abverlangt und hatten den Gegner auch beim Spiel sieben gegen sechs lange Zeit im Griff. Irgendwann war dann aber doch der Kreisläufer frei und hat wieder ausgeglichen“, schilderte der VfL-Trainer, der kurz darauf die Auszeit nahm. In den letzten Sekunden der Partie war also noch ein letztes Mal Hameln am Zug. „Wir haben nochmal einen letzten Spielzug angesagt. Der hat dann aber leider nicht so funktioniert wie geplant. Und auch der abschließende Freiwurf aus dem halbrechten Rückraum war dann nicht mehr zu verwerten“, betonte Siegesmund. Daher blieb es bei der Punkteteilung. Was überwiegt da mehr – die Freude über den Punktgewinn oder doch das Hadern, nicht beide Zähler mitgenommen zu haben? Auf diese Frage hatte der Coach eine klare Antwort: „Wir sind definitiv froh über den Punktgewinn, das schaffen nicht viele Mannschaften hier in Bissendorf. Man hat heute gesehen, dass wir richtig guten Handball spielen können, wenn alle Facetten stimmen. Wir haben diese Aufgabe als Mannschaft erfüllt.“ Aus einer „sehr geschlossenen Mannschaftsleistung“ heraus lobte Siegesmund zudem die Rolle von Jürgen Rotmann im Defensiv-Verbund: „Er hat die Sache hinten im Zentrum sehr gut dirigiert und hatte damit einen großen Anteil an der sehr beweglichen 5-1-Formation.“
VfL Hameln: Janne Siegesmund (11), Tim Jürgens (7/3), Mats Schmidt (5), Johannes Evert, Sebastian Maczka (jeweils 3), Luca Willmer (2), Finn-Ole Vortmeyer (1).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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