02.12.2023 22:08

Oberliga


Rabenschwarzer Jahresabschluss in letzter Sekunde: „Das war einfach zu wenig“

VfL unterliegt auch gegen Fallersleben / Siegesmund: „Es fehlte an Kraft, Konzentration und bei dem einen oder anderen auch deutlich an Körpersprache“
Cedric Juergens VfL Hameln Torwart Siebenmeter
Cedric Jürgens war noch der beste auf Seiten des VfL.

VfL Hameln – VfB Fallersleben 25:26 (13:12).

Die Formdelle des VfL Hameln gewinnt an Tiefe. Im Heimspiel gegen den Tabellenneunten aus Fallersleben gaben die Hamelner einen Heimsieg in der letzten Minute aus der Hand. Mehr noch: der Siegtreffer des VfB fiel laut Spielbogen in wortwörtlich letzter Sekunde. 30 Sekunden vor dem Ende – Bert Hartfiel hatte zuvor per Siebenmeter für die Gäste zum 25:25 ausgeglichen – bekam Jannis Pille im Angriff einen Schrittfehler gegen sich gewertet. „Für mein Dafürhalten hätte man in der Aktion auch einen Freiwurf geben können“, gab VfL-Trainer Marc Siegesmund später an. Stattdessen nahm der sich nun im Angriff befindende VfB die letzte Auszeit. Fünf Sekunden vor dem Ende kam Paul Kristoffer Perl auf links an die Kugel – und dann nahm das tragische Ende einer insgesamt schwachen VfL-Vorstellung seinen letzten Lauf. „Wir haben weiterhin offensiv verteidigt, waren aber zur richtigen Zeit wieder nicht am richtigen Ort. Und so hat der Linksaußen den Ball noch im Tor untergebracht“, schilderte Siegesmund die letzten Sekunden der Partie.
Doch von Anfang an: von Beginn an lief bei den Gastgebern in der Halle am Eintrachtweg nicht viel zusammen – wie schon eine Woche zuvor beim 29:35 gegen Alfeld. „Es war ein Kampfspiel, insgesamt sehr langsam und von außen sicherlich nicht schön anzusehen. Fallersleben war auch nicht extrem überlegen, wir waren einfach unterirdisch“, hatte der VfL-Coach Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. Nachdem die Gäste das Spiel in der Anfangsphase noch angeführt hatten (4:3, 12.), spielte immerhin das Ergebnis den Hausherren im ersten Durchgang über in die Karten. So führte der VfL auch zur Pause noch mit 13:12. Das war aber auch schon fast das einzig Positive zu diesem Zeitpunkt. „Unser Spiel in der Abwehr war fehlerbehaftet und vorne war einfach zu wenig los. Wir hatten dabei eigentlich sogar viele freie Würfe, aber haben die Kugel einfach nicht ins Tor bekommen. Es fehlte an Kraft, Konzentration und bei dem einen oder anderen auch deutlich an Körpersprache“, fand Siegesmund deutliche Worte.

Die Laune des Coaches verbesserte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht – im Gegenteil. Innerhalb der ersten fünf Minuten gab der VfL nicht nur die Führung ab, sondern fand sich auch drei Treffer im Rückstand wieder (14:17). „Das war einfach zu wenig. Wir haben zu wenig getan, um uns aus dem Tief herauszuziehen, sondern uns vielmehr bemitleidet. Dabei hatten wir genug Chancen, um die Partie zu entscheiden“, betonte der Trainer. Doch die offensive Harmlosigkeit der Gastgeber ebbte nicht ab. Trotzdem kämpfen sich die Hamelner wieder heran (18:18, 40.) und steigerten sich vor allem in der Defensive: „In den letzten 20 Minuten haben wir im 5-1-System sehr offensiv gedeckt. In dieser Phase stand die Abwehr deutlich besser“, machte der Trainer deutlich. So blieb die Partie bis in die Schlussminuten spannend. Fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gastgeber noch mit zwei Treffern zurück (22:24), 90 Sekunden vor der Schlusssirene führte man dagegen wieder (25:24). Der Rest ist Geschichte – und den Worten Siegesmunds nach eine „sehr traurige“. „Der einzige Lichtblick war heute Cedric Jürgens im Tor“, endete der resignierte Coach. Besonders bitter für den heimischen Oberligisten ist, dass die Hamelner in diesem Jahr keine Reaktion mehr zeigen können. Der nächste Auftritt ist erst für den 20. Januar terminiert – auswärts beim Tabellendritten aus Burgwedel.
VfL Hameln: Tim Jürgens (9/5), André Brodhage, Jannis Pille (jeweils 4), Mats Schmidt (3), Niklas Colusso (2), Janne Siegesmund (2/1), Andreas Gödecke (1).
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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