22.11.2021 07:29

3. Runde der EHF European League Women


Europapokal-Aus: HSG beweist beim Unentschieden gegen Váci große Moral

Birkner: „Leider liegt eine schwierige Woche hinter uns, in der wir kaum trainieren konnten und uns viel mit Themen abseits des Handballsports beschäftigen mussten"
Nele Wenzel HSG Blomberg Lippe
Blombergs Nele Wenzel zeigte in der Schlussphase einen starken Auftritt (Foto: Matthias Wieking).

Das wars. Die HSG Blomberg-Lippe hat sich am Samstagabend erhobenen Hauptes aus der EHF European League Women verabschiedet. Nachdem das Hinspiel gegen Váci NKSE vor einer Woche mit 27:32 verloren ging, erkämpfte sich das Team aus der Nelkenstadt im Rückspiel der dritten Runde ein 24:24 (10:10)-Unentschieden. Aufgrund der Addition aus Hin- und Rückspiel zieht Váci NKSE in die Gruppenphase des internationalen Wettbewerbs ein.

Die Vorzeichen standen am Samstag alles andere als gut: Aufgrund von zwei Corona-Verdachtsfällen hatte das Team von HSG-Trainer Steffen Birkner unter der Woche Vorsicht walten lassen und konnte nur zwei Trainingseinheiten absolvieren. Am Donnerstag bewahrheitete sich dann bei HSG-Toptorschützin Marie Michalczik der Verdacht, sodass die 20-jährige Rückraumspielerin, ebenso wie Emelyn van Wingerden, im Rückspiel nicht zur Verfügung stand. Doch Birkner blieb positiv und betonte, dass trotz des Rückstandes aus dem Hinspiel „alles möglich“ sei. Daran schien auch seine Mannschaft zu glauben, die von Beginn an mächtig auf das Gaspedal drückte. Vor allem die tschechische Nationalspielerin Kamila Kordovská setzte in der Anfangsphase ein ums andere Mal offensive Akzente und erziele nach 19 Minuten die 7:4-Führung für ihr Team. Gästetrainerin Katalin Otto sah sich daraufhin gezwungen die erste Auszeit des Abends zu ziehen und ihre Mannschaft neu einzustellen. Statt dass der Vorsprung der HSG Auftrieb gab, machte sich mit zunehmender Spieldauer Unsicherheit bei den Blombergerinnen breit. Auch weil beste Chancen ungenutzt blieben. HSG-Rechtsaußen Lisa Rajes scheiterte gleich mehrmals aus aussichtsreicher Position an ihren Nerven und der starken Gästekeeperin Bettina Pásztor. Sich häufende technische Fehler auf beiden Seiten sorgten nun dafür, dass die 536 Zuschauer in der PHOENIX CONTACT arena ein zerfahrenes Spiel zu sehen bekamen, bei dem sich die Ungarinnen mit dem komfortablen 5-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen ließen. Tor für Tor kämpfte sich Vác zurück in die Begegnung und glich kurz vor der Halbzeit zum 10:10-Pausenstand aus.
Im zweiten Abschnitt drückte Váci von Beginn an auf die Entscheidung. Mit leichten Treffern aus dem Rückraum enteilten die Ungarinnen dem Team aus der Nelkenstadt bis zur 45. Minute auf 13:19. Immer wieder scheiterte die HSG mit harmlosen Würfen aus dem Rückraum an Váci-Torfrau Pásztor. Doch als niemand mehr an ein Weiterkommen glaubte, drehten die Blombergerinnen noch einmal mächtig auf. Mit dem gefürchteten Tempospiel der HSG erzielte Rajes nun Treffer um Treffer. Zudem feierte das erst 17-jährige Toptalent Nieke Kühne ihr Debüt im Trikot des Bundesligateams und versprühte dabei große Unbekümmertheit. Nach 48. Minuten fasste sich das großgewachsene Nachwuchstalent ein Herz aus dem Rückraum und verwandelte den Ball unhaltbar zum 16:20 im Tor der Gäste. Wenig später sorgte ebenfalls Kühne nach 53 Minuten für den 21:21-Ausgleich. Doch auch drei Treffer von HSG-Kreisläuferin Nele Wenzel sollten in der Schlussphase nicht für das große HSG-Wunder ausreichen. 30 Sekunden vor dem Spielende sorgte Gästespielerin Vivien Grosch für den 24:24-Endstand. Beste Werferinnen bei der HSG waren am Samstagabend Rajes und Kordovská, welche jeweils fünfmal erfolgreich waren. Bei den Gästen erzielte Csenge Kuczora sieben Treffer.

„Wir haben sowohl im Hin- als auch im Rückspiel zu viele Möglichkeiten ungenutzt gelassen“, haderte HSG-Trainer Birkner nach Spielende mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft. „Leider liegt eine schwierige Woche hinter uns, in der wir kaum trainieren konnten und uns viel mit Themen abseits des Handballsports beschäftigen mussten. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass uns gestern Abend viele Abstimmungsfehler unterlaufen sind. Auf internationalem Niveau wird sowas dann eiskalt bestraft. Ich ziehe den Hut vor der großen Moral meiner Mannschaft, nach dem zwischenzeitlichen Rückstand noch einmal in dieser Art und Weise zurückzukommen“, so Birkner. Gefallen haben dem HSG-Coach trotz des Ausscheidens zudem die „sehr guten und engagierten Auftritte von Nieke Kühne und Nele Wenzel. Auch Kamila Kordovská und Linnea Pettersson haben in der Abwehr Schwerstarbeit verrichtet“, lobt Birkner seine Schützlinge. Ein weiterer schöner HSG-Moment: In der zweiten Halbzeit feierte HSG-Linksaußen Jenny Murer nach über einjähriger Verletzungspause ihr Comeback auf dem Feld.

Nach den anstrengenden letzten Wochen bietet sich der HSG nun Zeit zum Durchatmen. Das nächste Ligaspiel steht dem Team aus der Nelkenstadt erst am 29. Dezember, nach der WM-Pause, bevor. Dann kommt es in der PHOENIX CONTACT arena erneut zum Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund (Anwurf: 19:30 Uhr).
HSG: Rajes (5), Kordovská (5), Rüffieux (3), Quist (3), Wenzel (3), Kühne (2), Kynast (1), Pettersson (1), Murer (1)
Váci: Kuczora (7), Hámori (4), Grosch (4), Kácsor (3), Ballai (2), Aron (1), Schatzl (1), Helembai (1), Diószegi (1)
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