16.07.2023 12:15

Interview


„Danach war völlige Ekstase, bis in die Nacht hinein“

Mazurowski erklärt, weshalb der MTV Coppenbrügge nach dem Aufstieg wieder eigenständig agiert
David Mazurowski MTV Coppenbruegge Fussball Kreisklasse Kopfbild
David Mazurowski verkörpert den MTV Coppenbrügge wie kaum ein anderer.
Über viele Jahre war der MTV Coppenbrügge im Herrenfußball nicht mehr vorhanden. Dafür rollte der Ball im Jugendbereich immer weiter - und mittlerweile klappt es auch wieder mit den Herren. Zunächst als SG Coppenbrügge/Marienau und künftig wieder eigenständig will sich der MTV im Ostkreis weiter etablieren. Mit dem Aufstieg in die 2. Kreisklasse ist ein großer Schritt in die richtige Richtung geglückt. Wir haben uns mit David Mazurowski, Coppenbrügges Mann für alles, unterhalten.

Die SG Coppenbrügge/Marienau steigt als der MTV Coppenbrügge in die 2. Kreisklasse auf. Warum tretet Ihr künftig wieder eigenständig an?
David Mazurowski: „Die SG mit Marienau war nur eine vorübergehende Lösung. Es war schon damals klar, das wir wieder eigenständig sein wollten. Corona hatte dies nur verzögert. Wir sind der Meinung, das es nur eine Notlösung sein sollte, eine SG im Herrenbereich zu gründen. Dadurch werden die Vereine gestärkt, aber nur kurzfristig, das sieht man ja auch hier im Kreis. Außerdem fallen die ganzen schönen Derbys weg. Wir sind wieder stolz, als MTV in die Saison zu gehen und freuen uns auf die Derbys gegen Marienau. Nochmal ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit mit der SSG, vor allem mit Yannick Patocka und Kai Lücke.“
In der abgelaufenen Saison seid Ihr in der 3. Kreisklasse, Staffel 1 Vizemeister geworden. Wie hast Du persönlich diese Spielzeit wahrgenommen?
„Der Saisonstart verlief sehr steinig. Viele Spieler waren durch die zu kurze Sommerpause noch angeschlagen oder im Urlaub zu Saisonbeginn. Daher traten wir auch häufig mit der halben Altliga an. Wir sind auch gleich mit zwei Niederlagen gestartet und hatten eine ganz schlechte Stimmung. Die Mannschaft hat sich aber wieder aufgerafft und hat gezeigt, wo sie hingehört.“

Dass der Ball in Coppenrügge überhaupt wieder rollt, war lange Jahre keine Selbstverständlichkeit. Wie blickst Du auf die ersten drei Jahre nach der Rückkehr zurück?
„Wir hatten lange keine Herrenmannschaft mehr, aber der Fußball war nie tot in Coppenbrügge. Die Altherren und danach die Altliga haben die Fahne hochgehalten. Außerdem hatten wir auch noch unsere Jugend. Das ist das Wichtigste, was ein Verein haben kann. Ohne Jugendarbeit hat der Fußball keine Zukunft. Und eine G- oder F-Jugend kann jeder Verein aufbauen. Daran sollten mal einige Vereine arbeiten. Kinder gibt es überall. Und da muss das Geld investiert werden, nicht alles in die Herrenmannschaften. Und man sieht, dass man auch im Herrenbereich Geduld braucht. Vor drei Jahren haben wir noch Spiele verloren, die wir dieses Jahr gewonnen haben. Das braucht alles seine Zeit, die muss man den Jungs geben.“

Abschließend: Was war Dein persönliches Saison-Highlight?
„Das Highlight war das Heimspiel gegen Nienstedt, das meiner Meinung das beste Team der Rückrunde hatte. Wir lagen 0:1 zurück, zur Halbzeit stand es dann 1:1. Dann sind wir 2:1 in Führung gegangen, dann gab einen Strafstoß und eine Gelbe Karte gegen uns. Der Elfmeter wurde verschossen und in der Nachspielzeit fiel trotzdem der 2:2-Ausgleich. Trotzdem haben wir in der sechsten Minute der Nachspielzeit das 3:2 gemacht. Danach war völlige Ekstase, bis in die Nacht hinein. Fußballherz, was willst du mehr. Da wussten wir, dieses Jahr steigen wir auf.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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