09.07.2024 15:02

Interview


Der Mann für die besonderen Momente kickt jetzt bei Arminia Hannover

Rodi Celik hat bereits viel gesehen - und spricht im Interview über seine Laufbahn
Rodi Celik SSG Halvestorf Bezirksliga Staffel 5
Rodi Celik spielt ab sofort für Arminia Hannover in der Oberliga.
Wenn Rodi Celik auf dem Platz steht, weiß man sofort: Heute kann etwas Besonderes passieren. Sei es ein feiner Trick, ein Traumpass als Vorlage oder auch der selbst vollendete 30 Meter-Schuss. Der Edeltechniker ist mit allem ausgestattet, was ein Klasse-Kicker braucht, spielte mitunter in der Jugend-Bundesliga für den 1. FC Magdeburg und TSV Havelse, zuvor war er auch für Werder Bremen aktiv. Im Herrenbereich kam das vielversprechende Talent dann ordentlich rum. So richtig angekommen ist Celik aber bei noch keinem seiner Vereine. Das hat unterschiedliche Gründe – im Interview spricht der 26-Jährige über seine Laufbahn.

Rodi, Du wechselst bekanntlich zur neuen Saison von der Landes- in die Oberliga, vom 1. FC Wunstorf zu Arminia Hannover. Was war für Deinen Wechsel ausschlaggebend?
„Ursprünglich habe ich gar nicht mit einer Anfrage aus der Oberliga gerechnet. Aufgrund einer Verletzung hatte ich das Gefühl, dass man in Wunstorf nicht mehr so auf mich setzt. Außerdem wollte ich die Herausforderung Oberliga gerne annehmen, um auch für mich zu sehen, ob ich dort noch etwas erreichen kann. Die Voraussetzungen passen einfach. Die Anfahrt ist für mich wesentlich unkomplizierter, ich kann mich einfach in den Zug setzen und muss nicht umsteigen. Das ist mir wichtig, weil ich beruflich mittlerweile selbstständig bin. Da muss es mit dem Fußball am besten so unkompliziert wie möglich laufen. Nach zwei sehr positiven Gesprächen war dann für mich klar, dass ich die Herausforderung annehmen möchte.“
Erst vergangenen Winter hast Du die SSG Halvestorf in Richtung Wunstorf verlassen. Was hat Dich damals bewogen, die Piepenbusch-Kicker zu verlassen?
„Ich habe mich mit der Mannschaft sehr gut verstanden und bin nach wie vor mit einigen Spielern befreundet. Auch mit Rik Balk und Paul Alles (Trainer und Manager der SSG Halvestorf, Anm.d.Red.) verstehe ich mich nach wie vor sehr gut. Leider hat es letzten Winter aus unterschiedlichen Gründen nicht gepasst, sodass ich den Verein wechseln musste. Ursprünglich wollte ich gerne bleiben. Ich bin in meiner Laufbahn so oft gewechselt und habe in Halvestorf eigentlich den Verein gesehen, wo ich endlich mal länger bleiben wollte.“

Beim Blick auf Deine Wechselhistorie wird deutlich: So richtig heimisch bist Du bei noch keinem Deiner bisherigen Vereine geworden. Woran liegt's?
„Bis zu meinem zweiten Herrenjahr wurde ich noch von einer Berateragentur vertreten, die mich hin- und hergeschickt hat. Ich habe dem Beraterteam vertraut, war auch naiv und sehr jung. Rückblickend wäre wohl die beste Entscheidung gewesen, damals nach meinem Wechsel von Magdeburg nach Havelse bei der U19 des TSV Havelse zu bleiben. Dann kam aber die erneute Anfrage vom 1. FC Magdeburg und mein Berater hat mir empfohlen, dort wieder hinzuwechseln. Letztlich habe ich über einen langen Zeitraum nie das gemacht, das ich persönlich wirklich wollte. Als ich dann 2020 wieder nach Hameln kam, wollte ich sogar mit Fußball ganz aufhören, weil ich es leid war. Ich habe mich aber nochmal aufgerafft, bin dann zu Azadi Hameln in die Kreisliga gewechselt, wo ich wirklich gerne gespielt habe – nur war die Kreisliga nichts für mich, ohne in irgendeiner Weise überheblich klingen zu wollen. Dann kamen Wunstorf, Halvestorf, wieder Wunstorf und jetzt Arminia Hannover. “

Du bist in der Region als Edeltechniker bekannt, der Mann für die speziellen Momente. Welche dieser speziellen Momente werden Dir immer in Erinnerung bleiben?
„Als ich noch für die U19 des 1. FC Magdeburg gespielt habe, standen wir 2016/17 im Finale des Sachsen-Anhalt-Pokals gegen TuS SW Bismarck. Wir haben 4:0 gewonnen, ich habe ein Freistoßtor geschossen und eine Vorlage gegeben. Ansonsten wird mit das Tor im Trikot von Halvestorf gegen Bad Pyrmont immer in Erinnerung bleiben, als ich aus 30 Metern in den Winkel getroffen habe. Es gibt viele Situationen, die ich nie vergessen werde, unter anderem auch die Zeit bei Werder Bremen, als wir mit den Profis im Stadion trainiert haben.“

Du hast in der Jugend-Bundesliga gespielt, bist dann in der Regional-, Ober- und Landesliga unterwegs gewesen. Trotzdem bist Du mit Deinen 26 Jahren noch jung – wo soll Deine Reise noch hinführen?
„Insgeheim träumt man schon vom Sprung in den Profibereich, muss aber auch realistisch bleiben. Ich habe mit meinem Vater eine Firma gegründet, das bringt Verantwortung mit sich. Selbst, wenn ein Angebot kommen sollte, muss ich mir also genau Gedanken machen. Zunächst gilt aber, nach meiner Verletzung wieder fit zu werden. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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