18.12.2022 11:45

Interview


Unwissender Herbstmeister in spe? „Wohl an mir vorbeigegangen“

Im Interview spricht Jan-Hendrik Kleine, Spielertrainer des FC Bad Pyrmont Hagen III, über seine Wahrnehmung der starken Hinrunde der Kurstädter
Jan-Hendrik Kleine Bad Pyrmont Hagen III 2. Kreisklasse
Bad Pyrmont Hagens Spielertrainer Jan-Hendrik Kleine im Fokus.

Erst ein halbes Jahr ist der Verschmelzung von Germania Hagen und der Spielvereinigung Bad Pyrmont vergangen – der Erfolg scheint sich allerdings bereits jetzt auszuzahlen. Während die Bezirksliga-Vertretung noch immer Chancen auf den Landesliga-Aufstieg hat, läuft es bei der Drittvertretung aus Bad Pyrmont Hagen sogar noch ein Stückchen besser. Zwar überwintert auch der FC in der 2. Kreisklasse nicht auf dem Thron, doch zu der Wahrheit gehört ebenfalls, dass die Kurstädter ein Spiel weniger als der Spitzenreiter aus Lachem absolviert haben. Ein Blick auf die Tabelle verrät zudem, dass die Drittvertretung mit großer Wahrscheinlichkeit den Herbstmeister der aktuellen Spielzeit stellen wird. Das Nachholspiel gegen TC Hameln aus der Hinserie steht noch aus, doch sofern dieses nicht mit 14 Toren Unterschied verloren geht, bleibt der Fußballclub auch die stärkste Kraft der Hinrunde. Im Interview spricht Spielertrainer Jan-Hendrik Kleine über die Effekte der Fusion, die fußballerische Qualität in der Liga und worauf es für sein Team in der Rückrunde ankommt.

Erst im Sommer fand die Fusion zwischen Bad Pyrmont und Hagen statt. Trotzdem lief es bei Euch auf Anhieb rund. Was sind Deiner Meinung nach die Gründe für den sofortigen Erfolg in der Hinrunde?
„Im Prinzip hat sich für uns nicht viel verändert. Die Mannschaft ist nahezu unverändert. Der Pool an Spielern hat sich natürlich vergrößert, wovon wir schon profitiert haben. Der ein oder andere Spieler hat bei uns ausgeholfen. Zur Fusion kann ich nur sagen: Hut ab! Dass diese auf Anhieb so gut funktioniert, hätte ich nicht gedacht. Anfangs hatte ich schon so meine Bedenken, aber schon nach dem ersten halben Jahr muss ich sagen, dass es genau der richtige Weg für die Zukunft ist. Ich denke, dass es nicht der letzte Zusammenschluss hier im Kreis bleibt.“
Im positiven oder negativen Sinn: Was waren für Dich die größten Highlights in der bisherigen Saison?
„Positiv ist mir das Spiel gegen den SV Lachem im Kopf geblieben. Hier haben wir fußballerisch zwar nicht unser bestes Spiel gemacht, aber was die Jungs da kämpferisch geleistet haben, war echt top. Negativ bleiben die beiden Auswärtsspiele in Beber und Hamelspringe im Kopf. Da haben sowohl die fußballerische Leistung als auch die Einstellung keinesfalls gestimmt.“

Welche drei Akteure haben für Dich in der Hinserie den Unterschied ausgemacht?
„Ich finde, dass die 2. Kreisklasse durch die Zusammenlegung an Qualität dazu gewonnen hat. Es gibt viele gute Fußballer in dieser Klasse. Aber von Einzelspielern, die den Unterschied machen, würde ich nicht sprechen. Was ich aber schon beeindruckend finde, ist die Torausbeute von Finn Lagenstein (20 Tore in 14 Spielen, Anm. d. Red.) und Luca Sonnenberg (18 Tore in 14 Spielen, Anm. der. Red.).“

In welchen Bereichen siehst Du für die Rückrunde noch Verbesserungspotenzial?
„Besonders in der Konstanz. Wir schaffen es meistens, eine gute Leistung über 45-60 Minuten zu zeigen. Da müssen wir an der Kondition und der Konzentration arbeiten. Dann können wir die guten Phasen verlängern.“

Was stimmt Dich optimistisch, dass Ihr auch am Ende der Rückrunde ganz oben stehen werdet, bzw. der Aufstieg in die 1. Kreisklasse gelingt?
„Vorab muss ich gestehen, dass ich gar nicht wusste, dass wir quasi Herbstmeister sind. Durch die Verzerrung der Spiele ist das wohl an mir vorbeigegangen. Ich denke, wenn wir unsere Leistung weiterhin so zeigen und die oben genannten Punkte umsetzen können, bleiben wir bis ans Saisonende im Rennen um die Aufstiegsplätze. Allerdings, wie schon gesagt, ist die Qualität in der Liga schon hoch und wir müssen alle Spiele mit der richtigen Einstellung und Konzentration angehen. Entscheidend werden die Spiele gegen die direkten Konkurrenten und dann gehört auch immer noch ein wenig Glück dazu.“
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Autor des Artikels

Robin Besser
Robin Besser
Robin kam am 01. August 2022 als fester Neuzugang ins Team AWesA, war zuvor als freier Mitarbeiter aktiv. Sein Herz schlägt für den Lokalsport und die Vereine im Weserbergland.
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