14.01.2021 07:53

Interview - Leidenschaft Amateursport


„Gefeiert als hätten wir die Champions League gewonnen“

Wir sprechen mit unseren Sportler*innen über ihre Leidenschaft / Heute: Jan Termer von den Sportfreunden Oswald
Jan Termer SF Osterwald Kopffoto
Jan Termer ist Osterwalder durch und durch.
Im AWesA Jahresrückblick 2020 haben wir bereits mit zahlreichen Sportler*innen der Region über ihre Leidenschaft gesprochen: den Sport. „Doch waren das längst nicht alle“, erzählt Timo Schnorfeil, Chef vom Dienst bei AWesA. „Uns ist es wichtig, dass wir möglichst viele Menschen zu Wort kommen lassen. Warum lieben sie ihren Sport? Warum lieben sie ihren Verein? Und warum investieren sie im Normalfall sogar noch Geld, um ihren Sport überhaupt ausüben zu können?“ Deshalb startet ab sofort eine neue Kurzinterview-Serie: Leidenschaft Amateursport.

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Was macht für Dich die Faszination Fußball aus?
„Für mich persönlich kann man die Faszination Fußball am besten über Momente beschreiben, die man als Mannschaft zusammen erlebt hat. Ich erinnere mich gerne an unseren Aufstieg 2017 in die 1. Kreisklasse zurück. Die Emotionen kommen hoch, wenn man bedenkt, der Verein ist in diesem Jahrtausend noch nie aufgestiegen. Der letzte Aufstieg ist also eine Ewigkeit her und wir schließen die Saison 2017 auf dem zweiten Platz ab. Ich glaube, wir haben uns alle vorher überhaupt gar nicht mit dem Thema Aufstieg beschäftigt und auf einmal gab es diese kleine Möglichkeit. Denn wir hatten den Aufstieg nicht selbst in der Hand und mussten auf Schützenhilfe von Halvestorf und Preussen Hameln hoffen, die ebenfalls ihren Relegationsspielen gewinnen mussten. Demnach wurde ein vorsorgliches Relegationsspiel ausgetragen, dass wir gegen Inter Holzhausen, die eine starke Saison gespielt haben, gewonnen haben. Danach waren wir also für einen Moment Halvestorf- und Preussen-Fans und haben uns deren Spiele angeschaut. Der Showdown war dann das letzte Spiel von Preussen Hameln, das Preussen unter zahlreichen Jubelnden OSV-Fans gewonnen hat. Nach dem Spiel haben wir dann zusammen mit den Preussen-Spielern gesungen, sind direkt nach dem Spiel nach Mallorca geflogen und haben uns im Bierkönig gefeiert als hätten wir die Champions League gewonnen. Für uns hatte es diese Bedeutung und genau solche Momente und Emotionen machen den Fußball aus.“

Warum ausgerechnet die Sportfreunde Osterwald?
„Die Frage lässt sich für mich ganz einfach beantworten. Ich habe in der Jugend bei Oldendorf angefangen und dann später in der Spielgemeinschaft mit Osterwald gespielt. Dort habe ich jahrelang zusammen mit meinen Freunden gespielt. Irgendwann kam dann der erste Schritt Richtung Herrenbereich. Man bekommt vorher natürlich viel mit von der ersten Herren und hört die Geschichten von den Vereinslegenden wie Uwe Kaller. Da viele Freunde aus der damaligen A-Jugend ebenfalls mit mir zusammen in die erste Herren gegangen sind, war es wie ein Umbruch und wir wollten einfach zusammen Fußball spielen und Spaß haben. Es ist bis heute so, dass wir uns als Mannschaft auf und neben dem Platz bestens verstehen und das ist für mich der entscheidende Punkt. Nach dem Training wird auch gerne mal der Disco-Donnerstag eingeläutet mit Nebelmaschine und Lichtorgel in der Kabine, an dem dann selbst die verletzten Spieler nach Wunderheilung teilnehmen. Außerdem machen der Verein und die Sparte Fußball um 'Mister Osterwald', alias Sebastian Decker, und die zahlreichen anderen Leute sehr gute Arbeit, was den Verein ebenfalls auszeichnet. Am Ende bleibt nur noch zu sagen: Osterwald ist einfach das geilste Dorf im Landkreis (charmantes Augenzwinkern).“

Wie sieht bei Dir ein klassischer Spieltag aus?
„Die Vorbereitung auf das Spiel sieht bei mir immer recht ähnlich aus. Wenn wir sonntags spielen, dann mache ich bis zum Treffen meistens nicht mehr wirklich viel, weil ich nach dem Aufstehen eigentlich nur noch Fußball im Kopf habe. Wenn ich dann gegen Mittag gegessen habe, dann klären wir untereinander, wer heute fährt und dann werden auch schon die OSV-Sachen angezogen. Beim Treffen wird dann vielleicht nochmal eine Geschichte vom Wochenende ausgepackt, aber wenn wir uns umziehen, konzentrieren wir uns auf den Fußball und hören oft noch in der Kabine Musik. Nach dem Spiel ist es natürlich wichtig, dass nicht jeder gleich nach Hause geht. Je nach Stimmung wird ein Spieltag dann häufig mit einem Spruch und einer Kiste abgerundet. Wenn wir gegen Mannschaften wie Salzhemmendorf spielen, dann trinken wir auch gerne zusammen mit unserem Gegner ein, zwei entspannte Kaltgetränke.“

Weshalb gewinnt der Amateursport für Dich gegen den Profisport?
„Ich glaube meine Antwort auf die Frage kann man sich jetzt schon denken. Für mich gewinnt der Amateursport, weil ich selbst aktiv bin und ich viele schöne Erinnerungen und Momente bis jetzt gesammelt habe. Ich gucke mir auch gerne Fußballspiele in der Region an. Dort kennt man viele Spieler und auf dem Platz sieht man noch echte Emotionen und Leute, die leidenschaftlich für ihren Verein kämpfen. Dabei spielt in den meisten Fällen Geld überhaupt keine Rolle und die Leute spielen einfach aus der Liebe zum Fußball. Im Profisport spielt die Kommerzialisierung eine immer größer werdende Rolle, wodurch sich viele Leute nicht mehr mit ihrem Verein und den Entscheidungen identifizieren können. Das ist im Amateurbereich dann eben anders…“
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