17.06.2022 08:59

Rudern - Bundesliga


Am Samstag startet Ruder-Bundesliga - Saison-Interview

„Die 18 Männerachter werdend sicher für viele spannende Rennen sorgen"

Der RBL-Achter des RV Weser Hameln. Foto: RV Weser Hameln.
Nach zwei Jahren ohne Ruder-Bundesliga-Rennen freut sich die Hamelner RBL-Mannschaft auf eine gut besetzte 1. Liga der Männer. Wenngleich die Vorbereitung und Voraussetzungen für den Saisonstart vielleicht aktuell nicht gerade optimal sind, sieht Trainer Christian Wellhausen durchaus Chancen „das Mittelfeld“ aufzumischen, wie sich im Gespräch mit Pressesprecher Florian Höltje herausstellt.

Vorab, aber der Blick auf Termine und Kaderaufstellung für die Saison 2022. Auf Fans, Sportbegeisterte und die Mannschaften warten erneut fünf spannende Renntage an attraktiven Sportstätten. Veranstalter für diese Saison sind für den Auftakt Kassel (18.06.), Berlin Tegel (16.07.), Minden (06.08.), Krefeld (03.09.) und für das Finale die Hamburger Binnenalster (17.09.).Für die Renntage kann Wellhausen erneut auf den Hamelner, über Deutschland verteilten, RBL-Stammkader zurückgreifen. Zu diesem zählen neben Thore Wessel, Florian Wissel, Emre Tas, Maximilian Gümpel, Roelof Bakker, Eric Edler, Till Garbe, Nick Armgardt, Ronald Bakker, Eike Brockmann, Fabian Schönhütte, Niklas Hölscher, Christopher Winnefeld, Jonas Kell, Lars Wessel, Nils Hawranke, die Frauen an den Steuerseilen Julia Klemm, Mareike Adomat und Merle Wessel.

Interview durchgeführt von: RV Weser-Pressesprecher Florian Höltje


Christian, hol uns doch einmal ab und dann direkt zu Beginn die erste und wichtigste Frage zum Saisonstart: wie lief die Vorbereitung? Sind alle fit, bereit und heiß auf die Saison?
Christian Wellhausen: „Traditionell ist das Ostertrainingslager der Termin, der mir zeigt, wie es konditionell und technisch um die Mannschaft steht. Im Anschluss haben wir meist noch ein paar Trainingswochenenden bis zum Saisonstart, die dazu dienen nach zu justieren und gezielte Trainingsakzente für den Saisonstart zu setzen. Das war dieses Jahr anders.“

Inwiefern, anders?
„Im Ostertrainingslager haben, oder besser mussten, wir sieben Einheiten auf dem Wasser in ganz unterschiedlichen Besetzungen fahren. Da lag der Fokus nach zwei Jahren Pandemie ohne Ruder-Bundesliga, aber mit normalen Regatten und DSM in Kleinbooten, erstmal primär darauf wieder die gemeinsame Auffassung vom Rudern zu finden. Im Kleinboot z.B. machen wir im Doppelzweiter und Doppelvierer hinten keine Pause. Im Achter mussten wir das Ostern dann erstmal wieder anpassen. Das ist definitiv gelungen.“

Und nach der Anpassung konntest du dann, wie gewohnt, die Wochenenden im Anschluss nutzen, die so wichtigen Feinjustierungen vorzunehmen?
„Im Gegenteil, alle geplanten Wassereinheiten nach dem Trainingslager zu Ostern mussten bis auf ein Wochenende allesamt ausfallen. Die eine oder andere Hochzeit können wir mit unserem Kader noch abfedern, allerdings hat uns die Kombination aus drei aufeinander folgenden Hochzeiten mit diversen Covid-Infektionen einen dicken Strich durch die Trainingsplanung und somit auch die Vorbereitung in Summe gemacht. Insgesamt kann man sagen: so unvorbereitet, gemessen an der Menge der gemeinsamen Ruderkilometer, wie in diesem Jahr mussten wir nie in eine Bundesliga-Saison gehen. Glücklicherweise sind nun aber, bis auf zwei Infektionen, alle durchgestanden.“

Das klingt herausfordernd. Wie schätzt du denn insgesamt Fitness und Verfassung der Mannschaft ein?
„Selbst wenn wir nicht so viel gemeinsame Trainingskilometer sammeln konnten: Rudern an sich können ja alle. Körperlich stehen wir aber besser da als je zuvor. Das Mannschaftsgewicht liegt locker über 90 kg Muskelmasse bei sehr wenig Fett. Der eine oder andere ist fit wie ein Turnschuh, wenngleich hier oder da sich noch die lange Wasserpause bemerkbar macht. Verlass ist auch nach Jahren noch auf unsere beiden schwergewichtigen Modelathleten Florian Wissel und Fabian Schönhütte. Sie sind noch immer eine Macht auf dem Ergo und somit im Achter nicht zu ersetzen.“

Das hört sich doch deutlich besser an. Welche Platzierung rechnest du dir für den Saisonauftakt in Kassel aus?
„In Kassel ist die Herausforderung, dass wir aufgrund der Corona-Infektionen nur mit drei Backborder plus Thore mit gebrochenem Zeh anreisen. Hier haben wir keine Wechselmöglichkeiten. Bei 30 Grad und fünf Rennen ist es gut möglich, dass im Laufe des Renntags die Geschwindigkeit im Endspurt nachlässt. Zudem werden wir mit Maxi und Emre auf Schlag fahren, während Niklas und Roelof im Bug sitzen, um das Boot in der Freilaufphase zu kontrollieren und zu stellen. Eine Konstellation aus dem Ostertrainingslager, die gut funktioniert hat. Da sehe ich uns im Mittelfeld, wenn uns die Temperaturen nicht niederzwingen sollten. Damals in 2013 sind wir in Kassel faktisch aus der 1. Liga in die 2. Liga abgestiegen. Hier haben wir dementsprechend noch etwas  gut zu machen.“

Kurzer Ausblick zum Abschluss: Wo steht Hameln am Saisonende?
„Die 18 Männerachter werdend sicher für viele spannende Rennen sorgen, allerdings gibt es aber auch dort eine große Leistungsbreite. Sollten wir es schaffen mehr zusammen zu trainieren, können wir sicherlich im Laufe der Saison auch für die eine oder andere Überraschung sorgen und weiter nach vorne fahren. Insgesamt sehe ich uns auch hier im Mittelfeld. Nach über 24 Monaten ohne Bundesligarennen freuen sich alle auf die Saison.“
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