10.06.2022 08:47

Meldung


Das Jubiläum – 50 Jahre Basketball beim VfL Hameln

Sogar aus den USA reisen Ehemalige an: Kein Weg ist zu weit für ihre unvergessliche Zeit beim VfL Hameln

50 Jahre Hamelner Basketball-Geschichte auf einem Bild. Foto: privat.
Nach Monaten der Vorfreude und Vorbereitung war es am Pfingstfreitag endlich soweit. Das Jubiläumswochenende startete mit einem öffentlichen Training in der Halle Nord. Bereits eine halbe Stunde vorher trafen die ersten ehemaligen Basketballer ein und waren gespannt, wen sie bereits am Abend vor dem Turnier so antreffen würden. Einer der ersten Neugierigen war Carsten Reblin (Jahrgang 1969), der 2015 noch an der Deutschen Meisterschaft (Ü45) teilgenommen hatte und im entsprechenden Outfit erschien. VfL-Urgestein Lothar Zobel, der als Spieler, Schiedsrichter und in der sportlichen Leitung die Abteilung über Jahre hinweg mitprägte, verfolgte das Training bei ersten Gesprächen mit weiteren Zuschauern von der Tribüne aus.

Unter der Leitung von Cheftrainer Tobias Jung nahmen zirka 25 Herren und Tabea Dahn als einzige Dame am Training teil. Pünktlich um 20 Uhr wurde dieses nach einem Abschlussspiel beendet. Während der Trainingseinheit wurde das Foyer bereits für den nächsten Tag dekoriert und Getränke kaltgestellt, bevor auch das Aufbauteam gegen 23 Uhr diesen Tag beendete.


Boris Bonhagen (Jahrgang 1983) unterschreibt auf dem golden Ball. Foto: privat.
Am Pfingstsamstag trafen die ersten HelferInnen um 8:30 Uhr an der Halle Nord ein, um alles für die Feierlichkeiten herzurichten. Spieler der Ersten Herren, ihre Frauen und Freundinnen und weitere freiwillige HelferInnen packten an und bauten vor der Halle mehrere Korbanlagen, eine Bobbycar-Rennstrecke, eine Grillstation und Holzbänke mit Tischen auf. „Es war schön zu sehen, wie alle gemeinsam angepackten und den Platz vor der Halle in eine große Verweil- und Mitmachzone verwandelt haben“, freute sich Tobias Jung. Später stellte sich heraus, dass bei den kleinen BesucherInnen neben der Basketball-Skillz-Challenge vor allem die Klebetattoos super ankamen und sicherlich einige Hamelner Badewannen später verziert wurden. Auch die von Andreas Hedemann organisierte Ballwurfmaschine war tagsüber, aber auch bei der Party in der Sumpfblume bis spät in die Nacht hinein hoch frequentiert.


Ab 9:30 Uhr trudelten dann die ersten ehemaligen und aktuellen Spieler ein, die am Generationenturnier teilnehmen wollten. „Wir haben 2021 schnell reagiert und nach einem geeigneten Wochenende gesucht. In der WhatsApp-Gruppe ´Unser Heinrich´ war allen schnell klar, dass es ein Treffen geben wird, sobald die Coronaregelungen dies wieder zulassen“, so Turnierleiter Zans Lutter, der auch für die Hauptorganisation des gesamten Wochenendes maßgeblich mitverantwortlich war.


Erinnerungen an den Vater des Hamelner Basketballs: Heinrich Lassel. Foto: privat.
Ab 10:00 Uhr wuchs die Anzahl an ehemaligen VfL-SpielerInnen an der Halle Nord rasant an und überall sah man große Wiedersehensfreude und strahlende Gesichter. Ehemalige Mannschaftskameraden fielen sich in die Arme, lachten und warfen sich längst abgelegte Spitznamen um die Ohren. „Diese ersten Momente waren unfassbar schön. Die Freude war allen direkt ins Gesicht geschrieben und es wurde viel gelacht. In diesen Augenblicken war mir klar, dass sich der ganze Aufwand bereits gelohnt hat. Als Max bei bestem Sonnenschein dann auch noch grinsend auf mich zuschlenderte und rief: ,Ey Coach was ist hier los?‘, da hatte ich meinen ganz persönlichen Glücksmoment und wusste, dass der Tag einfach nur gut werden wird“, so Nicu Lassel. Max Rosenberg und viele weitere talentierte Spieler aus dem Jahrgang 1982/83 wurden von Heinrich Lassel entdeckt und in der Minimannschaft trainiert, bis er diese Gruppe an seinen Sohn übergab. „Ich habe diese Jungs acht Jahre lang trainiert und am Ende wurden wir sogar U20-Bezirksmeister. In dieser Zeit wurden aus Minispielern junge Männer und nun sind diese selbstsichere Persönlichkeiten, die mit beiden Beinen im Leben stehen und viele wichtige Werte an die nächste Generation weitergeben. Das ist das Wichtigste“, freut sich Nicu Lassel rückblickend.

Fünf von acht Minis der ersten Stunde waren anwesend. Foto: privat.
Aber auch den Minis der ersten Stunde aus dem Jahr 1973 war kein Weg zu weit und so erschienen fünf dieser acht Spieler zum Geburtstag der Basketballabteilung. Dabei hatten Jens-Peter Schneider (Freiburg), Klaus Scheunpflug (Kiel) und Martin Magers (Olpe) die längsten Anreisen. Gemeinsam mit Michael Nolte und Andreas Hedemann wurde dann selbstverständlich ein gemeinsames Foto gemacht. Bereits in der Saison 1974/75 präsentierten diese Spieler vor der Kamera stolz ihre Urkunde von der ersten gewonnenen Bezirksmeisterschaft – damals noch in der alten Halle Nord.

Die längste Anreise hatte allerdings Frank Rösemeier (Mini 1975), der mit seinem Sohn aus Orlando (Florida) einflog und sich das Wochenende wie so viele andere ganz fett im Kalender angestrichen und freigehalten hatte. Mit fünf anderen ehemaligen Bundesligaspielern, die der VfL hervorgebracht hatte, wurde ein All-Star-Game gegen die aktuelle Herrenmannschaft des VfL gespielt, das den rund 200 Zuschauern kurzweilige Unterhaltung bot.


Ehemalige Spieler, die angereist sind. Frage: Wer war Trainer und oder Schiedsrichter für den VfL? Foto: privat.
Zuvor zeigten Mädchen und Jungen aus der aktuellen U10/12 einige Übungen aus ihrem Trainingsprogramm und spielten anschließend vor ihrer bisher größten Kulisse ein Trainingsspiel. Die Jugendtrainer Paul Sewald, Mena Geese und Mika Petruschin freuten sich nicht nur über den gelungenen Auftritt, sondern auch über einen neuen Satz Trikots, den der VfL-Vorstand den Basketballern als Geburtstagsgeschenk mitgebracht hat. Gerhard Schramm und Uwe Petersen aus dem Vorstand lobten dabei ausdrücklich nicht nur die Arbeit von Heinrich Lassel für die Basketballabteilung, sondern auch seinen enormen Einsatz für den gesamten VfL Hameln.

Höhepunkt des Tages war eine Feierstunde in der Mitte der Halle, zu der sich alle Ehemaligen, Aktiven, Helfer und Förderer der Abteilung auf dem Spielfeld versammelten. Abteilungsleiter Nicu Lassel rief die Basketballfamilien gruppenweise nach vorne und würdigte ihren Einsatz für die Abteilung. Gerne übergab er das Mikrofon an Mitglieder, die ihre ganz persönliche Geschichte in der Abteilung und mit Heinrich erzählen sollten.


Hamelns „Arbeitskleidung" aus vergangenen Jahrzehnten.
„Beeindruckend war die Anzahl von SchiedsrichterInnen und TrainerInnen aus dem Kreise der Ehemaligen, die in all den Jahren für den VfL im Einsatz waren“, so Reinhard Lohne (Kassenwart des Förderkreises Jugendbasketball im VfL Hameln e. V.) und ergänzt dazu: „Aber auch nur so funktioniert eine Abteilung. Ich freue mich, dass Nicu nun Gleichgesinnte zusammenbringt, um die Herausforderungen der Zukunft im Team gemeinsam anzugehen.“ Der neue Abteilungsleiter hatte zuvor die Ehemaligen abgefragt, welche Rolle sie einst im Verein bekleidet hatten. Viele von Heinrichs SpielerInnen waren sowohl SchiedsrichterIn als auch TrainerIn. „Dies verdeutlicht noch einmal die Verbundenheit mit ihrer Abteilung, die bei den meisten bis heute anhält“, so Lassel.

Vor der ersten Gruppe von Ehemaligen an diesem Nachmittag bat Nicu Lassel seine Mutter Margret nach vorne und dankte ihr im Namen aller BasketballerInnen für ihre Nachsicht und die viele Zeit, die Heinrich in der Halle verbringen konnte, um Gutes zu tun. „Auch wenn mein Papa so unfassbar viel bewegt hat, konnte aber auch er nur an einem Ort gleichzeitig sein. Wir alle sind nicht nur Heinrich, sondern auch Maggy zu großem Dank verpflichtet.“


Der Nachwuchs in Aktion. Foto: privat.
Zum Abschluss des offiziellen Teils holte Lassel Junior seinen ehemaligen Trainer Reinhold Faas an das Mikrofon. Faas kam 1985 als Trainer in die Abteilung und brachte enormes Fachwissen mit, von dem Jugendmannschaften, einzelne Spieler und auch die erste Herrenmannschaft stark profitierten. Die Teilnahme an der Norddeutschen Meisterschaft der B-Jugend unter der Leitung von Reinhold Faas war und ist der größte Erfolg einer Nachwuchsmannschaft im VfL-Dress. „Da war natürlich viel Drill dabei, den auch ich später erfahren habe. Aber geschadet hat es uns nicht und Erfolg kommt auch nicht von ungefähr“, so Lassel.

„Ich erinnere mich sehr gut an meine ersten Schritte als Trainer. Da war ich gerade einmal 16 Jahre alt und mein Papa übergab mir diese sehr talentierte Minimannschaft. Ich wollte die Tradition der guten Jugendarbeit mit gut ausgebildeten Spielern beim VfL fortsetzen und hatte gleichzeitig diese Klatschen gegen den TK Hannover und andere Vereine aus meiner eigenen Jugend im Hinterkopf. Wie sollte man gegen diese großen Traditionsvereine nur erfolgreich sein. Reinhold hat mir damals einen Rat mit auf den Weg gegeben, den ich nie vergessen werde und der sich zudem bewahrweitet hat: 'Nicu, es ist total egal was die anderen in den anderen Vereinen machen, entscheidend ist, was du hier mit deinen Jungs in der Halle in Hameln machst'“, erinnert sich Nicu Lassel gerne an seine Erfolge als Coach zurück.


Alle ehemaligen VfLer, die es in die erste und oder zweite Bundesliga geschafft haben. Foto: privat.
In der Sumpfblume gab es um 19:30 Uhr den letzten Jump des Tages. Livemusik von den Hamelner Bands BBstars und DeLücks brachte die Basketballcommunity in Stimmung, bevor der DJ den Nachwuchs bis früh morgens mit Beats versorgte. Die Sumpfblume ist ein soziokulturelles Zentrum in Hameln, das 1979 gegründet wurde. Generationen von BasketballerInnen wurden unabhängig vom Standort von der Sumpfblume in ihren Bann gezogen. „Ich habe im Dezember 2021 mit Marius Bohl vom Sumpfeteam das Pfingstwochenende für uns reserviert. Damals im Lockdown wollte niemand den Sumpf buchen, aber wir hatten eine Vision. Er war sofort begeistert und half uns beim Ticketing und der Security. Mit Kokab habe ich sogar meine Wunsch-Security bekommen, denn der Geschäftsführer Ismail hatte wie viele andere Hamelner Sportunterricht bei meinem Dad und gab zu: 'Wir waren jung und echt fit, aber Heinrich hat uns im Sportunterricht konditionell die Grenzen aufgezeigt.'“

„Besser kann sich der Kreis nicht schließen. Es zeigt sich, dass das Leben in einer Kleinstadt viele Netzwerke hervorbringt, auch wenn das einem nicht immer sofort bewusst ist. Große Vereine haben viele große Erfolge, aber wer wechselt bei der Erfolgsgeschichte unseres Hamelner Vereins und aller motivierenden Rivalität schon zum Turn Klubb zu Hannover“, lacht Lassel. Auf die nächsten 50 Jahre.
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