26.07.2010 23:09

„Man kann mit jung und alt zusammenspielen!“

Helmut Niehoff erklärt die Faszination des Boule-Sports
Helmut Niehoff Bouletown Rats Hameln Boule AWesA
Helmut Niehoff vor der Boule-Anlage seines Vereins.
Helmut Niehoff ist Vorsitzender des „1. Hamelner Boule-Clubs Bouletown Rats von 2005 e. V.”. Der 60 Mitglieder zählende Verein ist Mitglied im Niedersächsischen Petanque Verband (NPV). Wir sprachen mit Niehoff über den Boom des Boule-Sports in Deutschland, seinen Verein und den Unterschied zum Botcha.

AWesA: Helmut Niehoff, wie ist die Idee entstanden, in Hameln einen Boule-Verein ins Leben zu rufen?
Niehoff: „Es ist damit entstanden, dass 2004 Stadtmeisterschaft im Boule stattgefunden hat. Als die dann zu Ende war, haben wir sozusagen ‚Blut geleckt’. Wir haben mit einem kleinen Kreis einen Boule-Treff gegründet, ähnlich einem Lauftreff in der Leichtathletik. Während dieses Boule-Treffs ist dann die Idee entstanden, einen Verein zu gründen.“

AWesA: Wie viele Mitglieder haben die Bouletown Rats?
Niehoff: „Unser Verein hat 60 Mitglieder. Die kommen aus Hameln und dem Umland, aus Bodenwerder oder Hessisch Oldendorf – also aus dem Hamelner Umkreis. Die Alterstruktur ist bei uns schon sehr hoch. Sie liegt etwa bei 50 Jahren aufwärts. Wir haben aber auch jüngere Mitglieder.“

AWesA: Gibt es in und um Hameln eine Konkurrenz an Boule-Vereinen?
Niehoff: „Ja, die gibt es. Der TSC Fischbeck hat eine Boule-Sparte. Der TC Hameln will in der nächsten Saison auch an den Ligaspielen teilnehmen.“

AWesA: Ihr Verein nimmt auch an offiziellen Meisterschaften teil. Mit welchem Erfolg?
Niehoff: „Wir haben uns bereits im Gründungsjahr 2005 für den Ligabetrieb angemeldet und sind dort 2006 voll eingestiegen. Das ist eine Liga, die Sie sich ähnlich wie beim Fußball vorstellen müssen. Man kann auch an Landesmeisterschaften und Ranglistenturnieren teilnehmen. Dafür benötigt man eine Lizenz. Die Teilnahme-Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in einem Verein, der dem NPV angeschlossen ist. Die Landesmeisterschaft geht nicht wie in anderen Sportarten über eine ganze Saison, sondern findet an einem Tag statt. Die Erfolge haben sich Schritt für Schritt eingestellt. Ilse Rehberg, Margot Tramm und Geneviève Heinz sind jüngst Damen-Landesmeister in Hameln geworden. Zudem haben wir den dritten und vierten Platz belegt. Das war ein großer Erfolg. Bei den anschließenden Deutschen Meisterschaften im bayrischen Straubing haben die Drittplatzierten den 17. Platz von 64 Teilnehmern belegt.“

AWesA: Wie erklären Sie sich den Boule-Boum in Deutschland?
Niehoff: „Man kann mit jung und alt zusammenspielen. Das macht den Reiz beim Boule aus. Es ist auch egal, wie fit man ist. Es ist keine großartige Kondition erforderlich, außer dass man hin und wieder länger stehen muss, weil Spiele manchmal ganz schön lange dauern können. Man muss damit rechnen, dass ein Spiel auch einmal zwei Stunden dauert, es kann aber auch schon nach zehn Minuten vorbei sein.“

AWesA: Jede Sportart hat Aushängeschilder. Beim Boule haben viele Konrad Adenauer vor Augen, der im Italien-Urlaub leidenschaftlich gern die Kugeln geworfen hat…
Niehoff: „Der hat Botcha gespielt. Boule ist der Überbegriff. Wir spielen Petanque. Es gibt auch Boule Provence, das mit Anlauf gespielt wird. Boule Lyonnaise findet auf eingefassten Bahnen statt. Beim Botcha spielt man mit Holzkugeln. Das kommt ursprünglich aus Italien. Petanque ist am weitesten verbreitet. Man muss beim Wurf mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Insgesamt werden diese verschiedenen Varianten unter dem Gesamtbegriff Boule zusammengefasst.“

AWesA: Gibt es im Boule-Sport sportliche Aushängeschilder?
Niehoff: „Bekanntester Spieler ist momentan Jan Ganer. Er ist mehrfacher Deutscher Meister und spielt für VFPS Osterholz. Das liegt bei Bremen. An der Spitze findet man viele Studenten.“

AWesA: Was steht in nächster Zeit beim den Bouletown Rats an?
Niehoff: „Jeden ersten Samstag im Monat haben wir unseren Boule-Treff im Bürgergarten – auch bei Regen und Schnee. Außer am dritten Oktober, weil dies ein Feiertag ist. Am Winter veranstalten wir zum fünften Mal unsere Winter-Serie. Die beginnt Ende Oktober, endet im März und wird an zehn Sonntagen ausgetragen. Aus den ersten neun Spieltagen werden die fünf besten Ergebnisse der jeweiligen Teilnehmer zusammengerechnet. Die 16 Besten werfen am zehnten Spieltag den Sieger aus.“

AWesA: Helmut Niehoff, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen und den Bouletown Rats weiterhin viel Erfolg!
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