26.07.2010 23:00

„Ein Trainings- und Tanzzentrum in Hameln wäre mein Traum“

Interview der Woche mit Rüdiger Krückeberg, dem Pressesprecher der Rockin´ Rats
Ruediger Krueckeberg Rockn Rats Tanzen Rockn Roll Hameln AWesA
Deutscher Meister, Europameister, Vize-Weltmeister! Die Rockin’ Rats haben auf der ganzen Welt von sich reden gemacht. Im Interview der Woche sprachen wir mit dem Pressesprecher, Sportwart und Cheftrainer des rund 200 Mitglieder zählenden Vereins, Rüdiger Krückeberg, über den Tanzsport, Höchstleistungen und Zukunftsträume.

AWesA: Seit 20 Jahren gibt es die Rockin’ Rats in Hameln. Was sind Deine Aufgaben in dem Verein?
Rüdiger Krückeberg: „Ich bin Sportwart, Pressesprecher und Trainer beziehungsweise Koordinator für die ganzen Einsatzpläne der Tanzgruppen.“

AWesA: Euer Verein besteht aus verschiedenen Sparten. Die Master Rats sind das Aushängeschild, aber auch die Kleinsten tanzen bei den Rockin’ Rats. Gibt es von Eurem Tanzangebot her große Unterschiede?
Krückeberg: „Von der Tanzakrobatik und den Choreographien sind die Master Rats das höchste, was es im Moment gibt. Die unteren Gruppen darf man aber nicht unterbewerten. Im Jugendbereich wird die Grundbasic gelernt. Das heißt: Grundschritte und Grundtechniken – wie es in anderen Sportarten auch ist. Du führst die jungen Leute langsam an die schwierigen Tanzfiguren heran. Ab einem gewissen Alter dürfen sie auch Akrobatik lernen. Sie sind in ihren Kategorien, in denen sie schon jetzt national und international starten können, ganz gut. Aber es ist noch kein Rock’n Roll, wie ihn der Zuschauer im herkömmlichen Sinne kennt.“

AWesA: Beim Rock’n Roll fliegen die Mädels hoch durch die Luft und werden von den männlichen Tänzern wieder aufgefangen. Gibt es da nicht regelmäßig Unfälle?
Krückeberg: „Die meisten Verletzungen passieren in der Aufwärmphase, beim Ballspielen. Beim Fangen passiert eigentlich nichts. Klar hatten wir schon einmal Bänderrisse. Es ist von der Versicherungsseite her ein sehr hoch eingeschätzter Risikosport, aber die Verletzungen entstehen in der Regel in der Aufwärmphase oder wenn jemand zu Hause umknickt und die Bänder reißen. Da haben wir momentan ziemlich viele.“

AWesA: Ihr habt viele unterschiedliche Tanzgruppen in Eurem Verein. Tanzen die alle Rock’n Roll?
Krückeberg: „Rockin’ Rats bedeutete ja normalerweise die rockenden Ratten. Im unteren Bereich sind es fast alles Damenformationen oder Mädchengruppen. Ab und zu verliert sich da auch einmal ein Herr, der dann von den Trainern liebend gern aufgebaut und in die höheren Gruppen eingeplant wird, wenn es altersmäßig passt.“

AWesA: Nach unten und oben gibt es aber keine Altersbegrenzung?
Krückeberg: „Nach unten könnten wir normalerweise mit vier Jahren anfangen. Unsere Anfänger sind meistens sechs, sieben Jahre alt. Viele Mädels kommen aus dem Bereich Ballett. “

AWesA: Wie oft wird bei den Rockin’ Rats trainiert?
Krückeberg: „Die Master Rats trainieren jetzt in der Vorbereitungszeit drei Mal in der Woche. Das ist das ganz normale Training. Der Trainer, Uwe Filla, hat ein neues Trainingskonzept aufgestellt. Manche müssen dann auch vier oder fünf Mal wöchentlich trainieren. Das ist wirklich eine Leistungsmannschaft. Die danach folgenden Gruppen, die Schüler und Junioren und die reine Damenformation, haben auch drei Mal in der Woche Training.“

AWesA: Welche Erfolge würdest Du, rückblickend auf die letzten 20 Jahre, besonders hervorheben?
Krückeberg: „Seit 2005 sind wir Europameister. 2007 haben wir in Hameln die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Vize-Weltmeister waren wir schon ein paar Mal und auch Dritter der Weltmeisterschaften.“

AWesA: Welche Länder sind im Bereich Rock’n Roll weltweit führend?
Krückeberg: „Also formationsbedingt in den letzten 20 Jahren auf jeden Fall Deutschland. Ab und zu natürlich auch einmal mit einem Einbruch, ganz klar. Im Einzelpaarbereich sind es oft Frankreich und Italien. In den letzten acht bis zehn Jahren sind die ehemaligen GUS-Staaten dazugekommen, die über hervorragende sportakrobatische Fähigkeiten verfügen.“

AWesA: Im nächsten Jahr finden in der Rattenfängerhalle wieder die Deutschen Meisterschaften statt. Was sind Eure Ziele in eigener Halle?
Krückeberg: „Am 03. Oktober. Das ist ein Samstag am Tag der Deutschen Einheit. Titel wollen wir auf jeden Fall einen erreichen. Wir haben Möglichkeiten in drei, vielleicht sogar vier Kategorien, zu starten. Einen Titel sollten wir dabei auf jeden Fall bekommen. Es hängt natürlich davon ab, ob unser choreographisches Konzept, das wir momentan aufbauen, bei den Wertungsrichtern ankommt. Beim Fußball weißt Du, dass du gewonnen hast, wenn  du ein Tor mehr geschossen hast. Wir können zwar eine super Präsentation ohne Fehler abliefern. Das muss aber den Wertungsrichtern gefallen.“

AWesA: Was sind denn Deine Träume für die Zukunft im Bereich Rocki’ Rats?
Krückeberg: „Dass wir in den nächsten Jahren hier in Hameln nicht nur bekannt werden, sondern, sondern auch ein Trainings- oder Tanzzentrum im Raum Hameln-Pyrmont hätten. Es gibt in Braunschweig einen Leistungsstützpunkt vom Deutschen Tanzsportverband. Man könnte ein bisschen mehr aus der Region machen. Das wäre ein Traum von mir persönlich.“

AWesA: Was benötigt man denn, um diesen Traum umsetzen zu können?
Krückeberg: „Normalerweise braucht man nur richtig große Räumlichkeiten mit Parkettfußboden, Musikanlagen und eine Spiegelfläche ringsherum. Und die Trainer natürlich. Aber die lassen sich finden.“

AWesA: Rüdiger Krückeberg, wir danken Dir für das Gespräch und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg.
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