07.07.2023 09:12

Interview


„Gänsehaut, zu sehen, dass so viel Zusammenhalt in der Not herrscht!“

SG Thal/Holzhausen-Trainer Eldar Zahirovic im Aufstiegsinterview
Eldar Zahirovic Trainer SG Thal Holzhausen Fussball Kreisklasse Kopfbild
Trainer Eldar Zahirovic feierte mit der SG Thal/Holzhausen im ersten Jahr seit Gründung den Kreisliga-Aufstieg.
Im Jahr 2022 begann für Rot-Weiß Thal und Inter Holzhausen mit dem Zusammenschluss in einer Spielgemeinschaft eine neue Zeitrechnung. Mit gebündelten Kräften wollten beide Vereine nicht nur eine valide Alternative zum FC Bad Pyrmont Hagen schaffen, sondern auch sportlich wieder konkurrenzfähig werden im Landkreis. Und der Plan ging im ersten SG-Jahr voll auf. Nachdem RW Thal 2022 aus der Kreisliga abgestiegen war, gelang mit Trainer Eldar Zahirovic der direkte Wiederaufstieg ins Kreisoberhaus - wenn auch „nur" als Vizemeister. Anlässlich des Aufschwungs haben wir uns mit Zahirovic unterhalten.

Bereits im ersten Jahr nach Gründung der SG Thal/Holzhausen ist Euch die Rückkehr in die Kreisliga gelungen. Warum ist aus den beiden Fußballabteilungen so schnell eine Einheit zusammengewachsen?
Eldar Zahirovic: „Es war echt ein harter und nicht einfacher Weg, aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Es ist so schnell zusammengewachsen, weil sich diejenigen auch sehr gut kennen und alle davon überzeugt waren, diesen Weg zu gehen.“

Obwohl Ihr mit 104 Treffern die meisten Tore der Liga geschossen habt, gibt es in Deiner Mannschaft keinen „Überstürmer“, der alleine vorangegangen ist. Vielmehr sind die Tore auf viele Schultern verteilt. Welche taktischen Maßnahmen hast Du ergriffen, um Euch möglichst unvorhersehbar zu machen?
„Ich hatte und habe immer schon die Meinung das in einem Team der Zusammenhalt zählt und das auch auf dem Platz. Die Jungs haben unsere Taktik hervorragend umgesetzt und jeder war für jeden da. Ich glaube auch, dass ich mittlerweile für mein schnelles Offensivspiel bekannt bin. Es zählt nie, wer das Tor macht, sondern wie das Tor fällt. Ein Vorteil war, dass wir mit dieser SG ein gutes Potential auf allen Positionen hatten und eine sehr gute Mischung zwischen alt und jung.“
Mit Emrah Kelesabdioglu, Niko Keuneke, Mohamad Sufyan und Markus Nickel haben Euch zum Saisonende mitunter wichtige Spieler verlassen. Wie fangt Ihr diese Ausfälle auf?
„Ach, ich bin ganz positiv gestimmt, aber muss auch sagen, dass alle drei sehr wichtig für unsere Mission waren. Wie jeder weiß, ist der 30. Juni der Stichtag und wer am 04. Juli beim Training ist, mit dem kann ich planen. Emrah geht zurück zu seinen Jungs nach Pyrmont, was wir sehr gut verstehen können und wünschen ihm auch alles alles Gute! Niko geht nach Lügde, was ich ganz ehrlich nicht so richtig verstehen kann, aber er hat diesen Weg für sich gewählt. Niko hatte keiner vor einem Jahr auf dem Radar und so ein talentierter Spieler verlässt uns leider. Wäre es eine höherklassige Mannschaft, würde ich es verstehen. Aber so ist das Fußballgeschäft nunmal. Bin nur gespannt, ob die versprochenen Dinge auch realisiert werden können. Er ist bei uns immer herzlich willkommen. Sufyan wird immer ein Teil dieser Mannschaft bleiben. Ohne seine Energie wären wir jetzt nicht da, wo wir sind. Er ist ein Leadern vorm Herrn. Ohne Markus hätte ich das niemals umsetzen können und bin auch froh, dass er uns auf der Vorstandsebene erhalten bleibt.
Ich bin kein Freund von der großartigen Präsentation von neuen Spielern und irgendwelchen Geschichten, die veröffentlicht werden und fraglich sind. Wir machen unsere Hausaufgaben, das ist wichtig. Gut ist, dass wir auch eine Zweite haben, bei der sich auch verletzte Spieler wieder zurück in die Erste spielen können. In jeder meiner Vorbereitungen haben alle die gleichen Chancen!

Erst kürzlich hat die SG Thal/Holzhausen beim Naturunglück, der Schlammlawine in Thal, großen Zusammenhalt bewiesen. Wie hast Du das Ganze persönlich wahrgenommen?
„Es war einfach Gänsehaut, zu sehen, dass so viel Zusammenhalt in der Not herrscht! Dafür auch nochmal danke an alle Beteiligten!“

Abschließend: Was war Dein persönliches Saison-Highlight?
„Das Trainingslager in Barsinghausen war einfach unschlagbar und hat das Team geformt. 27 Mann, die sich nochmal eingeschworen haben! Ganz nach meinem Motto: Erfolg ist kein Glück.“ 
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 0176 - 6217 6014
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