05.09.2014 22:03

Testspiele


96-Held heißt Karaman - und Tündern fehlen zehn Minuten!

Bundesligist besiegt „Schwalben“ mit 8:0 / Zuschauerresonanz enttäuscht Leonhart
Jan Schlaufdraff Hannover 96 Tim Piontek HSC BW Tuendern AWesA
Tünderns Kapitän Tim Piontek kann den Abschluss von Jan Schlaudraff (Hannover 96) nicht verhindern.

HSC BW Tündern – Hannover 96 0:8 (0:3).

Man ersetze Targobank durch VGH, Andrea Kaiser durch Rolf Töpperwien und Werder Bremen durch Hannover 96 - heraus kommt: Eine erstligareife Neuauflage des Spektakels von vor rund neun Wochen. Auch dieses Mal gastierte ein Bundesligateam im Weserberglandstadion. Und auch dieses Mal hatte der eigentlich haushoch überlegene Favorit sichtlich Probleme, sich durch das aufopferungsvoll verteidigende Blau-Weiß-Bollwerk zu drängeln. „Das Ziel lautet, hinten nicht zweistellig zu verlieren und vorne mit etwas Glück vielleicht ein Tor zu erzielen“, verriet HSC-Coach Siegfried Motzner vor der Partie im Interview mit dem legendären Sportreporter Töpperwien. Zumindest in einer Sache sollte Motzner Recht behalten. Denn die Hausherren, die mittlerweile so etwas wie eine Routine bei Spielen gegen Profis entwickelt haben dürften, ließen wenig zu. Zwar kam Hannover immer wieder zu Gelegenheiten, hatte dann aber im Abschluss zu wenig „Zielwasser“ getrunken – oder die Tünderaner Defensive bekam noch eine Sohle zwischen Ball und Gehäuse. Auch Keeper Sebastian Kelle leistete seinen Dienst zuverlässig – Töpperwien zollte seinen Respekt mit dem Kosenamen „Kelle der Greifer“.

„Kelle der Greifer“


Kenan Karaman Hannover 96 AWesA
Fünf Tore: Kenan Karaman (Hannover 96).
Und im Gegenzug bewiesen die „Schwalben“, dass blitzschnelle Konter nicht nur in der Bundesliga ein probates Mittel sind, um gegen den erdrückenden Hannoveraner Tiki-Taka-Fußball zu bestehen: Lukas Kramer hatte im ersten Durchgang gleich zweimal die große Gelegenheit, sich selbst einen unvergesslichen Moment zu bescheren. Doch erst entschied Hamelns ranghöchster Unparteiischer, Johann Pfeiffer, auf Abseits (5.) und im zweiten Anlauf verfehlte er den 96-Kasten nach hervorragender Vorlage von Niklas Beckmann um Haaresbreite (16.). „Der Schiedsrichter hat uns heute eindeutig benachteiligt, ein Unding“, beschwerte sich Motzner mit einem Augenzwinkern. Nach rund einer halben Stunde kristallisierte sich dann zu allem Überfluss der personifizierte „Alptraum“ der „Windmühlenkicker“ heraus: Kenan Karamann hatte genug von den unsauberen Abschlüssen seiner Mitspieler und sorge per lupenreinem Hattrick in kürzester Zeit für die dreifache Pausenführung. Nachdem die Spieler die „Sauerstoffzelte“ zum Wiederanpfiff verließen, merkte man Tündern langsam die ersten Ermüdungserscheinungen an - und den 96ern, dass sie voll „im Saft“ sind. Die Hausherren beschränkten sich nun voll und ganz darauf, das einstellige Ergebnis zu verteidigen.

Karaman nicht aufzuhalten


Joerg Sievers Hannover 96 Rolf Toepperwien AWesA
Rolf Töpperwien mit 96-Legende Jörg Sievers.
Der überragende Karaman machte es den Blau-Weißen aber nicht leicht und legte kurz nach dem Kabinengang nach. Und der eingewechselte Valmir Sulejmani sowie Jimmy Briand erhöhten kurze Zeit später auf das halbe Dutzend. Bedanken durfte sich der Landesligist in dieser Phase vor allem bei Kelle-Vertreter Alexander Deppe, der mit einigen starken Reaktionen weitere Treffer verhinderte. Nicht davon beirren ließ sich allerdings Karaman, der schließlich seinen „Fünferpack“ vergoldete. Den Schlusspunkt setzte nochmals Briand. „Hätten wir zehn Minuten länger gespielt, hätten wir den Ausgleich gemacht. Nein, Spaß beiseite: Ich bin stolz auf die Jungs. Sie haben gekämpft bis zum Umfallen, wie ich es jede Woche von ihnen kenne. Ein Ziel haben wir erreicht, das Tor haben wir leider nicht gemacht – die Chancen dazu hatten wir aber“, zog der gut aufgelegte HSC-Trainer ein positives Fazit. Karsten Leonhart war indes ebenfalls zufrieden – mit kleinen Einschränkungen. „Töpperwien war super, ebenso wie Hannover, die das Spiel sehr ernst genommen haben. Nicht einverstanden bin ich aber mit der Zuschauerzahl. So ein Event gibt es nicht jede Woche, wer das heute nicht gesehen hat, hat definitiv was verpasst“, bilanzierte „Leo“, der vor allem mit einem nicht ganz falsch lag: Wer heute nicht dabei war, hat etwas verpasst.
HSC BW Tündern: Kelle, Garbe, Hau, Arndt, Kramer, Blum, Gurgel, Piontek, Junker, Beckmann, Aydin – Alexander Deppe, Maximilian Deppe, Venten, Bloss, Stapel, Kallies, Fischer, Krug, Barnert, Herrmann, Arndt.
Hannover 96: Königsmann, Gülselam, Schlaudraff, Briand, Stankevicius, Trevizan Martins, Pander, Karaman, Rankovic, Kiyotake, Hirsch – Schmiedebach, Thesker, Schulz, Marcelo-Guedes, Ballas, Sulejmani.
Schiedsrichter: Johann Pfeiffer
Assistenten: Daniel Harting, Maksim Jasoev.
Zuschauer: 1496.
Tore: 0:1 Kenan Karaman (26.), 0:2 Karaman (34.), 0:3 Karaman (39.), 0:4 Karaman (51.), 0:5 Valmir Sulejmani (62.), 0:6 Jimmy Briand (69.), 0:7 Karaman (82.), 0:8 Briand (88.).

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