Der VfBHW reiste siegessicher die 120km zum bereits abgestiegen Tabellenletzten SuS Tettenborn in den Südharz. Die Ansage vor dem Spiel war: Drei Punkte müssen her, um erneut Vizemeister zu werden!
Der VfBHW tat sich im ersten Satz schwer gegen einen Gegner, der in Bestbesetzung antrat. „Es war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe", fasste Mittelangreifer Michael Knoop den ersten Satz zusammen. „Am Ende konnten wir mit Klasse und guten Angriffen den Satz zu unseren Gunsten entscheiden." Satz Nummer zwei war ein Spiegelbild des ersten Satzes, der auf Grund vieler Eigenfehler ebenfalls nur knapp gewonnen wurde.
Von der Bank kam in diesem Moment die Info, dass der Stadtrivale TC Hameln I Schützenhilfe im Kampf um Platz Zwei lieferte. Mit einem schnellen 3:0 gegen Göttingen stand die Vizemeisterschaft in den Moment für Knoops Truppe schon fest. Mit diesem Wissen schwand die Spannung aller Mitspieler auf dem Feld augenblicklich. „In Satz drei und vier waren wir mit den Köpfen bereits bei der Vizemeister-Feier", resümierte Libero Martin Möller. „Wir leisteten uns katastrophale Fehler sowohl in der Annahme als auch im Angriff."
Im Tie-Break ging es dann eigentlich nur noch darum, alle Spieler zum Einsatz zu bringen. „Während anfangs der Satz noch ausgeglichen gestaltet werden konnte, war bei uns die Luft schnell raus. Trotz der Niederlage gegen einen Gegner, der heute nichts zu verlieren hatte und deshalb ohne Druck aufspielen konnte, sind wir mit der Saison absolut zufrieden und stolz auf das Erreichte.," stellte Coach Axel Steding nach dem Spiel fest.

Freuten sich am Ende nicht nur über sechs Punkte und Platz vier in der Landesliga, sondern auch über neue Hosen. Von links nach rechts: Jaroslaw Przybylski, Timon Schulz, Bennit Müller, Andreas Kraft, Mika Nitschke, Felix Krüger, Fabian Kiwitt, Alexander Meier, Moritz Hoffmann. Foto: privat.
TC Hameln - ASC Göttingen 3:0 (25:12, 25:21, 25:22).
TC Hameln - TuSpo Weende 3:1 (17:25, 25:15, 25:12, 25:23).
Eindrucksvoll und mit zwei nie gefährdeten Siegen beendete die erste Herrenmannschaft ihre erste Saison in der Landesliga. „Gut, dass die Meisterschaftssaison nun zu Ende geht“, meinte TC-Trainer Robert Nitschke. Es war eine Saison mit Höhen und vielen Tiefen. „Bis auf die ersten beiden Spieltage konnten wir nie mit derselben Mannschaft agieren. Verletzungen, Unfälle und Krankheiten sowie schulisch bedingte Abwesenheiten stellten den Kader für die Spieltage immer wieder vor neue Herausforderungen.“
Und so standen auch an diesem letzten Heimspieltag wieder die Zeichen auf Veränderungen. Mit einem „neuen“ Zuspieler und ohne Libero gingen die TC-Jungs laut Tabelle als absoluter Außenseiter gegen den Tabellenzweiten vom ASC Göttingen an den Start. Nitschke: „Gott sei Dank konnten wir mit der Start-Sechs an zwei Trainingsabenden zweimal die ungewohnten Abläufe ein wenig trainieren, was man dann auch schnell zu Spielbeginn merkte.“ Im ersten Satz fegten die Rattenfänger die Gäste aus Göttingen förmlich vom Spielfeld. Die Blockspieler aus Göttingen wirkten zunehmend ratlos. Nach 19 Minuten ging Satz 1 mit 25:12 an Hameln. Auch im zweiten und dritten Satz dominierte die junge Mannschaft den Tabellenzweiten, und trotz einiger Annahmeschwächen geriet der Sieg in keiner Phase in Bedrängnis. Mit 25:21 und 25:22 sicherten sich die Spieler um den an diesem Tag zum Kapitän gekürten Mika Nitschke einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg. Und öffneten damit gleichzeitig dem Lokalrivalen VfBHW Hameln die Tür zur Vizemeisterschaft.
Im zweiten Spiel des Tages wartete dann mit dem TuSpo Weende ebenfalls eine starke Rückrundenmannschaft auf den TC. „Wir haben kurzfristig entschieden, im zweiten Spiel doch wieder einen Libero einzusetzen“, so Nitschke. Das ging allerdings zu Beginn des Satzes komplett nach hinten los. Der Rhythmus aus dem ersten Spiel ging verloren, und Weende setzte auch gleich mit aggressiven und schnellen Angriffen die Hamelner unter Druck. Folgerichtig sicherte sich die Gästemannschaft mit 25:17 den ersten Satz. Aber bereits in der Endphase von Satz eins zeigte die Entscheidung, mit einem Libero zu spielen, die ersten positiven Effekte. Mit 25:15 und 25:12 ließen die Hausherren dem TuSpo Weende nicht den Hauch einer Chance. Erst im vierten Satz schien sich Weende dank nachlassender Gastgeber wieder zurück ins Spiel zu kämpfen. Aber trotz einer 17:11-Führung sollte es am Ende nicht mehr reichen. Punkt für Punkt holten die Rattenfänger sich erneut eine Führung und gaben diese dann auch nicht mehr her. Mit 25:23 entschieden die TCler dann Satz 4 und auch das Match für sich.
Am Ende ein undankbarer 4. Tabellenplatz, der aber nach den ganzen Turbulenzen dieser „Seuchensaison“ hoch einzuschätzen ist. „Aber hätte, hätte Fahrradkette. Jammern hilft nichts. Glück im Laufe der Saison gehört halt leider dazu. Und das hatten wir in dieser Saison viel zu selten.“ Am Ende geht man in die Meisterschaftspause mit dem Gefühl, dass ohne die jeweiligen Ausfälle deutlich mehr drin gewesen wäre.
Und vielleicht gibt es am 31. März ja doch noch ein Happy End. Denn dann startet die Pokalendrunde im Landespokal in Altencelle. Und auch dort geht man nicht ohne Chance an den Start.
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