07.02.2025 11:09
Volleyball - Interview
TC-Frauen im Umbruch: Karow über Herausforderungen, Engagement & mehr
„Die U14 zu trainieren ist meine Art, Wertschätzung auszudrücken und meinem Verein etwas zurückzugeben“

Charlotte Karow geht mit den TC-Spielerinnen in der Landesliga an den Start. Foto: privat.
In der weiblichen Volleyball-Abteilung des TC Hameln hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. Die vergangene Spielzeit 23/24 hatten die TC-Frauen zunächst noch mit drei Mannschaften begonnen. Im Frühjahr 2024 folgte dann zunächst die Auflösung des Landesliga-Teams, ehe aufgrund vereinsinterner Unstimmigkeiten die Verbandsliga-Meisterinnen/Oberliga-Aufsteigerinnen geschlossen zu den Weserbergland Volleys wechselten. Das ausstehende Landesliga-Startrecht für die neue Saison wurde in der Folge zum Teil mit Spielerinnen aus der Nachwuchs-Mannschaft wahrgenommen, die die Spielzeit zuvor noch in der zweituntersten Spielklasse aktiv waren. Entsprechend knifflig verlief die aktuelle Spielzeit, in der das Team als Tabellenschlusslicht noch immer ohne Sieg dasteht. Im Interview blickt Nachwuchs-Spielerin Charlotte Karow, die trotz Jugendspielberechtigung schon bei den Frauen mitspielt und überdies auch als Jugendtrainerin aktiv ist, auf die vergangenen Monate zurück.
Charlotte, Du spielst Volleyball beim TC Hameln – und das sogar trotz Jugendspielberechtigung bei den Frauen. Wie bist Du seinerzeit auf die Sportart Volleyball gekommen und was hat Dich so sehr fasziniert, dass Du am Ball bleibst?
„Ich habe mit neun Jahren angefangen, Volleyball zu spielen. Mein damaliger Trainer ist zu der Zeit in meine Schule gekommen und hat Werbung für Volleyball gemacht. So bin ich auf den Sport aufmerksam geworden. Generell haben mich Ballsportarten schon immer fasziniert. Vorher habe ich Handball gespielt und eine Zeit lang auch beides gleichzeitig. Auf Dauer war das jedoch zu zeitintensiv. Ich habe mich dann für Volleyball entschieden, weil der Sport von Schnelligkeit, Abwechslung und Vielseitigkeit lebt.“
Wenn Du Eure bisherige Saison in der Frauen-Landesliga mit einer Schulnote bewerten müsstest: Welche wäre es – und warum?
„Ich würde uns mit der Note 3 einschätzen. Durch den Umbruch in der Damenabteilung füllen wir jetzt den Landesligaplatz. Es war vorhersehbar, dass es schwierig sein wird, sich in der Landesliga zu behaupten, schließlich haben wir eine Liga übersprungen. Ergebnistechnisch konnten wir noch nicht viel holen, obwohl wir an manchen Spieltagen echt stolz auf unsere Leistung sein können.“
Zusätzlich bist Du auch Co-Trainerin der U14 weiblich, engagierst Dich also für den Nachwuchs, obwohl Du selbst zum Nachwuchs gehört. Was gibt Dir die Tätigkeit als Trainerin, sodass Du diesen zusätzlichen Aufwand betreibst?
„In der heutigen Zeit geht Wertschätzung immer mehr verloren. Die U14 zu trainieren ist meine Art, Wertschätzung auszudrücken und meinem Verein etwas zurückzugeben. Zusätzlich ist es motivierend für mich, Fortschritte sowohl bei jedem Einzelnen als auch bei der gesamten Mannschaft zu sehen. Das gibt mir das Gefühl, vieles richtig zu machen. Wenn ich die Mannschaft an den Spieltagen begleite, erinnere ich mich immer an meine eigene Volleyballjugend zurück. Das macht mich glücklich.“
Im Sommer hat der geschlossene Wechsel der Oberliga-Aufsteigerinnen zu den Weserbergland Volleys für Aufsehen gesorgt. In der Landesliga habt Ihr in komplett neuer Besetzung einen Neustart gewagt. Wie bewertest Du die Zeit nach dem Neustart?
„Nach dem Wechsel der Oberliga-Aufsteigerinnen und der Auflösung der zweiten Damen konnten wir uns vereinsintern schnell sortieren und den Landesligaplatz übernehmen. Wir waren hochmotiviert, uns der Herausforderung zu stellen.“
Was waren Deine größten sportlichen Highlights 2024?
„Letztes Jahr sind wir sowohl mit der U18 als auch mit der U20 Bezirksmeister geworden. Somit durften wir in beiden Altersklassen an den Nordwestdeutschen Meisterschaften teilnehmen. Das ist jedes Jahr ein Highlight, wenn man so weit kommt. Auch der Einstieg in die Landesliga mit der neu zusammengesetzten Mannschaft war für mich ein Highlight, obwohl ich selbst schon vorher Erfahrungen in der Landesliga sammeln durfte.
Ihr habt ein sehr junges Team im Frauenbereich an den Start gebracht, das aktuell viel Lehrgeld zahlt. Was stimmt Dich positiv, dass Ihr in den kommenden Monaten mehr Punkte holt?
„Ja, unser Team ist insgesamt relativ jung. Wir haben auch einige Spielerinnen aus dem Jahrgang 2010 dabei. In letzter Zeit waren wir einige Male nah an einem Satzgewinn. Das zeigt uns, dass uns nicht alle Mannschaften überlegen sind, sondern dass wir mit manchen Mannschaften auch mithalten können. Da blicke ich positiv in die Zukunft, dass wir unsere Leistungen mit mehr Siegen belohnen können.“
Abschließend: Jedes Kind aus Hameln sollte einmal in Eure Volleyball-Abteilung reinschauen, weil...
„...hier beim TC jeder willkommen ist und wir besonderen Wert auf ein harmonisches Miteinander legen. Volleyball ist eine interessante und abwechslungsreiche Sportart, die sich durchaus lohnt auszuprobieren.“
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