12.06.2012 10:40
Rudern
Trotz Unfall und Geduldsprobe: Wessels Traum geht in Erfüllung!
RV-Athletin qualifiziert sich für die U23-WM in Litauen / „Bin einfach nur glücklich“

Nora Wessel (li.) und Wiebke Hein.
Was für ein Wochenende! Auf dem Weg zur diesjährigen U23-WM in Litauen fand am letzten Wochenende die Nominierungsregatta für Deutschlands schnellste Ruderer im Rahmen der internationalen Ruderregatta auf dem Küchensee in Ratzeburg statt. Der Traum, für Deutschland auf der U23-WM in der einzigen olympischen Bootsklasse im Leichtgewichtsrudern, dem Leichtgewichts-Doppelzweier, zu starten, drohte für das Duo Nora Wessel und Wiebke Hein (Rostock) fast schon zu platzen! Während des Warmruderns unmittelbar vor dem entscheidenden Finale kreuzte ein Männer-Zweier in die Warmfahrbahn von Wessel/Hein und zerstörte das Karbon-Boot auf über einem Meter Länge. „Das Boot war völlig zerstört und auf keinen Fall ruderfähig. Das Rennen, das um die Nominierung für die WM entscheiden sollte, wurde dann zum Glück auf Sonntag verlegt. Viel schwieriger, als das Rennen zu verlegen, war jedoch die Suche nach einem geeigneten Weltklasseboot. Das österreichische National-Team hatte glücklicherweise ein baugleiches Top-Boot, das wir uns bis zum Rennen leihen konnten“, berichtete Trainer Jan Jedamski.
Östereich hilft aus – Wessel und Hein triumphieren in Leih-Boot
Nach stundenlanger Einmess- und Einstellarbeit sowie Testfahrten, hatten die Mädchen trotz des ungewohnten Bootes nach den Testfahrten ein super Gefühl. Am Sonntag um Punkt 13.20 Uhr hieß es dann Daumen drücken. Für Wessel/Hein ging es gegen die starke nationale und internationale Konkurrenz (Polen, Frankreich, Schweiz, Dänemark) nicht nur um die wichtige U23-WM Qualifikation, sondern auch um den Sieg auf einer der wichtigsten und renommiertesten internationalen Regatten. „Was die Mädchen an diesem Tag leisteten, ist gar nicht in Worte zu fassen. In der Weltklassezeit von 07:03,89 Minuten sind Nora Wessel und Wiebke Hein gerade einmal um vier Sekunden am Weltrekord vorbeigeschrammt und haben zugleich die nationale und internationale Konkurrenz in Grund und Boden gerudert“, so Jedamski weiter. Der Jubel kannte im Ziel somit keine Grenzen mehr. „Nora und Wiebke sind nun endgültig nominiert für den Leichtgewichts-Doppelzweier auf der U23-WM und haben zugleich einen Sieg auf einer der wichtigsten internationalen Ruderregatten errudern können“, freute sich ihr Trainer. „Ich bin dem österreichischem Nationalteam so dankbar, dass sie uns ihr Boot geliehen haben. Im Moment bin ich einfach nur glücklich, dass wir es endlich geschafft haben. Bis zur endgültigen Nominierung war es ein so langer Weg, der nun endlich vollbracht ist. Ich freue mich so“, war auch Nora Wessel überglücklich.
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