06.08.2020 09:19

Rudern


RBL-Achter siegt bei Ergo-Challenge

Wellhausen-Team auch in Zeiten von Corona in Top-Form / Bakker: „Es fühlt sich gut an, ist aber auch irgendwie anders als sonst“
RV Weser Bundesliga Achter
Der RBL-Achter des RV Weser siegte bei der Ergo-Challenge (Foto: s. Wasserzeichen).

Der RBL-Achter des RV Weser siegte bei Ergo-Challenge und verwies Münster und Osnabrück auf die Plätze. Das Team von Trainer Christian Wellhausen ist auch in Zeiten von Corona in Top-Form und sicherte sich den Sieg im Kollektiv mit bärenstarker Leistung bei der Ergo-Challenge des Schüler-Ruder-Verband-Niedersachsenein Paar Bantam Skullsvon Concept2.

„Komm schon -ZIIIEEEHHH!!“„Weiter!“„Ziiieeeh!“„Na looos!!“ Es war die erste wettkampfähnliche Herausforderung für das Hamelner RBL-Team in diesem außergewöhnlichen und bisher wettkampffreien und von der Corona-Pandemie überdeckten Jahr 2020. Die Rufe sind diesmal nicht die Fans an der Strecke, wie etwa bei Einfahrt in den Zielbereiche auf dem Wasserstraßenkreuz beim RBL-Renntag in Minden und auch definitiv nicht die Kommandos der Steuerfrau im Hamelner RBL-Achter. Zu neunt (selbstverständlich inklusive Steuerfrau) liegen die Jungs im Hamelner RBL-Achter nicht am Start und auch gemeinsam werden sie sich diesmal nicht an einem anderen Achter mit dem Bugball am gegnerischen Achter vorschieben.„Beißen!“„Jawoll!!“„Die letzten Meterrr..zieeh!“ schrillt es in der vergangenen Woche in vereinzelten Minuten durch den Kraftraum am Ruderverein. Diesmal zählt nur die Zeit, die nach 350 Metern, auf dem 1½Kreditkarten-großen Display des Concept2-Ruderergometers steht. Und die kann sich in diesem Juli sehen lassen. Im Schnitt von 53,5 Sekunden auf 350 Metern holen sich Roelof Bakker, Jasper Scheel, Florian Wissel, Lennart Hawranke, Maximilian Gümpel, Ronald Bakker, Nick Armgardt, Emre Tas, Eric Edler, Nils Hawranke und Thore Wessel den Sieg in der Achterwertungin der offenen Klasse der Männer. Die schnellste Zeit des Teams streicht Roelof Bakker ein. Nur 52,6 Sekunden. Eine pure Naturgewalt mit nachdenklichen Worten: „Es fühlt sich gut an, ist aber auch irgendwie anders als sonst. Die Medaillen werden verschickt. Das ist schon ungewohnt, wenn du nach einer Wettkampfleistung nicht aufs Treppchen steigen kannst. Wenn du nicht im Team trainieren kannst, sondern dich über Social Media gegenseitig dazu animierst, dran zu bleiben. Dich vorzubereiten, auf welchen Wettkampf auch immer.“ Schlagmann Thore Wessel wird klarer: „Es ist wirklich anders gewesen. Komplett anders. Gemeinsame Vorbereitung: nahezu fehl am Platz und wenn nur vereinzelt.“ Die Vorbereitung hätte im letzten Jahr noch aus mehreren Schnellkraft-Zirkeltrainings und gemeinsamen Ergo-Sprints bestanden–dicht an dicht im Kraftraum. Da war dieses Jahr nicht dran zu denken. Abstands-und Hygieneregeln machten reguläres Training unmöglich. Trainiert wurde individuell, vereinzelte Ergo-Sessions im Vereinskraftraum. Intervall-Training auf dem Rennrad bis die Kette glühte standen auf dem Trainingsplan, genauso wie lange Ausdauereinheiten auf dem Rennrad, um auch nach 250 Metern für die letzten Schläge nochmal ruhig durchatmen zu können. Eine besonderes Trainingskonzept in besonderen Zeiten, welches die Ruderer des Hamelner-RBL-Achters diszipliniert und sauber durchzogen.Trainer Christian Wellhausen bestätigt: „Die Jungs haben gezeigt, dass sie in den letzten Monaten abseits des Wassers und auch im Einzeltraining sauber gearbeitet haben - sei es auf dem Rennrad, im Kraftraum Zuhause oder auf dem Ergo. Wobei letzteres nicht jedem tagtäglich zur Verfügung stand. Die körperliche Verfassung ist aktuell und mit hoffendem Blick auf unser großes Ziel in diesem Jahr, die Deutsche Sprintmeisterschaft im Herbst, wirklich vorbildlich. Nun sollen sich die Jungs aber erst einmal über den aktuellen Status Quo freuen.“
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