„Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover konnte sich Melia Bytomski unter den Besten Deutschlands behaupten“, lobte Uli Titze, Trainer der LG Eimbeckhausen-Messenkamp. „Schon letztes Jahr gelang ihr in Leverkusen mit dem 12. Platz eine tolle Platzierung. Nun ging es sogar unter die Top Ten!“
„Am ersten Tag (Freitag) war sie mit dem Einstieg in den Wettkampf über die 80-m-Hürden nicht ganz zufrieden“, berichtete Titze. Bis zur 60-m-Marke lief sie im Pulk mit den Sprinterinnen, die 12,4 Sekunden liefen, doch konnte sie das Tempo nicht ganz durchziehen und kam nach 12,81 Sekunden ins Ziel. „Danach ging es zum Hochsprung, wo es zuletzt nicht so gut lief“, so Titze weiter. „Doch mit der von ihr gewünschten letzten zusätzlichen Trainingseinheit am Mittwoch gab es wieder Hoffnung auf eine gute Höhe.“ Vorsichtshalber begann sie auch schon bei 1,34 m. Jeweils um drei Zentimeter sprang sie bis 1,49 m jeweils im ersten Versuch drüber. Bei 1,52 m riss sie die ersten beiden Versuche. „Doch mit starken Nerven blieb im dritten Versuch die Latte bei 1,52 m liegen – und damit war sie auch zufrieden“, erklärte Titze. „Dann kam beim Kugelstoßen der Regen und alle Siebenkämpferinnen kamen nicht so gut zurecht. Melia konnte sich mit guten 9,90 m gut behaupten.“ Im abschließenden 100-m-Lauf gewann sie ihr Rennen in 13,31 Sekunden. „Am Ende des ersten Tages lag sie mit ihren Leistungen auf Platz 20, doch am nächsten Tag sollten ihre Schokoladendisziplinen kommen – und die kamen auch!“, freute sich Titze.
„Bereits am frühen Samstagmorgen um 9:20 Uhr hieß es, wach und frisch zu sein für den Weitsprung“, schilderte Titze. „Das Einspringen lief auch gut und der erste Sicherheitssprung mit 4,82 m war ok.“ „Dann ging sie auf Angriff und sprang 5,15 m und im dritten Versuch starke 5,20 m als Viertbeste der gesamten Konkurrenz“, so Titze weiter. „Und beim Speerwurf ging Melia, unsere Landesmeisterin, weiter auf Angriff! Der erste Versuch gelang ihr auch gleich sehr gut auf 36,42 m, der zweite verunglückte und im dritten Versuch flog mit Unterstützung ihrer Fans und vorigen Küsschen auf ihr Wurfgerät der Speer auf die neue Bestweite von 37,90 m – vorher 37,06 m!“ Mit dieser Weite war sie hinter der Deutschen Meisterin Zweitbeste im Speerwurf. „Damit schob sie sich unter die Top Ten der Siebenkämpferinnen und erstmals bekam der Trainer bei diesem Wettkampf Gänsehaut“, schmunzelte Titze. „Diesen Platz gilt es über die 800 m zu halten, was ihr nach hartem Kampf in 2:40,13 Minuten auch gelang. Am Ende konnte sie sich über Platz 9 riesig freuen – nur 9 Punkte hinter dem 8. Platz! Angereist war sie nach der Meldeliste auf Platz 15!“
„Der Höhepunkt für unseren Nachwuchs war erneut die Teilnahme am Kinder- und Jugendcup in Stadthagen“, betonte Titze. Obwohl einige Kinder wegen Geburtstagen, Fußball, Minigolf etc. fehlten, konnte die LG Eimbeckhausen-Messenkamp am Samstag 20 Kinder aufbieten. Unterstützt wurde Trainerin Christiane Lucht bei diesem Event von einigen älteren Athletinnen. „Mit insgesamt fünf Siegen im Drei- und Vierkampf, fünf zweiten Plätzen und einem dritten Platz sowie drei Staffelsiegen gelang es dem Team erneut, die Einzelpokale bei den Mädchen in der U14 und U10 und bei den Jungen in der U12 sowie den Gesamtpokal zu gewinnen!“, hielt Titze fest.
„In der W13 gab es ein tolles Vereinsduell, das Lina Voges mit 1.692 Punkten gegen Janne Langer mit 1.632 Punkten gewann“, erzählte Titze. In der W12 kam Malaika Mzee mit 1.383 Punkten auf den zweiten und Hope Estelle Kunz mit 1.142 Punkten auf den dritten Platz. Bei den Jungen M12 konnte Benno Dittrich den 2. Platz belegen.
In der M11, M10 und M9 gab es Siege durch Matteo Kloene, Thore Knolle und Collin Kumar. Henry Bell wurde mit 5 Punkten Rückstand in der M9 Zweiter hinter Collin. „Bei den Mädchen W10 gelang Mary Beneh das Kunststück, in ihrem ersten Wettkampf gleich zu gewinnen“, freute sich Titze. Anni Voges wurde in der W9 Zweite und Frieda Kruschinski in der W8 Dritte.

Mia Brungart und Justus Suhr von der LG Weserbergland. Foto: Suhr/Beerberg.
Bericht der LG-Weserbergland:
Von Freitag bis Sonntag fanden im Erika-Fisch-Stadion in Hannover die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften statt. Bekanntlich hatten sich mit Mia Brungart (W15) und Justus Suhr (U20) zwei LG-Athleten qualifiziert. Für beide begann der Mehrkampf am Freitag.
„Justus war von 38 qualifizierten Athleten mit seiner Vorleistung auf Platz 25 der gemeldeten Teilnehmerliste“, berichtete Uwe Beerberg, Trainer der LG Weserbergland. „Er startete gleich gut in den Zehnkampf und stellte mit 11,69 Sekunden über 100 Meter eine neue persönliche Bestleistung auf.“
„Im anschließenden Weitsprung konnte er mit den erzielten 6,28 Metern zufrieden sein“, so Beerberg.
„Beim Kugelstoßen mussten sich die Athleten auf den Regen einstellen“, erklärte Beerberg. „Der Ring war sehr glatt. Mit 12,35 Metern erzielte er für den Zehnkampf eine gute Weite.“
„Der Regen ließ glücklicherweise zum Hochsprung nach“, schilderte Beerberg. „Bis 1,80 Meter hatte Justus eine weiße Weste – also keinen Fehlversuch. Bis dahin war er auch sehr sicher unterwegs. Doch bei der anschließenden Höhe von 1,83 Metern ging es dann leider nicht mehr höher.“
Der Zehnkampf am ersten Tag wird mit dem 400-Meter-Lauf beendet. Hier konnte Justus in 53,19 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung aufstellen. „Fazit nach dem ersten Tag: Justus lag auf 6.000-Punkte-Kurs – was das ausgegebene Ziel von Coach und Vater Michael war“, betonte Beerberg.
Der Samstag begann dann mit den 110-Meter-Hürden. „Die Startzeit war um 12:00 Uhr mittags – ein für Mehrkämpfer später Beginn“, so Beerberg. „So war Justus aber ausgeschlafen und in sehr guten 15,78 Sekunden startete er fröhlich in den zweiten Tag.“
„Beim Diskuswurf hatten die Athleten Probleme mit dem glatten Ring (ohne Regen)“, berichtete Beerberg. „Justus hatte gleich im ersten Versuch mit 37,04 Metern eine gute, gültige Weite stehen. Weiter ging es dann nicht mehr.“
Es folgte der Stabhochsprung – hier trainiert Justus bei Klaus Rohloff (Holzminden), der auch das Coaching übernahm. „Mit übersprungenen 3,90 Metern gelang ihm eine neue persönliche Bestleistung und er nähert sich immer mehr an die 4-Meter-Marke an“, freute sich Beerberg.
„Beim Speerwurf hat Justus derzeit die größte Baustelle“, erklärte Beerberg. „Tritt ein Fehler auf, folgen gleich mehrere hinterher – das ist so beim Speerwerfen. Mit 39,65 Metern blieb er unter seinen Möglichkeiten.“
Der Zehnkampf endet mit dem 1.500-Meter-Lauf. „Justus ging das Rennen beherzt an (die erste Runde war etwas zu schnell), kämpfte und quälte sich in 5:11,51 Minuten ins Ziel“, schilderte Beerberg.
„Am Ende erzielte Justus 6.174 Punkte (persönliche Bestleistung) und belegte einen tollen 13. Platz von 35 angetretenen Zehnkämpfern“, bilanzierte Beerberg. „Somit war das erklärte Ziel erreicht – die 6.000 Punkte zu knacken.“
„Weniger gut waren die Voraussetzungen für Mia Brungart (W15)“, meinte Beerberg. Mit ihrer Qualifikationsleistung lag sie auf Platz drei von 26 gemeldeten Teilnehmerinnen.
„Doch leider machte eine am 23. Juli erlittene Verletzung (Zerrung am Sprungbein, verursacht durch einen Sturz) einen Strich durch die Vorbereitung auf diese DM“, bedauerte Beerberg. Dreieinhalb Wochen konnte Mia kein Sprint-/Sprungtraining absolvieren. Bis eine Woche vor der DM stand nicht fest, ob sie überhaupt an den Start gehen konnte.
Erst am vergangenen Dienstag konnte sie eine Hochsprungeinheit schmerzfrei absolvieren. „Das waren natürlich keine guten Vorzeichen – und so ging sie zwar schmerzfrei, aber mit erheblichem Trainingsrückstand und ohne Ambitionen in diese Meisterschaft“, erläuterte Beerberg.
Der Siebenkampf beginnt mit den 80-Meter-Hürden. Von allen Teilnehmerinnen erzielte sie in 11,95 Sekunden die zweitbeste Zeit (ihre persönliche Bestleistung liegt bei 11,56 Sekunden).
Im Hochsprung war sie schmerzfrei und übersprang 1,58 Meter (persönliche Bestleistung hier 1,64 Meter).
„Beim Kugelstoßen hatte sie Probleme, das lief nicht so gut – 10,48 Meter war dann nicht die erhoffte Weite von über 11 Metern“, so Beerberg.
Der erste Tag endete mit dem 100-Meter-Sprint. „Mit 12,97 Sekunden (persönliche Bestleistung 12,56 Sekunden) war hier leider nicht mehr möglich unter den genannten Vorzeichen“, so Beerberg. „Aber den ersten Tag beendete sie immerhin auf Platz 4.“
Der zweite Tag begann um 09:20 Uhr mit dem Weitsprung. „Mit 5,08 Metern war das eine gute Weite, die sie sogar auf Platz drei brachte“, berichtete Beerberg.
„Da die Mädels alle sehr dicht zusammenliegen, war klar, dass sich das nach dem Speerwerfen verändern würde“, erklärte Beerberg. Eine Disziplin, die sie gar nicht mag. „Dann kam noch hinzu, dass ihr erster Wurf (so ca. 27 Meter) ungültig gegeben wurde – was sehr grenzwertig war im Vergleich zu anderen vergleichbaren Würfen anderer Athletinnen. Mit 23,41 Metern war sie natürlich enttäuscht.“
„Über 800 Meter gab Mia noch mal alles, kämpfte und kam in 2:47,72 Minuten ins Ziel“, so Beerberg.
Mia belegte wie Justus Platz 13 mit 3.626 Punkten (Qualifikationspunktzahl war 3.751) von 25 Siebenkämpferinnen. „Mehr war leider bei diesen Deutschen für Mia nicht möglich“, schloss Beerberg.
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