Ein großer Moment für die junge Dreispringerin Lotta Henrike Werner: Trotz eines knapp verpassten Podestplatzes bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid wurde sie vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für die U20-Europameisterschaft in Tampere, Finnland, nominiert. Ihre zuvor erzielte EM-Norm von 12,95 Metern, die sie am 24. Mai 2025 in Hannover aufgestellt hatte, sicherte ihr den Platz im Team.
Bei den Deutschen Meisterschaften sprang Lotta 12,71 Meter und belegte damit den vierten Platz. Obwohl sie knapp an einer Medaille vorbeischrammte, reichte ihre Leistung aus, um neben den Erst- und Zweitplatzierten Antonia Bronnert (VfL Löningen, 13,23 Meter) und Lotta Edzards (SCC Berlin, 13,11 Meter) nach Tampere zu fahren. Der Grund: Die Drittplatzierte Masha-Sol Gelitz (GSV Eintr. Baunatal) hatte mit 12,84 Metern die EM-Qualifikation nicht erreicht.
Die Freude bei Lotta war riesig, als Bundestrainer Massala-Daniel Felski ihr nach dem Wettkampf die Nachricht überbrachte, dass sie für die EM nominiert ist. Aus Tränen der Enttäuschung über die verpasste Medaille wurden Tränen der Freude.
Werners Trainerin, Landestrainerin Annett Stein, leistete nach Ansicht von LG Weserbergland-Trainer Uwe Beerberg hervorragende Arbeit für den Niedersächsischen Leichtathletik-Verband (NLV) und die LG Weserbergland. Der Erfolg ihrer Schützlinge Antonia Bronnert und Lotta Werner sei ein Beweis für ihre herausragende Trainingsarbeit. Nun gilt es, beide Athletinnen optimal auf die Europameisterschaft vorzubereiten.

Tarik Benze (li.). Foto: privat.
Benze überragt ebenfalls
Im Dreisprungwettbewerb der männlichen Altersklasse U18 im Wattenscheider Lohrheidestadion waren 24 Athleten am Start. Mit Tarik Benze und Mario Schütte waren die LG Weserbergland mit einem aussichtsreichen Duo vertreten.
Im ersten Durchgang legte Schütte einen vielversprechenden Versuch vor, allerdings ungültig, da übertreten. Um es seinem Teamkollegen nicht gleich zu tun, ging Benze seinen ersten Versuch mit einigem „Sicherheitsabstand“ zum Absprungbrett an: 13,78m. Schütte ging im zweiten Versuch ebenfalls auf „Nummer sicher“, seine 13,12m und Platz 20 waren sein Resultat. Im dritten Versuch lief Schütte durch und musste bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft nach dem Vorkampf seine Sachen packen.
Vor seinem dritten Versuch war Benze plötzlich nur noch auf Platz 8 der Rangliste, konnte aber nicht mehr von den nachfolgenden besser platzierten Springern verdrängt werden. Dennoch war Benze danach voll da. Dynamischer Anlauf, Hop-Step-Jump - auf sein Sprunggefühl vertrauend, warf Benze danach etwas unzufrieden den Sand in die Grube. Die umstehenden Zuschauer schauten etwas ungläubig, hatte Tarik doch gerade eine neue persönliche Bestleistung mit 14,37m übersprungen. Dass der Versuch aufgrund zu großer Windunterstüzung nicht den Eingang in die Deutschen Bestenliste findet, war egal. Weiter zum sechsten Versuch: nachdem seine direkten Mitstreiter um einen Medaillenplatz, Paul Klingenhof und Justin Hopfensitz, nicht mehr zulegen konnten, stand für den Emmerthaler die Silbermedaille bereits fest. Es folgte sein letzter Versuch. Voll fokussiert rannte Tarik Benze unter dem rhythmischen Klatschen der Zuschauer los, merkte kurz dem Absprung, dass die Schrittfolge nicht ganz passte und brach den Versuch ab. Sieger Joel Yamah sprang danach noch die Siegerweite von 14,60m. Doch das konnte die Freude im LGW-Lager über Benzes erste Silbermedaille bei Deutschen Meisterschaften nicht mehr trüben.
Coach Nils Benze war natürlich sehr stolz auf seinen Sohn: „Ich denke, das ist der größte Erfolg in der Leichtathletik eines U18-Athleten in unserem Landkreis seit mindestens 15 Jahren. Der Dank gilt auch Landestrainerin Annett Stein, die Tarik in den letzten Monaten stark unterstützt hat. Mal schauen, was die Zukunft noch bringt.“
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