20.01.2011 11:03
„Balkanexpress“ kommt - Verletzungspech bleibt dem VfL treu!
Lassel: „So etwas habe ich in zehn Jahren noch nicht erlebt“ / Leise Hoffnung auf Reinholz-Comeback
VfL Hameln - TSG Westerstede (Samstag, 19 Uhr).
Boris Bonhagen, Zans Grobinsch, Markus Lohne, Pascal Müller, Wilko Reinholz. Nein, dies ist nicht die „Starting-Five“ der Regionalliga-Basketballer des VfL Hameln für das nächste Spiel gegen die TSG Westerstede, sondern vielmehr die Liste der Spieler, die VfL-Coach Nicu Lassel zurzeit nicht zur Verfügung stehen. „Da dies jedoch durchaus eine wettbewerbsfähige erste Fünf ist, mit der man in dieser Liga selbstbewusst starten könnte, werden die Probleme mehr als deutlich, die Nicu und seine verbleibenden Spieler momentan zu meistern haben“, unterstreicht auch Hamelns Abteilungsleiter Heinrich Lassel den Ernst der Lage. Kurzfristig könnte einzig und allein Reinholz bis zum ersten Heimspiel des Jahres am kommen Samstag eventuell wieder einsatzbereit sein. Bei Boris Bonhagen haben sich die schlimmsten Befürchtungen nach seiner Knieverletzung glücklicherweise nicht bestätigt, jedoch fällt er an diesem Wochenende mit einer Blockade des Wadenbeinkopfes und einem Erguss im Kniegelenk definitiv aus. Der VfL, der bei der Auswärtsniederlage in Rotenburg mit nur sieben Spielern antreten konnte, befindet sich somit in einer der schwierigsten Situationen der Abteilungsgeschichte. „So viel Verletzungspech habe ich in meiner mehr als zehnjährigen Amtszeit als Headcoach noch nicht erlebt. Auf der einen Seite steht das gute Hinrundenergebnis auf dem Spiel, auf der anderen Seite ist dies natürlich auch eine Situation, die dem Team und mir Kreativität, Anpassungsfähigkeit und viel Einsatz abverlangt. Die Jungs müssen über sich hinaus wachsen", sieht Lassel selbst in diesen schlechten Zeiten durchaus eine interessante Herausforderung auf den VfL zukommen. Zu allem Überfluss kommt mit der TSG Westerstede der aktuelle Tabellenzweite an die Weser gereist. Der ärgste Verfolger der BTB Royals liebäugelt immer noch mit der Meisterschaft und hat, wenn es nach Trainer Lassel geht, auch allen Grund dazu. „Die erste fünf der TSG ist bärenstark, wenn Vladimir Langovic (18,1 Punkte pro Spiel), Milos Stankovic (15,5), Mico Ilic (15,4) und der starke US-Amerikaner Brandon Warner (18,4) in der Startformation stehen und keine Foulprobleme bekommen, dann kann dieses Team jeden Gegner in der Liga schlagen", so Lassel über das Team aus dem Norden, das in Ligakreisen respektvoll auch der „Balkanexpress“ genannt wird.
„Wenn die ins Laufen kommen, kann die niemand aufhalten", weiß auch Kapitän Timo Thomas um die Stärke des nächsten Gegners.
Wer am Samstag jedoch für den VfL auflaufen wird, ist indes ungewiss und wird sich wohl erst kurz vor dem Spiel entscheiden. „Wir werden den Kader wohl mit unerfahrenen Jugendspielern auffüllen und am Spieltag improvisieren müssen", so die Planungen von Abteilungsleiter Heinrich Lassel, sollte der schlechteste aller Fälle eintreten und sich Reinholz nicht zurück melden.
Das Team benötigt die Unterstützung seiner treuen Fans also mehr denn je. „Wir werden uns wieder voll reinhängen und alles geben. Mit den Fans im Rücken und unserer Heimstärke haben wir das Spiel noch lange nicht verloren", so Michael Albers, der mit seiner körperlichen Präsenz auf dem Feld seine Mitspieler schon in Rotenburg immer wieder antrieb und einer der besten Reboundspieler auf den kleinen Positionen ist. Und gerade diese Rebounds hat der VfL auch gegen die großen Ammerländer unter anderem dringend nötig.
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