25.10.2009 00:00
VfL entscheidet „Basketball-Krimi“ in der Verlängerung
Lassel-Team schlägt Bürgerfelder TB mit 103:97 / „So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt“
VfL Hameln – Bürgerfelder TB 103:97 (50:46).
1.Viertel: 27:25, 2.Viertel: 23:21, 3.Viertel: 19:19, 4.Viertel: 19:23,
Verlängerung: 15:9
Das war nichts für schwache Nerven! „Ich bin seit zwölf Jahren Trainer unserer ersten Herren, aber so ein Spiel habe ich noch nicht erlebt“, kommentiert ein erleichterter VfL-Coach Lassel den 103:97-Heimsieg gegen den Bürgerfelder TB. Dabei startete der VfL sehr konzentriert und führte nach drei Minuten bereits mit 12:2, so dass sich der Gästecoach Flowers gezwungen sah, eine frühe Auszeit zu nehmen, um den Lauf der Hamelner zu stoppen. Und tatsächlich brachte diese kurze Auszeit den VfL komplett aus dem Tritt. Der TB verkürzte innerhalb von zwei Minuten auf 14:13 und glich in der 7. Minute des ersten Viertels zum verdienten 19:19 aus. „Wir haben in den ersten zehn Minuten des Spiel mehr Ballverluste produziert und hatten eine schlechtere Wurfquote als in den letzten zehn Minuten des Spiels“, bilanziert der VfL-Coach letztendlich das gesamte Spiel, indem er seine Mannschaft zwar aufopferungsvoll kämpfen, aber doch meilenweit von einer spielerischen „Normalform“ entfernt sah. „Das war heute kein Glanzstück, aber ich bin stolz auf mein Team, dass wir trotz der körperlichen Unterlegenheit diesen starken Gegner niedergerungen haben“, kommentiert ein sichtlich erleichterter Kapitän Timo Thomas, der sich bereits in der 5. Minute des letzten Viertels mit dem fünften Foul verabschiedete und somit genau wie die rund 350 Zuschauer in der Halle Einsiedlerbach den Verlängerungskrimi von der Seitenlinie aus verfolgen musste. Und tatsächlich bekam das VfL-Spiel nach dem Abgang vom Thomas einen erheblichen Bruch. So trafen die Royals drei Dreier in Folge und verschafften sich in der 6. Minute des 4. Viertels eine 77:80-Führung. Bereits zu diesem Zeitpunkt standen die Zuschauer in der Halle Einsiedlerbach wie eine Wand hinter ihrem Team und unterstützen ihren VfL bis zum Abpfiff frenetisch. „Nach dem Spiel heute kann man definitiv sagen, dass wir die besten Fans der Liga haben“, lobt der Trainer die Atmosphäre, was auch von den fairen Verlieren aus Oldenburg bestätigt wurde.
Sieben Sekunden vor Schluss, beim Stand von 88:88, verfehlte Jakob Faas den letzten Wurf der regulären Spielzeit und somit mussten beide Mannschaften in die Verlängerung, in der sich vor allem Moritz Loth und Zans Grobisch in den Vordergrund spielten. Eine Minute vor Ende der Verlängerung warf Gobinsch sich seinen Frust mit einem geglückten Dreier von der Seele und Moritz Loth traf nach sechs Fehlversuchen in der regulären Spielzeit zwei von zwei Dreiern in der Verlängerung. „Heute hat das Team gewonnen. Jeder einzelne Spieler hatte maßgeblichen Anteil an diesem wichtigen Arbeitssieg. Aber wenn ich heute einen Spieler hervorheben müsste, dann wäre es Markus Lohne. Er hat 43 Minuten eine außerordentliche kämpferische Leistung gezeigt und musste sich stets gegen körperlich überlegene Spieler in Szene setzen“, so Nicu Lassel abschließend. Teammager Heinrich Lassel, dem die Erleichterung nach dem Spiel im Gesicht stand, kommentierte das Spiel so: „Ein sehr wichtiger Sieg! Bei einer Niederlage stünden wir mit nur einem Sieg aus vier Spielen im unteren Tabellenteil und nächste Woche müssen wir zum Aufstiegskandidaten ASC Göttingen reisen. Heute hat mich die Mannschaft durch ihren kämpferischen Geist beeindruckt, erwähnen möchte ich jedoch auch die Leistungssteigerung von Michael Albers, der für mich ein sehr starkes Spiel gemacht hat. Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gewonnen, der sich nach dem Spiel als faire Verlierer gezeigt hat.“
VfL Hameln: Lars Feuersenger, Moritz Loth (6 Punkte/2 Dreier), Markus Lohne (21), Jan Erik Kunze, Timo Thoma (27/3), Michael Albers (10/2), Felix Haeckel (2), Zans Grobinsch (20/1), Jakob Faas (15/5), Tobias Stender (2).
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