23.04.2026 14:52

Interview


Spitzenathletik trifft Nachwuchsreporter: Finja Loges im Interview

Loges: „Würde später gerne mal beim Ironman Hawaii starten"
Finja Loges Zukunftstag AWesA 2026
Zukunftstag bei AWesA: Triathletin Finja Loges und die Nachwuchsreporter.
Sie gehört zu den sportlichen Aushängeschildern Hameln-Pyrmonts: Finja Loges ist eine der besten Triathletinnen im Weserbergland. Dass sie längst über die lokalen Grenzen hinausgewachsen ist, beweist ihr voller Terminkalender: In Deutschland startet sie in der Triathlon-Bundesliga für das Team Dr. Loges Lüneburg und international misst sie sich in der französischen ersten Liga für den Verein Valence – eine Liga, die unter Experten als noch anspruchsvoller und härter gilt als das deutsche Oberhaus.

Im Rahmen des Zukunftstags haben unsere fünf Nachwuchsreporter Linus, Jonte, Marc, Noah und Ben die Gelegenheit genutzt, die Spitzenathletin einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Von harten Trainingseinheiten über Gummibärchen als Geheimwaffe bis hin zum Traum vom Ironman Hawaii – hier ist das Interview:
Als allererstes stelle ich dir die Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen, Triathlon zu machen?
„Ich bin auf die Idee zum Triathlon gekommen, weil eine Freundin meiner Mutter beim Hamelner Triathlon in Hameln mitgemacht hat. Ich habe mir das angeschaut, fand es toll und habe mich im nächsten Jahr direkt angemeldet – ohne jegliche Erfahrung mit den Wechseln oder dem Ablauf. Vorher bin ich nur geschwommen, aber der Schwimmsport allein ist mir zu langweilig geworden. Ich habe die Überwindung gebraucht, mich nach dem Schwimmen noch aufs Rad zu setzen und danach 5 Kilometer zu laufen.“

Wie alt warst du da ungefähr?
„15 oder 16 Jahre alt. Ich bin eine Spätstarterin gewesen. Eigentlich wollte ich Ballett machen. Nach einer Probestunde wollte ich aber nur noch das Tüllkleid haben und bin nie wieder hingegangen (lacht). Mit 10 Jahren hat mich meine Mutter dann im Schwimmverein angemeldet, wo ich sechs Jahre lang Leistungssport betrieben habe, bevor ich zum Triathlon gewechselt bin.“

Was war dein Kindheitstraum und warum?
„Sportlich gesehen würde ich später gerne mal beim Ironman Hawaii starten. Mir liegen die längeren Strecken persönlich besser als die Sprintdistanzen. Ich brauche meistens 5 bis 6 Kilometer, um beim Laufen richtig warm zu werden.“

Wer ist dein Idol?
„Ich finde 'Paula, die Fahrradmaus' (Influencerin, Anm.d.Red.) cool. Sie macht Triathlon einfach aus Spaß an der Sache und motiviert Leute dazu, verschiedene Sportarten wie Wasserballett, Boxen oder Fußball einfach mal auszuprobieren, ohne Leistungsdruck.“

Wie oft trainierst du und wo?
„Ich trainiere zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche. Das sind etwa fünf bis sechs Schwimmeinheiten, drei bis vier Radeinheiten und ca. 50 bis 65 Laufkilometer pro Woche. Mein Haupttraining findet im Schwimmbad, auf dem Weserradweg direkt vor der Haustür oder in der Feldmark statt. Rennrad fahre ich meistens durchs Weserbergland.“

Welche Disziplin macht dir am meisten Spaß beim Triathlon?
„Das Schwimmen. Ich kann das auch gut mit meinem Beruf als Schwimmmeisterin verbinden, ich bin quasi jeden Tag am Becken.“

Wie bist du dazu gekommen, Triathlon und Hyrox zu machen?
„Meine Mutter hat im Fitnessstudio gearbeitet, da wurde Hyrox groß rausgebracht. Die Chefin dort hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, das mal auszuprobieren. Hyrox hat mir zusätzliche Stabilität gegeben. Die Disziplinen beim Hyrox lassen sich gut auf Thriathlon übertragen. Es bringt Abwechslung und hat viele Aspekte, die mir beim Thriathlon auch einfach helfen.“

Was isst man eigentlich so, wenn man so fit ist?
„Ich esse wirklich alles, von Weißbrot über Pommes und Pizza bis hin zu Hamburgern. Beim Sport verbrennt man so viele Kalorien, dass man viel essen muss, um genug Kraft zu haben. Am liebsten esse ich Gummibärchen, auch während der Radeinheiten. Diese Energie-Gels (Zuckersirup, Anm.d.Red.) sind nicht so meins, ich nehme sie beim Wettkampf nur, wenn ich keine anderen Alternativen habe.“

Wann und wie bereitest du dich auf einen Wettbewerb vor?
„Ich arbeite einen Trainingsplan von meinem Trainer neben meinem Job ab. Vor einem Wettkampf habe ich meist zwei Wochen lang sehr harte Einheiten. In der Woche direkt vor dem Wettkampf sind die Einheiten kürzer und es kommen auch Einheiten zur Erholung dazu.“

Was war dein größter Höhepunkt bisher in deiner Karriere?
„Im Jugendalter ist das der dritte Platz in der Gesamtwertung beim Deutschland-Cup in Jena gewesen. In den letzten Jahren ist der Aufstieg meines Teams (Dr. Loges aus Lüneburg, Anm.d.Red.) von der Oberliga in die Bundesliga ein großer Höhepunkt gewesen. Es ist toll gewesen zu sehen, wie wir als Team jedes Jahr besser geworden sind.“

Was ist an Triathlon und Hyrox besser als an anderen Sportarten wie Handball oder Fußball?
„Es ist abwechslungsreicher und man kommt unglaublich viel in der Welt rum. Es gibt Rennen in Spanien, Hawaii, Frankreich oder beim Hyrox in Malaga oder New York. Ich starte zum Beispiel auch für ein französisches Team in Frankreich. Ohne den Sport wäre ich dort wahrscheinlich nie hingekommen.“

Hast du schon einen Ironman absolviert?
„Nein, noch nicht. Dieses Jahr habe ich mich für eine Olympische Distanz in Hamburg angemeldet (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen, Anm.d.Red.). Perspektivisch will ich mich auf die längeren Distanzen konzentrieren und mich dem Ironman über die volle Distanz nach und nach annähern.“
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Team AWesA
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