20.03.2026 13:01

Interview


Der „ewige“ Köberle: „Werde mein ganzes Leben lang Tennis spielen“

Einer der erfolgreichsten Spieler Hameln-Pyrmonts über seine Anfänge, die aktuelle Leistung und Zukunftspläne
Tobias Koeberle DT Hameln Tennis
Tobias Köberle gehört zu den besten Tennisspielern unserer Region. Foto: DT Hameln.
Seit vielen Jahren schon spielt und trainiert er beim TC Bad Pyrmont: Obwohl er sich bereits im Spätherbst seiner Tennis-Karriere befindet, setzt er sich noch heute gegen jüngere Kandidaten durch und erzielte bereits viele Erfolge innerhalb seiner Laufbahn. Mit dem verdienten Titel als einer der erfolgreichsten Spieler, die es je in Hameln-Pyrmont gab, ist es Anlass genug, dass wir die heimische „Tennislegende“, Tobias Köberle, für ein Interview getroffen haben. Praktikant Rafael George hat ihn zu seinen Anfängen im Tennissport, seiner aktuellen Leistung und seinen Plänen für die kommende Sommersaison befragt.

Wie lange und seit wann spielst Du eigentlich schon Tennis?
„Ich habe damals angefangen zu der Zeit, als Boris Becker Wimbledon gewonnen hat. Das war 1985. Dann hatte meine Mutti mir mit ihr und einer Freundin von ihr zusammen zehn Trainerstunden ermöglicht und da habe ich dann quasi im Sommer '85 mit Tennis angefangen.“
Was gab Dir denn eigentlich Inspiration zum Tennisspielen?
„Im Endeffekt war das damals Boris Becker, der in Wimbledon gewonnen hat, beziehungsweise als 16-, 17-Jähriger da richtig aufgetrumpft ist. Das war schon sehr inspirierend. Ich glaube, da hat fast ganz Deutschland angefangen mit Tennis. Da schien es fast, als würde Tennis sogar Fußball als beliebtesten Sport ablösen.“

Was hat Dich eigentlich dazu veranlasst, dem Tennissport noch bis heute treu zu bleiben?
„Ich habe früher Fußball gespielt und bin dann quasi zum Tennis gewechselt bzw. habe erst mal parallel beides gespielt. Es ist ein toller Wettkampf: Eins-gegen-eins und kein Körperkontakt. Tennis hat hohe Intensität, ist mega sportlich und sehr abwechslungsreich. Du brauchst Ballgefühl, du brauchst Technik, du brauchst Ausdauer, Schnelligkeit, Reaktion, Strategie und das ist alles, was diesen Sport so für mich interessant und spannend macht.“

Was war Dein Höhepunkt als Trainer?
„Als Trainer war ich für den Bezirk Hannover tätig. Das war so eine tolle Sache, da habe ich mit den Jüngsten arbeiten dürfen und wir haben dann an Landesmeisterschaften und Wettkämpfen teilgenommen. Ich habe mit ihnen am Wochenende auch Lehrgänge geleitet bzw. in Form gebracht. Und ich habe damals sogar ein Angebot aus Halle, Westfalen, erhalten. Das war ein Bundesliga-Verein und man wollte mich dort für den jüngsten Bereich als Trainer einsetzen. Das war eine tolle Bestätigung für mich. Aber ich muss sagen, in Bad Pyrmont fühlt es sich auch sehr gut an.. Man hat den Verein unter sich, trainiert die Leute und hat Spaß. Ein
richtiger Höhepunkt war vielleicht, als ich mal Kadertrainer sein durfte. Aber insgesamt macht eine Menge Spaß und ist immer noch ein Höhepunkt, wenn ich die jungen Tennisspielerinnen und -spieler trainiere.“

Was war Dein Höhepunkt deiner Tenniskarriere?
„Das Coolste war eigentlich, als wir damals die Weltmeisterschaft mitgespielt haben. Das war eigentlich für Amateure, also konnte sich da theoretisch jeder anmelden. Wir haben das als Gruppe gemacht. Wir sind mit drei Männern in die Türkei gefahren, haben die WM gespielt und dann habe ich in der dritten Runde gegen die Nummer eins aus Hongkong verloren. In Hildesheim bin ich bei den Deutschen Meisterschaften Dritter geworden und in Bremen bin ich Norddeutscher Meister geworden, das waren tolle Erfolge. Dazu kommen auch noch Titel wie Landesmeister, Bezirksmeister, Kreismeister, Clubmeister.“

Was tust Du so als Ausgleich zum Tennisspielen und Trainieren? Oder ist es vielleicht sogar Dein Ausgleich und wenn, zu was?
„Ich hab jetzt tatsächlich mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe früher mit ungefähr 13 Jahren mit Tennis angefangen und eigentlich recht schnell gemerkt, dass ich Lust dazu habe, das so lange zu machen und auch als Beruf auszuüben. Ich spiele nach wie vor gerne Tennis. Aktuell, genauer gesagt seit ungefähr anderthalb Jahren, habe ich Probleme mit dem Knie. Also läuft es nicht mehr ganz so gut. Daher kann ich aktuell nicht ganz so aktiv spielen, wie ich das gerne machen würde. Ich jogge gerne und vor ungefähr drei Jahren habe ich mit der Familie mit Golf angefangen. Das ist jetzt gerade, wo das Knie nicht so gut funktioniert, ein toller Ausgleichssport und man kann es auch mit der Familie spielen. Von daher bin ich froh, dass ich das gefunden habe, aber ich versuche nach wie vor wieder fit zu werden, dass ich auch aktiv wieder ins Tennisgeschehen eingreifen kann. Ob es etwas wird, werde ich in der Zukunft sehen.“

In welcher Liga spielst Du aktuell und jetzt in der kommenden Sommersaison?
„Wir haben in der Vergangenheit in der Oberliga gespielt und mussten uns dann leider, weil wir nicht genug Personal hatten, einmal in die Landesliga zurückziehen. Danach sind wir wieder mit dem Personal aufgestiegen. Im Endeffekt war aber das Problem, dass wir so ländlich sind, dass wir in der Oberliga nicht genügend Leute zusammenbekommen. Also wir spielen bei den 30ern und haben sogar mehrere 40er und 50er in der Mannschaft. Letzten Winter konnte ich wegen der Knieverletzung nicht spielen. Im Sommer haben wir uns dazu entschlossen, wegen des Personalmangels die Mannschaft quasi in die Herren der Verbandsliga zurückzuziehen. Und das ist auch ein sehr hohes Niveau. Ob ich spielen kann, wie schon gesagt, steht noch ein bisschen aus. Ich muss jetzt gucken, wie es mit meinem Zustand läuft. Ich mache ein bisschen Krafttraining, Dehnübungen, leichte Kräftigung und versuche, das Ganze ohne ärztliche Behandlungen in den Griff zu bekommen.“

Auf welche gegnerischen Tennisteams darf man sich in der Sommersaison besonders freuen?
„Die Herren 30 ist jetzt zurückgegangen in den Herrenbereich und da haben wir ein paar Derbys. Wir spielen mitunter gegen den DT Hameln. Dann sind auch noch so die Mannschaften wie Springe dabei, also alle in der Nähe, die etwas höher spielen. Und das werden bestimmt tolle Derbys. Es wird ganz interessant, wer sich im Endeffekt in der Verbandsliga durchsetzt und vielleicht aufsteigt, absteigt oder die Klasse hält. Und von der Clubmannschaft gucken wir natürlich immer auf die Kleinsten. Da haben wir jetzt zwei neue Mannschaften, einmal eine Midcourt-Mannschaft, die spielen auf einem halben Feld, und eine gemischte Mannschaft aus Jungs und Mädchen. Wir legen natürlich erst mal ein besonderes Augenmerk darauf, dass wir sie ein bisschen an die Punktespiele heranführen. Und dass sie dann eben auch den Spaß am Wettkampf haben.“

Wie schätzt Du Deine aktuelle Leistung ein?
„Das hängt davon ab, ob das Knie mitmacht oder nicht. Wenn ich fit werde, dann könnte ich mir möglicherweise noch mal vorstellen, in der ersten Mannschaft zu spielen, falls ich noch einen Stammplatz kriegen würde. Aber den einen oder anderen kann man sicherlich noch besiegen. Die Ärzte haben gesagt, ich muss altersentsprechenden Sport betreiben.“

Wie lange wirst Du noch Tennis spielen und trainieren?
„Ich denke, ich werde ich mein ganzes Leben lang Tennis spielen. Ich habe einfach Spaß daran. Und selbst später, wenn ich mich dann vielleicht gar nicht mehr so gut bewegen kann, will ich vielleicht wenigstens noch mit vier Leuten ein Doppel spielen. Ich sehe hier auch viele ältere Leute, die ein schönes Doppel spielen. Wenn man gesund bleiben und diesen Sport weitermachen darf, würde ich höchstwahrscheinlich nie aufhören.  Arbeitstechnisch ist das wahrscheinlich ebenso. Aktuell fühle ich mich noch ziemlich gut, dass ich das auf jeden Fall noch ein paar Jahre machen werde und in einem kleinen Umfang vielleicht immer. Das hängt von Faktoren wie Gesundheit, etc... ab. Allerdings ist für mich an Aufhören eigentlich nicht zu denken.“
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Team AWesA
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