12.03.2026 09:48

Kreisligavorschau Interviews


Kreisligavorschau: Trotz Tabellenende: SV Azadi Hameln glaubt weiter an die Mission Klassenerhalt

Yalcin Uzun: „Wir haben es bisher immer geschafft – weil wir Kämpfer sind. Aufgeben war für uns noch nie eine Option"
Yalcin Uzun SV Azadi Hameln
Yalcin Uzun vom SV Azadi Hameln stellt sich unseren Fragen.
Die Kreisliga startet wieder durch. Wir haben das zum Anlass genommen, bei den Vereinen nachzuhorchen. Jeden Tag geben zwei Teams Einblicke in ihre Wintervorbereitung und einen Ausblick auf die anstehende Rückrunde.

Heute Yalcin Uzun vom SV Azadi Hameln:


Nach einem Sommer mit zahlreichen Abgängen befindet sich die Mannschaft aktuell am Tabellenende der Kreisliga. Die Hinrunde verlief sportlich schwierig, dennoch sieht das Team auch positive Ansätze und geht mit neuer Zuversicht in die Rückrunde. Verstärkt durch mehrere Winterneuzugänge soll nun der Kampf um den Klassenerhalt aufgenommen werden. Im Interview blickt Yalcin Uzun auf die turbulente erste Saisonhälfte zurück, spricht über die Vorbereitung auf die Rückrunde und erklärt, warum der Glaube an eine erfolgreiche Aufholjagd weiterhin vorhanden ist.
Nach unzähligen Abgängen im vergangenen Sommer sind die nackten Zahlen der Hinrunde ernüchternd und Ihr steht aktuell am Ende der Tabelle. Wenn Ihr die erste Saisonhälfte Revue passieren lasst: Welche Gefühle löst das aus?
„Die erste Saisonhälfte lief natürlich alles andere als überragend. Aber als Mensch, der immer versucht, das Positive zu sehen, blicke ich trotzdem gestärkt in die Rückrunde – gerade wegen der Hinrunde. Denn sie hat uns am Ende des Tages nicht umgehauen, sondern noch enger zusammengeschweißt und gefestigt. Trotz aller Schwierigkeiten gab es auch einige Lichtblicke und starke Momente – zum Beispiel die Siege gegen den aktuellen Drittplatzierten Großenwieden oder gegen Hilligsfeld, die auf Platz sechs stehen. Gerade die schwierigen Phasen können für uns eine wichtige Lehre sein. Sie haben uns abgehärtet und stärker gemacht. Wenn wir diese Erfahrungen mitnehmen, können sie in der Rückrunde zu unserem größten Vorteil werden."

Ihr konntet im Winter Neuzugänge für die Mission „Klassenerhalt“ für Euch gewinnen. Was erhofft Ihr Euch von ihnen in der Rückrunde?
„Unsere Neuzugänge sollten zwei wichtige Komponenten mitbringen: Zum einen das Herz für den Verein – und zum anderen die Qualität, die uns im Abstiegskampf in der Hinrunde teilweise gefehlt hat. Diese beiden Komponenten zusammen sind die richtige Mischung für unseren „Cocktail“ im Kampf um den Klassenerhalt. Genau diese Mischung bringen unsere Neuzugänge mit. Gemeinsam mit den Spielern, die in der Hinrunde noch nicht an ihre gewohnte Form anknüpfen konnten, wollen wir als Mannschaft zusammenstehen und am Ende die nötigen Punkte holen, um den Klassenerhalt zu sichern."

Welcher Strohhalm lässt Euch fest daran glauben, dass Ihr das Feld in der Rückrunde noch einmal von hinten aufrollen könnt?
„Wir haben es bisher immer geschafft – weil wir Kämpfer sind. Aufgeben war für uns noch nie eine Option. Wir können die Situation mit klarem Kopf realistisch einschätzen und wissen genau, worum es geht. Gerade deshalb werden wir alles dafür tun, unser Ziel zu erreichen. Wenn jeder Einzelne alles gibt und wir als Mannschaft zusammenstehen, können wir auch diese Herausforderung meistern. Im Kurdischen gibt es ein Sprichwort: ,Berxwedan Jiyan', was übersetzt heißt: Widerstand ist Leben. Es ist im Leben oft ein Kampf – ob und wie man ihn annimmt, darauf kommt es an."

Wie seid Ihr die Vorbereitung auf die Rückrunde angegangen?
„Die Vorbereitung begann in diesem Jahr aufgrund des kalten Winters etwas später als gewohnt. Selbst die heimischen Fitnessstudios waren angeblich restlos ausgebucht, sodass uns zunächst nichts anderes übrig blieb, als abzuwarten. Dank der Kunstrasenplätze, die uns zur Verfügung stehen – auch wenn diese teilweise noch bis Mitte Februar gesperrt waren – konnten wir in den letzten zwei bis drei Wochen endlich wieder regelmäßig trainieren und Spiele absolvieren. Zusätzlich hatten wir mit der Rattenfängerhalle einmal pro Woche die Möglichkeit, ein Hallentraining durchzuführen. Trotz der schwierigen Bedingungen haben wir versucht, das Beste aus der Situation zu machen und uns so gut wie möglich auf die Rückrunde vorzubereiten."

Was muss sich Eurer Meinung nach am meisten ändern, damit wir den SV in der nächsten Saison wieder in der Kreisliga sehen werden?
„Ein großes Thema ist auch die Einstellung vieler Spieler zum Sport geworden. Für Vereine wird es immer schwieriger, mit kleinen Kadern zu arbeiten. Mittlerweile braucht man fast 30 Spieler im Kader, um am Wochenende überhaupt sicher elf Spieler plus Einwechselspieler aufstellen zu können. Gerade für einen kleineren Verein wie uns ist es eine große Herausforderung, einen so großen Kader nicht nur zusammenzustellen, sondern auch alle Spieler dauerhaft bei Laune zu halten. Natürlich hat jeder im Leben seine Prioritäten – Familie, Arbeit oder Ausbildung. Trotzdem bleibt Fußball für viele von uns die schönste Nebensache der Welt und genau diesen Gedanken wollen wir im Verein weiterhin leben."
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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