09.03.2026 09:25

Kreisligavorschau Interviews


Kreisligavorschau: Zwischen Aufstiegsrennen und Umbruch: MTSV Aerzen zieht Zwischenbilanz

Gaetano Bartolillo: „Die Marschroute ist klar: Wir wollen in der Rückrunde oben mitmischen, aber wir sind nicht darauf fixiert"
MTSV Aerzen Gaetano Bartolillo
Gaetano Bartolillo vom MTSV Aerzen stellt sich unseren Fragen.
Die Kreisliga startet wieder durch. Wir haben das zum Anlass genommen, bei den Vereinen nachzuhorchen. Jeden Tag geben zwei Teams Einblicke in ihre Wintervorbereitung und einen Ausblick auf die anstehende Rückrunde.

Heute Gaetano Bartolillo vom MTSV Aerzen:


Nach dem knapp verpassten Wiederaufstieg in der vergangenen Saison bewegt sich die Mannschaft derzeit im oberen Mittelfeld der Kreisliga. Mit Tabellenplatz fünf zur Winterpause ist der Anschluss an die Spitzengruppe zwar vorhanden, gleichzeitig liegt der Fokus weiterhin auf der Entwicklung des Teams. Besonders der zweite Platz beim Hallenturnier AWesA-Hallenmasters hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Im Interview blickt das Team auf den bisherigen Saisonverlauf, die Lehren aus dem verpassten Aufstieg und die Ziele für die Rückrunde.
Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga vor zwei Saisons und dem knapp verpassten Wiederaufstieg in der Relegation der vergangenen Saison rangiert Ihr aktuell auf dem fünften Tabellenplatz. Wie bewertet Ihr den bisherigen Saisonverlauf nach dem Fast-Aufstieg in der letzten Saison?
„Grundsätzlich sind wir zufrieden. Was uns jedoch ärgert, sind die Punkte, die wir zu Saisonbeginn liegen gelassen haben – das war schlichtweg unnötig. Wir haben in Spielen geführt und am Ende doch nur unentschieden gespielt, weil uns der Juni viel Kraft gekostet hat und sich viele im Juli darauf ausgeruht haben. Dadurch kam es dazu, dass wir am Anfang wertvolle Zähler verloren haben. Davon ausgenommen ist die Niederlage in Großenwieden, die ebenfalls nicht hätte sein müssen, da wir dort etliche Torchancen hatten und einen Elfmeter verschossen haben – dem trauern wir noch immer hinterher. Leider gab es zwei, drei Spiele gegen Gegner, gegen die man eigentlich nicht verlieren darf. Im Großen und Ganzen sind wir aber zufrieden, da wir viele junge Spieler integrieren. Viele der Erfahrenen sind mittlerweile etwas ins zweite Glied gerückt und wir sind sehr glücklich mit dem, was wir hier auf die Beine stellen. Wir werden in der Kreisliga auch nicht mehr nur als reine ‚Rentnertruppe‘ wahrgenommen. Wir haben viel junge Qualität im Team und sind mit dem fünften Platz insgesamt einverstanden, auch wenn natürlich noch Luft nach oben ist.“

Welche positiven Schlüsse konntet Ihr aus dem verpassten Aufstieg für die aktuelle Saison ziehen?
„Rückblickend muss man sagen: Afferde war letztes Jahr definitiv eine Bezirksligamannschaft – wir waren es noch nicht. Auch wenn wir die ganze Zeit oben mitgemischt haben, haben wir viel über die Routine geregelt und so unsere Siege eingefahren. Hätten wir den Aufstieg geschafft, hätten wir natürlich alles versucht, um die Klasse zu halten. Aber vielleicht wäre es noch ein Stück zu früh gekommen. Wir haben viele junge Leute, die in der Kreisliga aktuell besser aufgehoben sind. Deshalb ist der verpasste Aufstieg für uns kein Beinbruch.“

Beim AWesA-Hallenmasters konntet Ihr mit dem zweiten Platz und einer starken Finalleistung gegen die SSG Halvestorf-Herkendorf aus der Landesliga Euer Potenzial eindrucksvoll unter Beweis stellen. Inwiefern lässt sich dieser Erfolg als Motivation für die Rückrunde nutzen?
„Die Hallensaison nehmen wir definitiv positiv mit nach draußen. Im Gegensatz zum Vorjahr hatten wir keine so langen Pausen, sondern haben uns bei den Turnieren regelmäßig gesehen. Viele Spieler sind dadurch im Rhythmus geblieben und waren nicht monatelang komplett raus – das war auch der Grund, warum wir unbedingt in der Halle spielen wollten. Wie viel Motivation das für die Rückrunde gibt, wird sich zeigen. Die Situation in der Liga hat sich verändert: Preussen Hameln hat quasi die gesamte Mannschaft verloren, wodurch es momentan keinen klaren Favoriten gibt. Ich muss allerdings auch ehrlich sagen – ohne jemandem zu nahe treten zu wollen –, dass ich derzeit kein Team sehe, das das Format hätte, sich dauerhaft in der Bezirksliga zu behaupten. Deshalb konzentrieren wir uns in der Rückrunde erst einmal nur von Spiel zu Spiel.“

Worauf werdet Ihr in der Vorbereitung den Fokus legen, um die Qualität aus der Halle auch auf den Rasen zu bringen?
„Unser Ziel ist es, den Schwung aus der Halle auf den Rasen zu übertragen. Die Vorbereitung war aufgrund der schwierigen Trainingsbedingungen nicht einfach, aber unser Fokus lag ganz klar auf dem Bereich Kraft. Die Jungs haben bei den vielen Spinning-Einheiten sehr gut mitgezogen. Der Abstand zu den Aufstiegsrängen ist zwar da, aber er ist nicht uneinholbar.“

Der Abstand zu den Aufstiegsrängen ist vorhanden, aber nicht uneinholbar. Mit welcher Marschroute geht Ihr in die ersten Spiele der Rückrunde?
„Wie schon gesagt: Wir haben keinen Druck und denken von Spiel zu Spiel. Wir müssen direkt zum Start punkten, dann ist alles möglich, zumal wir noch gegen alle direkten Konkurrenten spielen. Wir verfügen in dieser Rückrunde über eine ‚Bombenoffensive‘. Unsere Aufgabe ist es, die Offensivspieler dazu zu bringen, auch nach hinten mitzuarbeiten und die Wege zu machen. Wenn das gelingt, werden wir auch defensiv stabil stehen. Die Marschroute ist klar: Wir wollen in der Rückrunde oben mitmischen, aber wir sind nicht darauf fixiert, um jeden Preis ganz oben anzugreifen. Wenn es passiert, nehmen wir es gerne mit – genau wie im letzten Jahr. Wir sind Sportler und wollen immer gewinnen, aber wir bleiben bei der Einstellung: von Spiel zu Spiel denken. Erst das erste gewinnen, dann das zweite und dann schauen wir weiter. Die entscheidenden Duelle gegen die Top 5 kommen noch; außer Hilligsfeld warten alle noch auf uns. Wir haben keinen Druck, ganz im Gegenteil. Durch den starken Kader habe ich die Qual der Wahl. Das Schöne ist, dass ich jederzeit Qualität von der Bank nachlegen kann. Wenn jemand keinen guten Tag hat, kommt ein anderer rein, der mir beweisen will, dass er zurecht spielt. Das ist es, was ich mir von der Rückrunde erhoffe.“
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Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
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