29.12.2021 10:59

Interview


„Es gibt kaum etwas Besseres“

„Sport ist ein Ventil, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wie heißt es so schön: 'When nothing goes right, go lift'. Der Spruch trifft es ganz gut, Sport pustet den Kopf frei“

Auf ihrem Instagram-Kanal pollywood279 berichtet Eva Strohreicher regelmäßig über ihre Fortschritte.


Eva Strohdeicher powert sich leidenschaftlich gerne aus - und wird dabei immer fitter. Foto: Timm Rehmert.
Es gibt Menschen, die Sport brauchen wie Luft zum Atmen. Die Sport einfach nur aus einem Antrieb auf einem Level betreiben, das professionelle Züge annimmt. Eva Strohdeicher ist so ein Mensch. Jedoch hat sich ihre Leidenschaft für die Leibesertüchtigung nicht über Nacht entwickelt, sondern ist das Ergebnis einer Charakterbildung. Sie hat für sich erkannt: Sport gibt ihr so viel. Körperliche und geistige Fitness, Stressresistenz, einen Ausgleich zum anstrengenden Alltag mit Familie und Beruf. Ein Leben ohne Sport wäre für sie mittlerweile wohl ein Alptraum. Wir haben mit ihr ausführlich gesprochen.


Foto: Timm Rehmert.
Du bist begeisterte Crossfitterin, auf Deinem Instagram-Kanal postest Du auch Vorher/Nachher-Bilder. Wann und warum hat sich bei der Impuls entwickelt, sportlich so richtig durchzustarten?
Eva Strohdeicher: „Ich komme ursprünglich aus dem Laufbereich. 2010 habe ich mit unserem Hund an Wettkämpfen teilgenommen. In den folgenden Jahren kam immer mal wieder der Gedanke, dass ich mehr machen möchte, also habe ich angefangen zu recherchieren. Ende 2016 war ich dann in Hameln das erste Mal beim Crossfit. Ich habe sofort Blut geleckt, ziemlich schnell haben sich bei mir Verbesserungen eingestellt. Das war immer dann zu spüren, wenn man drei Monate später dasselbe Workout noch einmal gemacht hat und dann einen Vergleich hatte. Ich bin ein Mensch, der sich gerne Herausforderungen stellt und die bekommt man beim Crossfit zuhauf (lacht).“

Was ist Dir zu Beginn besonders schwergefallen und wie bist Du mit Misserfolgen umgegangen bzw. am Ball geblieben?
„So einen Moment hatte ich ehrlich gesagt noch nicht. Für mich ist Crossfit der absolute Ausgleich zu meinem Alltag. Mein Mann Manuel und ich haben Zwillinge und sind beide beruflich aktiv. Da braucht es einen Gegenpol. Ich stehe bereits zwischen 3 und 4 Uhr morgens auf und mache erstmal Sport. Allgemein schlafe ich relativ wenig, was der Erholung natürlich im Weg steht – zu jedem Training gehört auch eine Erholungsphase. Vor der Geburt unserer Kinder hätte ich nie gedacht, dass man mit weniger Schlaf auskommt als die klassischen acht Stunden, aber sie haben es uns beigebracht (lacht). Das gibt mir ungemein viel Kraft für den Tag, der noch bevorsteht. Ich hatte bisher nie das Gefühl, dass ich nicht hochkomme, um Sport zu machen.“

Du bist Moderation bei radio aktiv – wann gibt es die erste morgendliche Sportstunde mit Eva Strohdeicher?
„Ich moderiere ja kaum noch, also hat sich die Gelegenheit noch nicht ergeben. Mittlerweile bin ich Redakteurin und arbeite eher hinter den Kulissen. Aber hin wieder fragen Kollegen durchaus mal nach, holen sich Tipps. Beim ersten Lockdown habe ich zuhause viele Sportstunden für unsere Kinder gegeben. Wir standen vor der Herausforderung, wie man die Kinder möglichst gut in eigenen, ziemlich vollen Alltag einbinden kann und wenn sie sich dabei noch etwas auspowern, haben alle etwas davon (lacht).“

Foto: Timm Rehmert.
Wie organisierst Du Dich im Sport – gibt es Vereine, denen Du beigetreten bist oder gehst Du in Fitnessstudios?
„Ich bin primär Einzelsportlerin und mache meine Einheiten häufig alleine. Vor allem durch Corona wurde das noch einmal verstärkt. Weil die Studios schließen mussten, haben wir uns auf dem Fachboden einen Fitnessraum eingerichtet. Seitdem trainiere ich sehr oft zuhause, weil es sich mit dem eigenen Tagesablauf viel besser vereinbaren lässt und ich bin nicht an die Öffnungszeiten der Studios gebunden.“

Mit Deiner besten Freundin betreibst Du den Instagram-Kanal „MPC WorkoutBesties“, dort bezeichnet Ihr Euch als „Official My Peak Challenge Ambassador“. Was hat es damit auf sich?
„Die 'My Peak Challenge' ist ein Online-Sportprogramm, bei dem ich mich angemeldet habe. Die Besonderheit ist, dass 50 Prozent der Mitgliedsbeiträge an wohltätige Organisationen gespendet werden. Man bekommt jeden Monat einen Workout- und Ernährungsplan, in diesem Jahr ist sogar Yoga dabei. Die Pläne sind angelehnt an Crossfit. Über die 'My Peak Challenge' habe ich schließlich eine Frau aus Osnabrück kennengelernt, wir sind beste Freunde geworden, haben uns über diesen Channel zusammengetan und uns als Botschafter (Anm.d.Red.: Englisch: Ambassador) beworben. Wir sammeln über bestimmte sportliche Challenges Beträge für wohltätige Zwecke und teilen unsere Aktivitäten über unseren Instagram-Kanal. Mittlerweile sind es über 2.000 Euro, die wir gesammelt haben – das macht uns schon stolz.“

Es gibt viele Crossfit-Wettbewerbe, die sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreuen. Inwiefern spielt der Wettbewerb für Dich eine Rolle?
„Für kleinere Veranstaltungen wäre ich auf jeden Fall zu haben, man darf aber auch nicht vergessen, dass man beim Crossfit oft nicht weiß, was einen  erwartet. Du musst sehr viele Disziplinen zumindest in den Grundzügen beherrschen und das ist gleichzeitig auch das Schwierigste dabei. Wenn man überall einigermaßen gut sein muss, ist der Respekt vor den Wettkämpfen natürlich groß.“


Foto: Timm Rehmert.
Dennoch gibt es sicherlich Herausforderungen, die Du Dir selbst setzt...
„Das stimmt. Im letzten Jahr habe ich zum Beispiel eine 5.000 Kalorien-Challenge gemacht. Das bedeutet, dass man an einem Tag 5.000 Kalorien verbrennen muss – klingt zwar erst einmal simpel, ist aber ziemlich schwierig. Wenn ich meinen normalen Alltag habe und die 'normalen' Trainingsprogramme durchziehe, dazu noch 30.000 Schritte mache, verbrauche ich zwischen 3.400 und 3.800 Kalorien. Da fehlt also noch einiges und ich habe es damals auch ein wenig unterschätzt. Am Morgen gab es ein drei- bis vierstündiges Workout, dann bin ich mit einer Gewichtsweste zwölf Kilometer mit unserem Hund gewandert, nachmittags habe ich noch ein Workout eingeschoben und abends kam dann noch die Hausarbeit – und auch da verbraucht man durchaus Kalorien (lacht). Am Ende habe ich es geschafft, war dafür aber auch völlig K.O. Für das nächste Jahr habe ich mir fest vorgenommen, an einem Tag 7.500 Kalorien zu verbrennen. Da braucht es allerdings eine gute Planung und das Essen muss auch vorbereitet sein.“

Dein Ehemann Manuel ist zwar sportlich ebenfalls durchaus aktiv, aber sicherlich nicht ganz so „verrückt“ wie Du. Wie oft trainiert Ihr dennoch gemeinsam?
„Am Anfang meinte er tatsächlich, dass ich verrückt sei (lacht). Crossfit machen wir eher weniger gemeinsam, gehen aber gerne mal eine Runde laufen. Ich bin ihm aber unheimlich dankbar dafür, dass er meinen Wahnsinn möglich macht (lacht). Er stärkt mir den Rücken, springt auch mal ein, wenn bei mir gerade wenig Zeit für Sport ist.“

Abschließend: Was gibt Dir der Sport, was macht Dich im positiven Sinne süchtig?
„Seitdem ich so viel Sport mache, geht’s mir so gut wie nie zuvor. Ich kann mit äußeren Einflüssen viel besser umgehen, gerade wenn ich viel Stress oder Zoff mit mir wichtigen Menschen habe. Sport ist ein Ventil, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Wie heißt es so schön: 'When nothing goes right, go lift'. Der Spruch trifft es ganz gut, Sport pustet den Kopf frei. Wenn ich morgens mein Workout mache und dann voller Energie in den Tag starte – es gibt kaum etwas Besseres.“


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