05.06.2021 06:21

Interview - Leidenschaft Heimatsport


„TBH der Verein, bei dem ich mit meinem Bruder das Kicken begonnen habe“

Wir sprechen mit unseren Sportler*innen über ihre Leidenschaft / Heute: Marius Graw vom TB Hilligsfeld

Mit seinem 28 Jahren ist er der erfahrene Leitwolf der Hilligsfelder: Marius Graw.
Im AWesA Jahresrückblick 2020 haben wir bereits mit zahlreichen Sportler*innen der Region über ihre Leidenschaft gesprochen: den Sport. „Doch waren das längst nicht alle“, erzählt Timo Schnorfeil, Chef vom Dienst bei AWesA. „Uns ist es wichtig, dass wir möglichst viele Menschen zu Wort kommen lassen. Warum lieben sie ihren Sport? Warum lieben sie ihren Verein? Und warum investieren sie im Normalfall sogar noch Geld, um ihren Sport überhaupt ausüben zu können?“ Deshalb gibt es unsere Kurzinterview-Serie: Leidenschaft Heimatsport.

Name: Marius Graw
Alter: 28
Position: Innenverteidiger
Spitzname: -
Sportliches Vorbild: -

Was macht die Faszination Fußball aus?
„Ganz einfach das WIR-Gefühl. Mit seinen Kumpels mindestens dreimal die Woche Sport zu treiben und einfach den Alltag hinter sich lassen. Dem Körper 90 Minuten lang alles abzuverlangen, was gerade so möglich ist. An manchen Tagen mehr, an machen Tagen weniger (lacht).“

Warum ausgerechnet der TB Hilligsfeld?
„Der TB Hilligsfeld ist der Verein, bei dem ich mit meinem Bruder Niklas das Kicken begonnen habe. Damals war ich drei Jahre und wollte unbedingt mit auf den Rasen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zwischenzeitlich gab es noch zwei andere Stationen, an die ich gerne zurückdenke. Ich selbst wohne in Hilligsfeld, wodurch ich auch fernab des Ballsports guten Kontakt zu den Jungs in der Mannschaft und den Vereinsmitgliedern habe. Der Aufwand, das Training oder Spiel zu erreichen, ist dadurch sehr gering. Nach dem Training oder Spiel findet man sich immer in der isotonischen Runde wieder. Auf die Jungs ist immer Verlass. Des Weiteren wurde in den letzten Jahren hier in Hilligsfeld sehr gute Jugendarbeit geleistet. Mittlerweile bin ich einer der ältesten in der Truppe. Es macht aber einfach Spaß mit den Youngsters Fußball zu spielen. Ein Paar von den Jungs habe ich auch in der Jugend selbst trainiert. Dies sind die Gründe, warum ich wieder an die Hamel gewechselt bin.“

Wie sieht ein klassischer Spieltag aus?
„An einem klassischen Spieltag stehe ich so früh wie möglich, aber so spät wie nötig auf. Nach einem bedarfsangepassten Frühstück steht Tasche packen auf der Liste. Oft mit wilder Sucherei verbunden, um das richtige Aufwärmshirt zu finden. Die 2 Euro Strafgeld für das nicht getragene Shirt kann man ja besser nach dem Spiel bei 'Fitschi' und seiner Crew an der Bratwurstbude investieren. Angekommen am Treffpunkt wird oftmals noch Platzbau betrieben. Dabei wird der Vorabend reflektiert. In der Kabine geht es los und ich konzentriere mich auf das anstehende Spiel. Natürlich will ich immer mit den Jungs als Sieger das Grün verlassen. Nachdem Abpfiff geht es zur Bratwurstbude und den treuen Schlachtenbummlern des TBH. Bei Kaltgetränken wird das Spiel aufgearbeitet. Die besten und hilfreichsten Tipps kommen natürlich von unseren Moosbuckeln aus der Altliga. Danach geht es unter die Dusche und Wunden werden geleckt. Schließlich ist am Dienstag schon wieder Training.“

Weshalb gewinnt der Amateursport gegen den Profisport?
„Der Amateursport gewinnt für mich durch das Miteinander. Wir spielen nicht für Geld und haben Spaß am Fußball. Der TB Hilligsfeld ist aktiv am Dorfleben beteiligt. Amateursportler organisieren hier unter anderem in Events und beteiligen sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz. Unentgeltlich! Im Profibereich werden riesige Millionensummen durch geldgierige Piranhas für die Dienste von Menschen hin- und hergeschoben. Einfach Wahnsinn.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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