02.04.2021 07:51

Interview - Leidenschaft Heimatsport


„Lieber Freitagabend die Altherren als Hoffenheim gegen Wolfsburg“

Wir sprechen mit unseren Sportler*innen über ihre Leidenschaft / Heute: Jonas Stickel von der Eintracht Afferde
Jonas Stickel EIntracht Afferde Fussball Kreisklasse Kopfbild AWesA
Jonas Stickel hebt seine Laune nach einer weiteren 96-Enttäuschung mit gepflegtem Amateurfußball. Foto: privat.
Im AWesA Jahresrückblick 2020 haben wir bereits mit zahlreichen Sportler*innen der Region über ihre Leidenschaft gesprochen: den Sport. „Doch waren das längst nicht alle“, erzählt Timo Schnorfeil, Chef vom Dienst bei AWesA. „Uns ist es wichtig, dass wir möglichst viele Menschen zu Wort kommen lassen. Warum lieben sie ihren Sport? Warum lieben sie ihren Verein? Und warum investieren sie im Normalfall sogar noch Geld, um ihren Sport überhaupt ausüben zu können?“ Deshalb gibt es unsere Kurzinterview-Serie: Leidenschaft Heimatsport.

Name: Jonas Stickel
Alter: 26
Position: Alles außer Abwehr
Spitzname: Toptorjäger
Sportliches Vorbild: Delron Buckley und Basti Mour

Was macht für Dich die Faszination Fußball aus?
„Fußball mobilisiert einfach immer die komplette Dorfgemeinschaft. Egal in welcher Liga der Heimatverein spielt, am Spieltag geht es für Jung und Alt auf den Sportplatz. Die Qualität des Spiels steht da eher im Hintergrund. Da geht es um gemeinsam Fußball schauen, Bierchen trinken und sich mit den Leuten zu unterhalten. Nach dem Spiel wird dann mit den Edelfans jede einzelne Szene nochmal durchgesprochen und das macht es für mich aus.“

Warum ausgerechnet die Eintracht Afferde?
„Mein Bruder Julian hat mich schon länger gedrängt, von meinem Heimatverein Lauenau nach Afferde zu kommen. Durch meinen Umzug nach Hameln habe ich mir dann auch gesagt, dass ich jetzt nicht meine halbe Freizeit im Auto sitzen möchte, um zum Training und zu den Spielen zu fahren. Da ich in den letzten Jahren auch noch weitere Afferder Jungs kennenlernen durfte, war die Entscheidung schnell klar und ich bereue sie keineswegs! Außerdem haben wir einen Riesenkühlschrank in der Kabine. Der gefällt mir ganz gut (lacht).“

Wie sieht bei Dir ein klassischer Spieltag aus?
„Meistens wird jede Sekunde genutzt, um im Bett genug Kraft zu tanken, damit ich dann später auf dem Feld auch meine 12km abspulen kann (Anm.d.Red., Beweise bitte! ;-)). Nach dem Aufstehen wird sich dann, nach kurzer Nahrungssuche, aufs Rad geschwungen und Richtung Eintrachtweg gestrampelt. Dort angekommen, versuche ich meistens beim Spiel der Dritten noch genug Tricks und Kniffe abzuschauen, die ich dann auch auf mein Spiel ummünzen kann. Dann geht es irgendwann in die Kabine und nach einer hoch emotionalen Ansprache unseres Trainer-Duos geht es dann top motiviert raus auf die herrliche Kunststoffwiese.“

Weshalb gewinnt der Amateursport für Dich gegen den Profisport?
„Wenn ich mir alleine meinen Lieblingsverein 96 anschaue, vergeht mir oft die Laune. Weil dort Leute am Werk sind, die das am Fußball kaputtmachen wollen, was es einst ausgemacht hat. Leider gibt es im Profibereich nur noch wenige Ausnahmen, bei denen mehr als Profitgier hinter steckt. Beim Amateursport gibt es so viele Menschen, die ihr Herzblut da reinstecken, ohne auch nur einen Cent dafür zu sehen. Dort wird so viel Freizeit investiert, damit letztendlich die ganze Gemeinschaft diesen Sport ausleben kann. Und aus solchen Gründen schaue ich mir dann auch lieber am Freitagabend bei Bier und Wurst die Altherren an als bspw. Hoffenheim gegen Wolfsburg.“
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