01.07.2019 11:59

Interview


Niebling im Gespräch: Paderborn, Tündern und der steinige Weg im Fußball

„Für mich hat das Berufsleben Priorität“ / „Haben mir das Gefühl vermittelt, dass sie mit mir arbeiten wollen“
Chris Niebling HSC BW Tuendern Fussball Oberliga AWesA
Chris Niebling spielt in der kommenden Oberliga-Saison für den HSC BW Tündern.
Der HSC BW Tündern hat zum Ende der Wechselfrist einen großen Coup gelandet. Mit Chris Niebling wurde ein Spieler verpflichtet, der in der Jugend-Bundesliga und Herren-Oberliga für den SC Paderborn am Ball war. Wir haben mit Niebling über seine Vergangenheit, die Zukunft und seine Prioritäten im Leben gesprochen.

Chris, Du hast Dich, nach Deinem feststehenden Weggang vom SC Paderborn II, dazu entschieden, zum HSC BW Tündern zu wechseln. Was war für Dich ausschlaggebend, Dich den Schwalben anzuschließen?
„Als von Paderborn das Signal kam, dass es zu Ende geht, habe ich mich neu orientiert. Aufgrund einer längeren Verletzung und vielen Neuverpflichtungen, ist der Wechsel für mich der richtige Weg. Mein Spielerberater hat den Kontakt zu Tündern gesucht und ist dort auf offene Ohren gestoßen. Dann ging es ziemlich schnell. Ich habe mich mit Manfred Lentge und Trainer Siegfried Motzner zusammengesetzt. Sie haben mir das Gefühl vermittelt, dass sie mit mir arbeiten wollen. Da fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Ich habe bereits Oberliga-Erfahrung gesammelt und will der Mannschaft so gut wie möglich weiterhelfen.“

Du hast bereits angedeutet, dass Du in Deiner ersten Herrensaison in der Oberliga viel Pech hattest. Wie hast Du das Jahr erlebt?
„Ich war zu Beginn gut drauf, habe gut trainiert und war nah dran am Stammkader. Im September habe ich mich am Fuß verletzt. Ich konnte bis Mitte Januar nicht trainieren und das hat mich weit nach hinten geworfen. Danach konnte ich lange nur eine Halbzeit Vollgas geben. Mittlerweile habe ich mich aber zurück gearbeitet und bin guter Dinge, dass wieder über 90 Minuten spielen kann.“

Deine Stammposition ist das zentrale offensive Mittelfeld. Wo siehst Du Dich in Tündern?
„'Siggi' Motzner hat mir bereits mitgeteilt, dass die Grundausrichtung ein 4-4-2 ist. Dort sehe ich mich im zentralen Mittelfeld. Ich kann aber auch auf vielen anderen Positionen spielen und fühle mich überall zu Hause. Von daher ist das gar nicht so entscheidend.“

Tündern ist alles andere als ein gewöhnlicher Oberligist, verfügt mit hoher Wahrscheinlichkeit über die geringsten Mittel in der gesamten Liga. Wie gut siehst Du die Blau-Weißen für das anstehende Abenteuer aufgestellt?
„Ich finde es gut, dass sie wenig Spieler geholt haben. Eigentlich sind es ja nur Sören Vespermann und ich. Tim Niclas Schumachers wohnt in meinem Nachbarort und mit Lukas Neckritz habe ich bereits zusammengespielt. Robin Tegtmeyer gilt, bei dem, was ich bisher gehört habe, als Top-Spieler. Aber auch viele andere können kicken, das haben sie ja mit dem Aufstieg klar bewiesen. Ich bin sehr gespannt auf die Aufgabe. Es geht um den Klassenerhalt. Das Wichtigste ist aber, sich jetzt in der Vorbereitungen die nötige Fitness für diesen schwierigen Weg zu holen.“

Welchen Herausforderungen werdet Ihr in der Oberliga Niedersachsen begegnen?
„Es ist ein anderer Fußball als in unteren Klassen. Tündern ist noch unbekannt, daher werden die Gegner wohl offensiv gegen uns auftreten. Wir müssen die Mittel und Wege finden, dem zu begegnen. Letztlich kommt es darauf an, welche Spielidee unser Trainer verfolgt. Grundsätzlich ist die Devise, hinten gut zu stehen und den Gegnern gleichzeitig zu zeigen, dass wir mitspielen wollen.“

Du hast mit Paderborn in der Jugend-Bundesliga gespielt und hast eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen. Welche sportlichen Ziele verfolgst Du in Deiner persönlichen Laufbahn noch?
„Wichtig ist, dass ich mir neben dem Fußball eine berufliche Zukunft aufbaue. Ich möchte in Hameln eine Ausbildung machen. Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, von wie vielen Faktoren eine Laufbahn als Fußballer abhängig ist und wie viel Glück auch dazu gehört. Mit der Mannschaft möchte ich die gesetzten Ziele erreichen, auch wenn es schwierig wird. Alles, was danach kommt, wird man sehen. Für mich hat das Berufsleben Priorität.“

Chris, wir danken Dir für das Gespräch und wünschen Dir viel Erfolg und alles Gute.
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