22.06.2019 14:58

Interview


Ex-Preußen neues Trainer-Duo in Oldenburg: Kiene & Offermann im Interview!

Kiene: „Fußballlehrer-Lehrgang hat nochmal neuen Input gegeben“ / Offermann: „Unser Ziel ist es, den Weg als Trainer gemeinsam weiter zu gehen“
Alexander Kiene Werder Bremen Fussballlehrer Fussball Praktikum AWesA
Fußballlehrer Alexander Kiene ist neuer Cheftrainer beim VfB Oldenburg.
Dennis Offermann TB Uphusen
Dennis Offermann wird Kienes Co-Trainer.
Es wirkt ein bisschen wie eine neu aufgeflammte Liebesgeschichte: Als der SpVgg Preußen Hameln im Jahr 2008 in die Oberliga aufstieg, erlebte Alexander Kiene bei seiner ersten Trainerstation als 29-Jähriger schnell erste Erfolge. Seine rechte Hand war Mannschaftskapitän Dennis Offermann. Anschließend gingen beide ihre eigenen Wege. Kiene wiederholte den Erfolg mit Arminia Hannover, empfahl sich gleichzeitig für höhere Aufgaben und nahm diese auch war: Es folgten erfolgreiche Stationen bei den Regionalligisten BSV Rehden und TSV Havelse. Doch Kiene hatte nicht genug: Nach dem Ende seines Engagements in Halvese, absolvierte der ambitionierte Übungsleiter seinen Fußballlehrer-Lehrgang mit einem „sehr gut (1,3)“ und volontierte beim SV Werder Bremen. Dennis Offermann etablierte sich in der Zwischenzeit ebenfalls als Trainer: zunächst beim Bremenligisten Brinkumer SV, dann beim niedersächsischen Oberligisten TB Uphusen, anschließend beim TSV Etelsen. Zur Saison 2017/18 heuerte er wieder bei dem Verein an, wo er zum Trainer wurde: dem Brinkumer SV. In den letzten Wochen ging dann alles ganz schnell. Zunächst noch als Mirko Slomkas Co-Trainer bei Hannover 96 im Gespräch, übernahm Kiene den Regionalligisten VfB Oldenburg. Nach elf langen Jahren fanden sie wieder zueinander, denn es stellte sich heraus: Dennis Offermann wird sein Co-Trainer. Der Trainer und sein Kapitän sind wieder vereint. Wir haben mit dem neuen Oldenburger Gespann über alte Hamelner Zeiten und ihre neue gemeinsame Aufgabe gesprochen. 

Alexander und Dennis, zunächst einmal Glückwunsch zu Eurer neuen Aufgabe beim VfB Oldenburg. Wie kam die Verpflichtung als Trainergespann beim VfB überhaupt zustande?
Alexander Kiene: „Der Verein ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen kann. Nach dem Erwerb der Lizenz des Fußballlehrers war für mich klar, dass ich zur kommenden Saison wieder als Trainer arbeiten möchte. Für mich war wichtig, dass ich dies bei einem Verein tun möchte, der ambitioniert ist, der Ziele hat. Oldenburg ist in Norddeutschland ein absoluter Traditionsverein – eine Symbiose aus Tradition, Perspektive und Potenzial für die Zukunft. Nach konstruktiven Gesprächen war ich überzeugt und habe zunächst für ein Jahr zugesagt.“
Dennis Offermann: „Ich bin mit Alexander mittlerweile seit elf Jahren verbunden. Wir haben in all den Jahren immer den Kontakt aufrecht erhalten und uns war beiden klar, dass wir zusammen arbeiten möchten. Unser Ziel ist es, den Weg als Trainer gemeinsam weiter zu gehen – vielleicht ja sogar bis in den Profibereich hinein. Wir haben ähnliche Vorgehensweisen und unsere Vorstellungen vom Fußball decken sich. Als fest stand, dass Alexander Trainer in Oldenburg wird, war natürlich auch klar, dass er einen Co-Trainer braucht, dem er vertraut. Er hat mich angesprochen, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Eigentlich hatte ich beim Brinkumer SV bereits für die kommende Saison zugesagt. Allerdings wusste der Verein auch, dass ich bei einem höherklassigen Angebot die Chance ergreifen möchte. Diese Möglichkeit, unter einem Fußballlehrer in der Regionalliga zu arbeiten, bekomme ich so schnell nicht wieder. Da ist es für mich auch kein Problem, ein Glied zurück zu rücken und als Co-Trainer zu arbeiten – so wichtig nehme ich mich nicht. Dass die Menschen in Brinkum nicht begeistert waren, kann ich verstehen. Allerdings bin ich auch auf viel Verständnis gestoßen.“
Alexander Kiene: „Für mich war die Situation klar: Dennis wohnt in der Nähe von Oldenburg und er war damals bei Preußen Hameln mein Kapitän und hatte großen Anteil daran, dass wir damals in die Oberliga aufgestiegen sind. Zwischen uns herrscht eine große Vertrauensbasis. Es freut mich riesig, dass es geklappt hat.“

Dennis, Du hast in der Vergangenheit erfolgreich den TB Uphusen und Brinkumer SV in der Oberliga- bzw. Bremer Verbandsliga trainiert, willst Dich mit Deiner neuen Aufgabe in Oldenburg dem Profigeschäft annähern. Mit Brinkum hast Du 2017/18 sogar die Meisterschaft in der Bremenliga gefeiert. Wann steht für Dich der Fußballlehrer-Lehrgang an?
Dennis Offermann: „Jetzt steht erst einmal die A-Lizenz an. Im August werde ich den Lehrgang absolvieren. Was danach kommt, ist leider schwer planbar. Es dauert teilweise ziemlich lange, bis man die Gelegenheit bekommt, den Fußballlehrer zu machen. Fest steht aber, dass ich diesen Schritt in der Zukunft machen möchte.“

Alexander, Du hast mittlerweile Deinen Fußballlehrer absolviert, die höchste Stufe, die ein Trainer in Deutschland erreichen kann – und das mit einem überragenden Schnitt von 1,3. Inwiefern beeinflussen die vielen neuen Kenntnisse und die Arbeit beim Bundesligisten Werder Bremen Deine Arbeit als Trainer?
Alexander Kiene: „Ich stelle meine Arbeit jetzt nicht völlig um. In den letzten zehn Jahren als Trainer habe ich sehr viel gelernt. Mit Preußen Hameln und Arminia Hannover bin ich jeweils in die Oberliga aufgestiegen und war mit dem BSV Rehden und TSV Havelse in der Regionalliga erfolgreich. Über die Jahre erarbeitet man sich viele Kompetenzen, die als Fundament dienen. Das Jahr im Fußballlehrer-Lehrgang hat nochmal neuen Input gegeben. Man tauscht sich mit vielen Experten aus dem Profibereich aus und ich durfte auf höchstem Niveau unter Florian Kohlfeldt bei Werder Bremen hospitieren. Zusätzlich habe ich wertvolle Erfahren in Barnsley und Huddersfield in England gesammelt. Der Horizont hat sich erweitert und jetzt geht es darum, diese neuen Kenntnisse in Oldenburg zu erarbeiten und umzusetzen. Darauf habe große Lust.“ 

Wie stellt Ihr Euch den künftigen Fußball des VfB Oldenburg vor?
Alexander Kiene: „Die Spielidee ist über die Jahre hinweg gereift. Bereits in Hameln habe ich viele Elemente implementiert, die ich heute noch anwende. Die offensiven Werter stehen im Fokus. Ich möchte aktiven, mutigen und dominanten Fußball spielen – gepaart mit einer kompakten und aggressiven Defensive, die viele Balleroberungen hat. Ich möchte zielstrebig und mit Tempo nach vorne spielen.
Dennis Offermann: „Wir lieben beide Ballbesitzfußball. Ich war als Spieler bereits Stürmer, von daher habe ich von Haus aus einen offensiven Drang. In Oldenburg haben wir im Angriff brutale Qualität. Jetzt gilt es, entsprechende Ideen zu erarbeiten, wie wir unsere sehr schnellen Stürmer spielerisch in Szene setzen können:“

In den 90-er Jahren spielte der VfB Oldenburg insgesamt drei Jahre in der 2. Bundesliga, mittlerweile ist der VfB seit sieben Jahren in  der Regionalliga Nord beheimatet. Welche sportlichen Ziele habt Ihr in Oldenburg?
Alexander Kiene: „Wir haben aktuell noch kein konkretes Ziel. Es geht viel mehr darum, erst einmal mit der Mannschaft zu arbeiten, dann entsprechende Ziele zu erarbeiten. Unser Anspruch ist es, die Mannschaft zu verbessern. Das bedeutet: Wir möchten uns in der Tabelle im Vergleich zum Vorjahr verbessern, spielerisch einen Schritt nach vorne machen und die junge Mannschaft weiter auszubilden. Wenn uns das gelingt, haben wir beim VfB eine sehr interessante Aufgabe.“ 

Mit dem Trainer-Duo Alexander Kiene und Dennis Offermann schließt sich ein Kreis: 2008 seid Ihr beide, Alexander als Trainer und Dennis als Mannschaftskapitän, mit Preußen Hameln in die Oberliga aufgestiegen. Wie behaltet Ihr diese Zeit in Erinnerung?
Dennis Offermann: „Der größte Faktor war damals der große Zusammenhalt in der Mannschaft. Unsere Qualität im Kader war wahrscheinlich nicht die höchste in der Landesliga, aber wir haben uns mit Alexander als Trainer und der mannschaftlichen Geschlossenheit so weit entwickelt, dass wir dann sogar in der Oberliga mithalten konnten. Wir haben heute noch eine WhatsApp-Gruppe mit vielen Spielern aus der damaligen Mannschaft. Es war eine geile Zeit mit vielen tollen Erfolgen. Das hat uns damals keiner zugetraut. Alexander und ich haben gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Von daher war diese Zeit sehr wertvoll. Auf der anderen Seite liegt diese Epoche bereits weit zurück. Auf dieser Basis wollen wir jetzt nach vorne schauen.“
Alexander Kiene: „Die Erfolge in Hameln werde ich nie vergessen – immerhin war dies meine erste Trainerstation. Wir sind damals als eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Landesliga in die Saison gestartet. Keiner hat damit gerechnet, dass wir oben mitspielen. Im Laufe der Saison hat sich eine Mannschaft geformt, die eine unglaubliche Kameradschaft hatte und sich am Ende mit dem Oberliga-Aufstieg belohnt hat. Noch viel größer war aber die erste Saison in der extrem starken Oberliga. Wir hatten viele Spieler, die noch nie so hoch gespielt hatten. Dass wir die Klasse gehalten haben, war eine noch größere Sensation als der Aufstieg. Es war eine super Zeit, in der ich tolle Menschen kennenlernen durfte, mit denen ich heute noch Kontakt habe.“

Alexander und Dennis, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Euch viel Erfolg in Oldenburg.
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