28.08.2026 13:34
Wechselfehler
„Wechselfehler“: MTV Rohrsen II Damen – Aus zwei wird eins
„Umbruch. Zusammenhalt. 3. Halbzeit.“

Der MTV Rohrsen II. Foto: privat.
Von Jörg Vietmeyer
Manchmal beschreiben drei Worte eine Mannschaft ziemlich gut. Bei den Damen des MTV Rohrsen erzählen sie dieses Mal aber auch eine Geschichte. Denn aus der bisherigen zweiten und dritten Damen wird zur neuen Saison eine Mannschaft. Die 3. Damen gibt es künftig nicht mehr, gemeinsam geht es als
MTV Rohrsen II weiter.
Ganz fremd ist diese Konstellation allerdings nicht. Schon in der vergangenen Saison waren beide Mannschaften eng miteinander verbunden und halfen sich gegenseitig aus. Für Rohrsen-Sprecher Steffen Rasch war genau das eine der großen Stärken. „Nur durch die mannschaftsübergreifende Verbundenheit konnten wir die letzte Saison so gut bestreiten“, erklärt Rasch.
Und wenn man sich die Antworten aus Rohrsen anschaut, merkt man schnell: Zusammenpassen dürfte die Truppe auch abseits der Platte.
Die Stimmung passt jedenfalls. „Wir haben bei allem unglaublich viel Spaß und immer gute Laune. Schlechte Stimmung gibt es bei uns eigentlich nicht“, beschreibt Rasch. Dazu sei die Mannschaft sehr familienfreundlich. Kinder, Partner, Großeltern und die treuen Fans gehören bei den Damen irgendwie mit dazu.
Und natürlich gibt es da noch eine weitere Stärke. Die 3. Halbzeit.
Ein Meistertitel und ein Sieg, der ohne die Dritte nicht möglich gewesen wäre
Sportlich können beide Mannschaften ebenfalls auf eine besondere vergangene Saison zurückblicken. Ganz oben steht natürlich der Meistertitel der bisherigen 3. Damen.
Mindestens genauso wichtig ist Rasch aber die Beständigkeit und der Zusammenhalt zwischen beiden Teams. Wie wichtig diese Verbindung war, zeigte sich ausgerechnet bei einem der schönsten Momente der Saison.
Die 2. Damen traf auf den damaligen Tabellenführer der Regionsoberliga – und hatte kurz vor dem Spiel eigentlich ein ganz anderes Problem als den starken Gegner.
Es fehlten Spielerinnen. „Last Minute sind noch mehrere Spielerinnen aus der 3. zur Unterstützung dazugekommen. Ansonsten hätten wir nicht einmal eine Mannschaft gehabt und das Spiel wäre abgesagt worden“, erzählt Rasch. Und dann passierte das, was Amateurhandball manchmal so schön macht. Rohrsen gewann überraschend gegen den Tabellenführer. Vielleicht war das rückblickend schon ein kleiner Vorgeschmack auf das, was jetzt kommt. Aus zwei Mannschaften, die sich ohnehin immer wieder gegenseitig geholfen haben, wird endgültig eine.
Luise, Carina und natürlich Ingas Haarspray
Die Stimmung in der neuen Mannschaft beschreibt Rasch als harmonisch und motivierend. Vor allem könne die Truppe über sich selbst lachen. Und wenn es sportlich einmal nicht läuft, ist die gute Laune deshalb noch lange nicht weg.
Für die Stimmung fühlt sich grundsätzlich jede verantwortlich. Eine Spielerin scheint allerdings für die etwas spezielleren Augenblicke zuständig zu sein.
„Lara sorgt für die besonderen Momente“, sagt Rasch. Welche besonderen Momente damit gemeint sind, bleibt an dieser Stelle offen. Vielleicht ist das auch besser so.
Beim Thema Pünktlichkeit werden dagegen zwei Namen ohne großes Zögern genannt: Luise und Carina. „Auf die beiden ist in der Hinsicht Verlass.“ Immerhin auch eine Form von Zuverlässigkeit.
Und natürlich gibt es Dinge, die bei Rohrsen offenbar jeder kennt. Zum einen die Erkenntnis: „Am Ende siegt immer das Bier.“ Zum anderen etwas, das offensichtlich noch wichtiger ist: Ingas Haarspray. Warum? Auch das müssen vermutlich nur diejenigen verstehen, die dazugehören.
Mehr als 60 Minuten Handball
Warum sollte man sich ein Heimspiel der neuen MTV Rohrsen II anschauen? „Schön anzusehen sind wir und Handball spielen können wir auch“, erklärt Rasch.
Vor allem bekommt man aber eine neu formierte Mannschaft zu sehen, die sich erst noch finden muss und sich von Woche zu Woche weiterentwickeln möchte. Genau darin liegt für die kommende Saison wahrscheinlich die spannendste Aufgabe.
Denn aus zwei Mannschaften auf dem Papier eine zu machen, ist einfach. Daraus auf der Platte und daneben eine Mannschaft werden zu lassen, braucht etwas mehr Zeit. Die Voraussetzungen scheinen jedenfalls zu stimmen. Denn Amateurhandball bedeutet für die Rohrserinnen ohnehin deutlich mehr als Ergebnisse und Tabellenplätze. „Gemeinschaft und gute Stimmung gehören für uns genauso dazu wie der Handball selbst“, beschreibt Rasch. Und spätestens nach den 60 Minuten ist bei den Damen ohnehin noch lange nicht Schluss. Die gemeinsame 3. Halbzeit gehört genauso dazu wie das Spiel davor.
Aus der Zweiten und Dritten wird einfach Rohrsen II
Für die kommende Saison gibt es bei den Rohrserinnen gleich zwei Ziele. Sportlich soll zunächst der Klassenerhalt geschafft werden – und möglichst alle sollen verletzungsfrei durch die Saison kommen.
Fast noch wichtiger ist aber das, was innerhalb der Mannschaft passieren soll. „Nach Ende der Saison wollen wir nicht mehr nur die ehemals zweite und dritte Mannschaft sein, sondern uns neu als Mannschaft finden – mit hoffentlich vielen neuen Stärken“, erklärt Rasch.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe dieser Saison. Irgendwann soll es keine Rolle mehr spielen, wer vorher in der Zweiten und wer in der Dritten gespielt hat. Dann gibt es nur noch eine Mannschaft: die 2. Damen des MTV Rohrsen.
Die Verbindung zwischen beiden Teams war schließlich schon vorher da. Man hat sich gegenseitig geholfen, zusammen gefeiert und dafür gesorgt, dass Spiele überhaupt stattfinden konnten. Jetzt fällt nur noch die Trennung zwischen Zweiter und Dritter weg.
Und wer die Damen außerhalb der Handballhalle treffen möchte, bekommt ebenfalls einen kleinen Hinweis: Auf dem Weihnachtsmarkt findet man sie bei Etes Hütte.
Für die Zeit nach der aktiven Handballkarriere gibt es übrigens auch schon einen Plan. Dann geht es gemeinsam zur Pilates-Truppe. Bis dahin dürfte allerdings noch, dass eine oder andere Handballspiel und vermutlich auch die eine oder andere 3. Halbzeit dazwischenliegen.
Aus zwei Mannschaften wird jetzt eine. Und wenn am Ende nicht mehr darüber gesprochen wird, wer einmal zur Zweiten und wer zur Dritten gehörte, dann dürfte in Rohrsen einiges richtig gelaufen sein.
Bis zum nächsten Mal bei „Wechselfehler“.
Und denkt dran: Immer schön korrekt wechseln.
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