09.07.2026 09:55

Meldung


„Wechselfehler“: TSG-Frauen - Jung, mutig und gemeinsam gewachsen

„Wichtig ist vor allem, dass wir uns unsere Lockerheit und den Spaß am Handball bewahren“
TSG Emmerthal Frauen Teamfoto Handball
Emmerthals Frauen sind wieder aufgestiegen - diesmal in die Regionsoberliga. Foto: privat.
Wechselfehler Kolumne Handball Logovon Jörg Vietmeyer

Manchmal geht im Handball alles schneller, als man selbst glaubt.

Vor zwei Jahren startete die erste Damenmannschaft der TSG Emmerthal mit einer halben A-Jugend neu. Der Aufstieg in die Regionsliga gelang – vielleicht auch mit etwas Glück, wie die Mannschaft selbst sagt. Und dann? Dann wurde aus der jungen Truppe plötzlich der Vizemeister. Hätte das jemand den Spielerinnen damals erzählt, hätten sie ihn wahrscheinlich ausgelacht.

Heute ist genau das die Realität. Doch wer mit Maja Mügge über die Mannschaft spricht, merkt schnell: Der Tabellenplatz ist gar nicht das, worauf die Spielerinnen am meisten stolz sind. „Besonders stolz bin ich auf die Entwicklung, die wir als Mannschaft genommen haben. Wir haben Kampfgeist und Willen gezeigt und uns als Team für eine nicht immer einfache Saison belohnt“, erzählt Mügge. Vielleicht beschreibt genau das die erste Damen der TSG Emmerthal am besten. Nicht der schnelle Erfolg, sondern der gemeinsame Weg dorthin.
Jung trifft Erfahrung
Die Mannschaft beschreibt sich selbst mit drei Worten: Jung. Chaotisch. Spaßig.

Eine Mischung, die offenbar ziemlich gut funktioniert. Viele junge Spielerinnen, sogar einige B-Jugendliche, treffen auf zwei oder drei erfahrene „Muttis“, die in hektischen Situationen für Ruhe sorgen. Auf der Platte geben sie die Richtung vor. Danach wird gemeinsam gelacht, das eine oder andere Kaltgetränk getrunken oder auch mal das Nachtleben unsicher gemacht.

„Gemeinschaft, Zusammenhalt und Spaß stehen bei uns an erster Stelle“, sagt Mügge. Genau so sollte Amateurhandball sein.

Mehr als nur zwei Punkte
Natürlich bleiben auch sportliche Highlights in Erinnerung. Eines davon war der Sieg in Neustadt. Nach der verlorenen Relegation hatte die Mannschaft noch eine Rechnung offen und zeigte dort eine ihrer stärksten Saisonleistungen.

Fast noch schöner war allerdings das letzte Heimspiel gegen Nienburg. Nicht nur wegen des Sieges, sondern wegen allem, was danach kam. Gemeinsam wurde mit den Zuschauern, den Herrenmannschaften und vielen Helfern gegrillt und die Saison beendet.

„Der Zusammenhalt innerhalb der gesamten Handballsparte der TSG ist einfach etwas Besonderes“, erklärt Mügge. Genau solche Abende bleiben oft länger in Erinnerung als jedes Ergebnis.

Joerg Vietmeyer Handball Kolumne
Jörg Vietmeyer.
Heimspiel an der Emmer
Warum sollte man sich ein Heimspiel der TSG Emmerthal anschauen? Die Antwort hat mich zum Schmunzeln gebracht. „Wahrscheinlich nicht unbedingt, um den schönsten Handball der Region zu sehen.“

Diese Ehrlichkeit gefällt mir. Denn direkt danach folgt die eigentliche Einladung. Trommler Micha sorgt für Stimmung. Der Elite-Fanclub diskutiert jede Aktion. An der Theke wartet ein eiskaltes Detmolder. Grill-Micha kümmert sich um die Bratwürste. Und mittendrin steht eine junge Mannschaft, die um jeden Ball kämpft.

Mehr Amateurhandball geht eigentlich kaum.

Frieda, Lena und die Trainer
Natürlich durfte auch diesmal der Blick in die Kabine nicht fehlen.

Für gute Laune sorgt laut Mügge regelmäßig Torhüterin Frieda. Allerdings meistens mit ihren eigenen wilden oder etwas verpeilten Geschichten.

Vor jedem Spiel muss Lena gefühlt mindestens dreimal auf die Toilette. Und Maja und Fiona führen offenbar unangefochten die vereinsinterne Statistik der Pfosten- und Lattentreffer im Training an.

Dazu kommen regelmäßig Übungen, die sich die Trainer irgendwo auf Instagram abgeschaut haben. Zur Freude der Trainer. Und eher weniger zur Freude der Spielerinnen.

Ohne Ehrenamt läuft nichts
Bei aller Lockerheit wird die Mannschaft bei einem Thema sofort ernst. Dem Ehrenamt.

Natürlich möchte jede Spielerin gewinnen. Doch genauso wichtig sind die Menschen, die jedes Wochenende im Hintergrund dafür sorgen, dass überhaupt gespielt werden kann. Das Thekenteam. Grill-Micha. Die vielen Helferinnen und Helfer.

„Ohne Ehrenamt gäbe es unseren geliebten Amateursport nicht. Von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern brauchen wir sogar noch viel mehr“, sagt Mügge.

Ein Satz, der wohl für jede Sporthalle im Weserbergland gilt.

Die Reise geht weiter
Mit dem Aufstieg wartet nun die nächste Herausforderung. Natürlich möchte die Mannschaft die Klasse halten. Noch wichtiger ist aber etwas anderes: sich weiterentwickeln. Als Mannschaft wachsen.

„Wichtig ist vor allem, dass wir uns unsere Lockerheit und den Spaß am Handball bewahren“, sagt Mügge. Denn genau das scheint das Erfolgsrezept dieser jungen Truppe zu sein.

Und wer die TSG-Familie einmal erleben möchte, sollte einfach bei einem Heimspiel in der Halle an der Emmer vorbeischauen. Vielleicht nicht wegen des schönsten Handballs der Region. Ganz bestimmt aber wegen der Menschen, die ihn spielen und leben.

Bis zum nächsten Mal bei „Wechselfehler“.
Und denkt dran: Immer schön korrekt wechseln.
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Team AWesA
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