21.09.2026 15:11

Regionsliga


Torreiches Lokal-Duell: Rakel & Voss zerpflücken Hamelns Monster-Serie

Rakel trifft 16-fach aus dem Spiel heraus / Schrader: „Jetzt müssen wir offenbar auch noch lernen, wie das mit dem Verlieren funktioniert"
Fynn Lukas Rakel HSG Deister Suentel II Sprung wurf Regionsliga
Deister Süntels Fynn Lukas Rakel erzielte stolze 16 Treffer - alle aus dem Spiel heraus.

HSG Deister Süntel II – VfL Hameln III 37:33 (20:16).

In einem hochklassigen, temporeichen und bis zum Schluss umkämpften Regionsliga-Derby setzte sich die HSG Deister Süntel II mit 37:33 (20:16) gegen den VfL Hameln III durch und geht damit als Spitzenreiter in die Herbstpause. Für die Gäste aus Hameln bedeutete das Ergebnis das Ende einer beeindruckenden Serie: Nach rund anderthalb Jahren ohne Niederlage gab es erstmals keine Punkte – ausgerechnet im Nachbarschaftsduell.

Temporeiche erste Hälfte und die Rakel-Voss-Show
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie, in der beide Mannschaften mit hohem Tempo agierten und kaum technische Fehler produzierten. Die Hamelner erwischten zunächst den besseren Start und erarbeiteten sich eine 6:4-Führung. Die HSG ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und fand zunehmend besser ins Spiel.

Angeführt von einem herausragenden Fynn Lukas Rakel, der mit 16 Treffern bester Werfer des Abends wurde, und dem gewohnt treffsicheren Jannis Voss (11/7 Tore, 100-Prozent-Quote von der Siebenmeterlinie) drehten die Hausherren die Partie und erarbeiteten sich bis zur Halbzeitpause einen Vier-Tore-Vorsprung (20:16).
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst umkämpft. Die HSG fand jedoch immer wieder die richtigen Antworten auf die Angriffe der Gäste und hielt Hameln auf Distanz. Auch als der VfL den Druck erhöhte, bewahrte die Mannschaft die Ruhe und setzte sich zwischenzeitlich mit mehreren Toren ab. Am Ende stand ein 37:33-Erfolg auf der Anzeigetafel.

VfL-Sprecher Henrik Schrader sparte nach der Partie nicht mit Anerkennung für die Offensivgewalt der Gastgeber: „Ein großes Lob geht an Fynn Lukas Rakel, der uns mit seiner Leistung nahezu im Alleingang besiegt hat. Für ihn war an diesem Abend offenbar alles dabei – nur keine wirklich passende Lösung für uns.“ Auch HSG-Trainer Thorben Kanngießer zeigte sich stolz auf die offensive Flexibilität seines Teams: „Auch auf die Deckungswechsel vom VfL Hameln konnte die Mannschaft gut reagieren. Wir wurden nicht nervös und konnten endlich einem Handballspiel unseren Stempel aufdrücken.“

Abwehr-Herausforderungen, Comeback und Siegesfeier
Während die Angriffsreihe der HSG glänzte, benötigte die Defensive etwas Anlaufzeit. Aufgrund personeller Engpässe konnte nicht die gewohnte Formation aufgelaufen werden; Innenblockspieler Jannes Bormann traf zudem wegen eines Staus erst zur zweiten Halbzeit in der Halle ein. Mit zunehmender Spieldauer stabilisierte sich die Deckung jedoch – nicht zuletzt dank Dennis Jung und des verletzungsbedingten Comebacks von Christian Kanngießer, der der Abwehr kurzfristig Routine verlieh.

„Jung macht den Laden hinten dicht“, lobte Trainer Thorben Kanngießer seinen Abwehrrecke. Über die Rückkehr von Christian Kanngießer ergänzte er: „Er hat das super gemacht nach so langer Pause.“ Nach dem Schlusspfiff zog der HSG-Coach ein rundum zufriedenes Fazit: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, das haben sie sehr, sehr gut gemacht.“ Den verdienten Heimsieg und den Herbstmeistertitel feierte die HSG-Truppe im Anschluss gemeinsam auf einer Polterhochzeit bis in die frühen Morgenstunden.

Hamelner Selbstkritik und der Blick nach vorne
Beim VfL Hameln III saß der Stachel der ersten Pleite seit Teambestehen naturgemäß spürbar, allerdings blickte Schrader mit einer Prise Humor auf die eigene Defensivleistung zurück: „Glückwunsch an Deister-Süntel zum Sieg. 33 eigene Tore hätten in vielen Spielen vermutlich für einen entspannten Abend gereicht. Im Derby war das allerdings nur die halbe Miete. 37 Gegentore sind dann doch ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass unsere Abwehr an diesem Abend beschlossen hatte, das Derby möglichst spannend zu halten. Spannung haben wir jedenfalls geliefert – vielleicht etwas mehr, als wir eigentlich wollten.“

Die neue Situation gelte es nun erst einmal zu verarbeiten: „Da es unsere erste Niederlage seit Bestehen der Mannschaft ist, müssen wir natürlich erst einmal schauen, wie wir damit umgehen. Wir hatten schließlich fast eineinhalb Jahre Zeit, uns daran zu gewöhnen, dass wir gewinnen. Jetzt müssen wir offenbar auch noch lernen, wie das mit dem Verlieren funktioniert. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir auch diese Herausforderung meistern.“

Ein Wermutstropfen blieb aus Hamelner Sicht jedoch das Auftreten der Unparteiischen: „Aus unserer Perspektive sind wir mit der Leistung des Schiedsrichters nicht einverstanden. Da waren aus unserer Sicht doch einige kuriose Entscheidungen dabei, bei denen wir teilweise etwas länger gebraucht haben, um sie nachzuvollziehen. Aber was soll’s – das gehört zum Sport dazu und für uns geht es weiter.“ Der VfL richtet den Blick bereits auf das kommende Spiel gegen Barsinghausen und blickt voller Vorfreude auf das Rückspiel, in dem man die Verhältnisse wieder geraderücken möchte.
HSG Deister Süntel II: Fynn-Lukas Rakel (16), Jannis Voss (11/7), Finn-Ole Hitzschke (3), Jannes Bormann (2), Vincent Kandulski (1), Nico Sandin (1), Martin Kreft (1), Ben Bünger (1), Thore Tommes (1).
VfL Hameln III: Jannik Henke (9/2), Oliver Glatz (7), Niklas Röpke (5/1), Niclas Sterner (4/1), Adam Florczak (3), Dennis Werner (2), Torben Höltje (2), Joel Höger (1).
3 / 307

Autor des Artikels

Team AWesA
Team AWesA
Das Team AWesA stellt Euch die aktuellsten Sportnachrichten aus Hameln-Pyrmont kostenlos zur Verfügung. Bei Fragen und Anregungen kannst Du uns gern kontaktieren. Schickt ihr uns Infos, bereiten wir diese zu vollwertigen Artikeln auf.
Telefon: 05155 / 2819-320
info@awesa.de

Webdesign & CMS by cybox