06.03.2026 22:20

Regionalliga


Wahnsinns-Comeback nach sieben Pleiten in Serie: VfL stoppt Tabellenführer!

Der Eintrachtweg bebt wieder / Siegesmund: „Du hast hier den Tabellenführer zu Gast und eigentlich keine Chance, aber die haben wir genutzt"
TIm Juergens VfL Hameln Handball Regionalliga
Hamelns Tim Jürgens stach neunmal zu.

VfL Hameln – TSV Burgdorf II 35:31 (16:16)

Paukenschlag in Afferde: Der VfL Hameln hat ausgerechnet gegen den Tabellenführer TSV Burgdorf II seine Negativserie von sieben Niederlagen in Folge beendet. In einer packenden Regionalliga-Partie sorgten die Rattenfänger für eine echte Überraschung und schickten den Spitzenreiter mit einer 35:31-Niederlage nach Hause.

„Du hast hier den Tabellenführer zu Gast und eigentlich keine Chance, aber die haben wir genutzt und frei von der Leber weg gespielt. Ganz ohne Druck“, bilanzierte ein sichtlich erleichterter VfL-Coach Marc Siegesmund nach dem Erfolg. Von Beginn an zeigten die Hausherren, dass sie gewillt waren, sich aus der Krise zu kämpfen. Hameln erwischte den besseren Start und lag nach knapp zehn Minuten durch einen Treffer von Tim Jürgens mit 6:3 in Führung. Der Spitzenreiter fand jedoch zurück in die Spur und glich beim 13:13 erstmals wieder aus, sodass es mit einem leistungsgerechten 16:16-Unentschieden in die Kabinen ging.
Besonders hob Siegesmund die Defensivarbeit hervor: „Die Abwehr hat sich richtig reingebissen und einen hohen Aufwand getrieben. In der ersten Halbzeit sind wir im Sechs-gegen-Sechs gut klargekommen. Dennoch mussten wir Burgdorf einige Male ziehen lassen.“ Torhüter Cedric Jürgens glänzte in den ersten 20 Minuten einige Male, bevor „Super-Saya“-Jens Brückner nach monatelanger Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback feierte. „Cedric hat das sehr gut gemacht und Jens war nach so langer Auszeit sofort voll da“, freute sich Siegesmund.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen, wobei sich Burgdorf II zwischenzeitlich auf 19:17 absetze. „Wir wollten so weitermachen und die Angriffe noch etwas besser ausspielen. Burgdorf hat weiterhin versucht, über einfache Tore zu kommen, aber das wurde gegen uns immer schwieriger. Sie haben sich schwerer getan als in der ersten Halbzeit“, so Siegesmund.

Beim Stand von 22:23 reagierte die Hamelner Bank und brachte die endgültige Wende. „Nach dem Timeout um die 47. Minute haben wir den siebten Feldspieler gebracht, weil wir im Sechs-gegen-Sechs nicht mehr so effektiv waren“, erklärte der Trainer. Der taktische Kniff fruchtete: Der VfL fand wieder Lösungen und nutzte seine Chancen konsequent. Mit einem 4:0-Lauf setzte sich Hameln bis zur 50. Minute auf 26:23 ab. In der 55. Minute betrug der Vorsprung beim 30:26 erstmals vier Tore.

Im letzten Akt versuchte der Tabellenführer noch einmal alles und verkürzte auf 31:33, doch der VfL behielt die Nerven. „Hinten raus hat Burgdorf nochmal Druck gemacht. Sie kamen auf zwei Tore ran, aber wir haben es ruhig über die Zeit gebracht und die Angriffe gut ausgespielt. Am Ende gewinnst du so sogar gegen den Tabellenführer. Unverhofft, aber verdient, weil wir es einfach gut gemacht haben“, resümierte Siegesmund.

Nach den schwierigen letzten Wochen fiel die Last spürbar ab: „Ich hätte den Knotenlöser schon früher erwartet. Wir haben die letzten Spiele schon gut gespielt, aber da hat das Spielglück gefehlt. Heute hat es endlich gepasst, auch die Fehlerquote war besser. Das macht dann den Unterschied und plötzlich kannst du auch gegen so einen Gegner bestehen. Jeder hat seinen Teil beigetragen und gekämpft bis zum Umfallen. So kann es gerne weitergehen. Nächste Woche in Alfeld wartet die nächste schwierige Aufgabe. Ziel sind zwei Punkte.“
VfL Hameln: Tim Jürgens (9/4), Janne Siegesmund (5), Kári Tómas Hauksson (5), Andreas Lüer (5), Andre Brodhage (4), Sebastian Maczka (3), Thorge Abel (2), Ayke Donker (2).
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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