Lange musste die Hamelner Handball-Szene warten, am Samstag ist endlich Stichtag: Dann bläst ein Hauch vergangener Bundesliga-Tage die mittlerweile angestaubte Hamelner Rattenfängerhalle in die 2020er Dekade. Der VfL spielt wieder im (sehr) alten „Wohnzimmer“. „Damals waren die Trikots noch aus Baumwolle“, sagt VfL-Spieler Niklas Colusso im Ankündigungstrailer – dass der prestigeträchtige Regionalligist regelmäßig vor einem vierstelligen Publikum in erster und zweiter Liga spielte, ist mittlerweile rund ein Vierteljahrhundert her.
Am Samstag kommt es beim „Weihnachtsspecial“ nunmehr zum Topspiel in der Regionalliga: Der viertplatzierte Aufsteiger empfängt mit dem MTV Großenheidorn den derzeitigen Spitzenreiter und Meisterschaftsfavoriten. Im Hinspiel wurde es deutlich, als die Gäste vom Steinhuder Meer vor heimischer Kulisse mit 39:24 siegten. Diesmal herrschen allerdings andere Voraussetzungen. Jüngst schlugen die „Rattenfänger“ am Eintrachtweg den SV Beckdorf nach einer nervenaufreibenden Schlussphase 34:33 – ohne Topscorer Janne Siegesmund.
Wie groß das Interesse an dem Handball-Highlight ist, zeigt der Vorverkauf: Die Tickets sind nahezu komplett vergriffen, eine Abendkasse wird es wohl nicht geben. Daher: Wer sich diesen lokalen Leckerbissen nicht entgehen lassen will, sollte lieber jetzt als gleich zuschlagen – sonst könnte es zu spät sein. Und:
„Macht uns sehr dankbar und stolz“
„Es ist wirklich außergewöhnlich, was der Verein mit diesen Rahmenbedingungen auf die Beine gestellt hat. Dass wir so eine Unterstützung erfahren und dieses Spiel in der voraussichtlich ausverkauften Rattenfängerhalle realisieren können, ist grandios. Für meine Spieler ist das Neuland – keiner von ihnen hat bisher vor einer solchen Kulisse gespielt. Ich hoffe sehr, dass die Jungs diese Atmosphäre aufsaugen und als Extra-Motivation mit aufs Feld, aber auch mit in die restliche Saison nehmen. Dass die Menschen aus und um Hameln noch so hinter dem VfL stehen, wird hier eindrucksvoll deutlich. Das macht uns sehr dankbar und stolz, diese Vereinsfarben vertreten zu dürfen.
Sportlich ist die Konstellation Vierter gegen Erster hochinteressant, wobei wir da sicher die größere Überraschung sind – als Aufsteiger so zwischen den Topteams mitzumischen, war vor der Saison nicht abzusehen. Großenheidorn galt vor der Saison neben Burgdorf II und Northeim als Meisterschaftsfavorit und dem kommen sie bisher absolut nach. Sie haben selbst in Northeim 28:27 gewonnen, stellen eine sehr spielintelligente Truppe mit einer unangenehmen 5:1-Deckung und einem sehr starken Torhüter dahinter. Dazu sind sie in ihrer Spielweise sehr effektiv, nicht umsonst stehen sie ganz oben. Diese Power zu stoppen, ist eine sehr schöne Aufgabe für uns.
Im Hinspiel waren wir in der ersten Halbzeit noch mit 17:18 in Reichweite, weil wir druckvoll und mit Tempo gespielt haben – das hat ihnen gar nicht geschmeckt. Genau das müssen wir wieder schaffen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir hinten heraus eingebrochen sind und 25:39 verloren haben. Personell müssen wir abwarten, was sich ergibt. Benjamin Schieb ist noch krank, bei Janne Siegesmund ist ein Einsatz noch offen. Er wird aktuell im Training geschont. Ayke Donker ist wieder im Training. Aber wir haben gegen Beckdorf gesehen, dass unser Kader in der Spitze und Breite viel Qualität hat – gerade im Rückraum haben wir mit Kár Hauksson, Andreas Lüer und Thorge Abel Spieler, für die wir uns glücklich schätzen können. Das haben sie gegen Beckdorf am letzten Wochenende bewiesen“
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