06.09.2025 22:46
Regionalliga
Hinten raus wird’s deutlich: Kein Willkommenspaket fürs Regionalliga-Abenteuer
Hamelns Auftakteuphorie wird im zweiten Durchgang gedämpft / erster Durchgang ausgeglichen

Janne Siegesmund und seine Teamkollegen hatten in der zweiten Halbzeit keinen leichten Stand.
MTV Großenheidorn – VfL Hameln 39:25 (18:17).
Das war kein freundliches Wiedersehen für Hamelns Trainer Marc Siegesmund bei der Rückkehr zu seinem Ex-Verein. Vor seiner Station als Chefcoach beim VfL stand der Übungsleiter jahrelang beim MTV Großenheidorn an der Seitenlinie, stieg mit den Wunstorfern sogar in die dritte Liga auf.
Zum Auftakt für das Abenteuer Regionalliga ging´s für den amtierenden Oberliga-Meister vom Eintrachtweg am Abend nun ausgerechnet zu jenem MTV – und dort wurde dem VfL gleich einmal vor Augen geführt, welcher Wind in Deutschlands vierthöchster Handballliga weht. 25:39 hieß es am Ende aus Hamelner Sicht. „Großenheidorn ist letztlich der Favoritenrolle gerecht geworden“, musste sich auch Hamelns Trainer eingestehen.
Dabei sah die erste Halbzeit noch äußerst vielversprechend aus. Die hoch gehandelten Gastgeber gingen zwar als Erstes in Front und lagen nach elf Minuten auch bereits mit vier Treffern vorn (8:4), doch davon ließen sich Janne Siegesmund & Co. keinesfalls verunsichern – im Gegenteil. Der Vier-Tore-Vorsprung war der deutlichste im gesamten ersten Durchgang. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte kämpften sich die Gäste Treffer um Treffer näher heran. „Wir haben im ersten Durchgang sehr gut gespielt. Wir kamen mit viel Dampf von hinten raus, haben eine gute Abwehr gestellt und vorne druckvoll agiert“, zeigte sich auch Siegesmund zufrieden. Viereinhalb Minuten vor der Pause betrug der Rückstand nur noch einen Treffer (14:15), zweieinhalb Minuten vor der Halbzeitunterbrechung markierte Siegesmund junior per Siebenmeter sogar den 16:16-Ausgleich. Und auch wenn die Gastgeber am Ende mit einem knappen 18:17-Vorsprung in die Pause gingen, war der VfL weiterhin voll im Spiel.
Das sollte sich nach dem Seitenwechsel jedoch schnell ändern. In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff bewegten sich beide Teams noch auf Augenhöhe, die Hamelner schnupperten in Minute 34 sogar am erneuten Ausgleich (20:21). Doch plötzlich glitt den Gästen das Spiel aus den Händen. Binnen weniger Minuten stellte Großenheidorn auf 26:20 (40.), zehn Minuten später stand sogar ein Zehn-Tore-Vorsprung auf der Anzeigetafel in der Sporthalle in Wunstorf (33:23). „Uns sind die Kräfte ausgegangen. Im Angriff haben wir zu viel liegengelassen. Dadurch sind wir immer wieder in Tempogegenläufe des Gegners gelaufen. Im Positionsangriff waren wir außerdem meist den Schritt zu spät“, analysierte der Trainer.
Auch in den Schlussminuten fand der VfL nicht mehr die Kräfte für ein Aufbäumen. Lediglich Niklas Colusso und Thorge Abel trugen sich in den letzten zehn Minuten noch in die Torschützenliste ein, während die Gastgeber den Vorsprung weiter ausbauten und am Ende mit 14 Toren Vorsprung triumphierten. Siegesmund fasste am Ende zusammen: „Die zweite Hälfte war nicht das, was wir uns vorstellen. Wir wissen jetzt, wo wir ansetzen müssen, und dass wir uns im zweiten Durchgang besser präsentieren müssen. Dass wir den Regionalliga-Handball mitgehen können, hat die erste Halbzeit gezeigt. Nur acht Tore nach der Pause und über 20 Gegentore in der zweiten waren dagegen einfach nicht reif genug.“
VfL Hameln: Janne Siegesmund (9/4), Thorge Abel (5), Sebastian Maczka (4), Tim Jürgens (3), Niclas Colusso (2), Ayke Donker, Benjamin Schieb (beide 1).
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