14.03.2026 19:20

Oberliga Frauen


Emotionale Schlussphase ohne Happy End - für Rohrsen wird's eng

Di Noto: „Heute wurde uns durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen ein Punkt genommen“
Victoria Pook MTV Rohrsen Sprungwurf
Victoria Pook traf elfmal für Rohrsen.
Im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga Frauen hat der MTV Rohrsen einen Dämpfer erfahren. Im Kellerduell trennte sich die Mannschaft von Trainer Saulius Tonkunas am Samstagnachmittag mit 26:26 (10:11) von der SG Zweidorf/Bortfeld. Damit bleibt das rettende  Ufer vier Spieltage vor Torschluss fünf Punkte entfernt – der Klassenerhalt rückt in immer weitere Ferne. Während die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit zunächst Früchte trug, sorgte die Schlussphase für Zündstoff.

Taktische Umstellung bringt die Wende
Die Partie in der Halle Hohes Feld begann für die Gastgeberinnen zäh. Zwar blieb das Spiel in der ersten Hälfte ausgeglichen, doch Rohrsen rannte meist einem knappen Rückstand hinterher und verabschiedete sich mit einem 10:11 in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der MTV jedoch wie verwandelt. Laut Giovanni Di Noto, Teil des Rohrser Trainerteams, setzte die Mannschaft die taktischen Vorgaben in der Halbzeit immer besser um: „Die Abwehr wurde besser verschoben und auch die Torhüterleistung hat sich stabilisiert.“ Tor um Tor kämpfte sich der MTV heran. Über ein 17:18 (43.) gelang Cathrin Trant in der 48. Minute schließlich der viel umjubelte Ausgleich zum 20:20. Nike Alexa Frede brachte den MTV nur zwei Minuten später mit 21:20 (50.) erstmals in Führung. Rohrsen schien die Partie nun unter Kontrolle zu haben und baute den Vorsprung über ein 24:21 (53.) bis zur 56. Minute durch einen Treffer von Birte Gellermann auf eine scheinbar komfortable 26:22-Führung aus.
„Punkt geraubt“ – Massive Kritik an den Schiedsrichtern
Doch was dann folgte, brachte den Sieg ins Wanken. In den letzten vier Minuten gelang Rohrsen kein eigener Treffer mehr, während die Gäste Tor um Tor aufholten. Den Schlusspunkt zum 26:26 setzte Lena Schmidt 27 Sekunden vor dem Abpfiff. Di Noto fand nach dem Spiel deutliche Worte zur Leistung der Schiedsrichter: „Man kann nicht gegen sechs robust spielende Abwehrspielerinnen mit zwei Schiedsrichtern antreten, die es einem mit ihren Entscheidungen sehr schwer machen. Selbst untereinander waren sie sich nicht immer einig. Es überhaupt nicht unser Stil, sich im Nachhinein über die Schiedsrichterleistung zu äußern, aber heute wurde uns durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen ein Punkt genommen.“

Besonders eine Szene 30 Sekunden vor Ende sorgte für Emotionen. Di Noto: „Trotz eines klaren Fouls gegen unsere Spielerin blieb die fällige Zeitstrafe aus. Stattdessen wurde auf Freiwurf gegen uns entschieden. Das können wir nicht nachvollziehen.“ Die Emotionen kochten so hoch, dass Trainer Saulius Tonkunas mit der Schlusssirene die Rote Karte sah.

„Wir können motivieren, aufbauen und die Marschroute vorgeben, aber wenn Fehlentscheidungen dazu führen, dass man selbst einen Vier-Tore-Vorsprung nicht halten kann, muss man das Ergebnis erst einmal schlucken“, so Di Noto abschließend.
MTV Rohrsen: Victoria Pook (11/2), Nike Alexa Frede (4), Birte Gellermann (4), Cathrin Trant (4), Weronika Baba (3), Christin Wehrhoff, Lucie Albrecht, Eva-Jasmin Hahlbrock, Cintia Ngangu, Lara Albrecht, Felia Sempf, Zoe Winter, Lena Zimmermann, Leonie Seliger, Sonja Lankenau, Michelle Harting.

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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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