28.02.2026 18:55
Oberliga Frauen
Coup im Kollektiv: Rohrsen beschenkt „Urlaubs-Tonkunas“ & sich selbst
MTV-Damen triumphieren als Ligaschlusslicht gegen den Tabellendritten / Hinspiel ging 17:34 verloren

Eva-Jasmin Hahlbrock traf sechsfach für den MTV Rohrsen.
MTV Rohrsen – HSG Heidmark 32:30 (16:15).
Dem MTV Rohrsen ist im Abstiegskampf der Oberliga eine dicke Überraschung gelungen. Als Tabellenschlusslicht besiegte die Mannschaft den Tabellendritten HSG Heidmark mit 32:30 und reichte die „rote Laterne“ damit an den MTV Peine weiter. Durch den doppelten Punktgewinn verkürzen die Rohrsenerinnen den Rückstand auf das rettende Ufer zumindest vorerst auf zwei Zähler. Zum Vergleich: Im Hinspiel unterlag der MTV auswärts noch deutlich mit 17:34.
Ein Sieg für den urlaubenden Trainer
Die Vorzeichen für die Partie in Hohen Feld waren ungewöhnlich. „Saulius (Cheftrainer Saulius Tonkunas, Anm.d.Red.) fehlte heute, da seine Frau versehentlich einen Urlaub auf den Spieltag gebucht hatte. Er hatte deshalb ein ganz schlechtes Gewissen. Wir waren uns nach dem Spielende daher alle einig: Wir haben diesen Sieg für Saulius geholt und ihm hoffentlich damit sein schlechtes Gewissen genommen“, schilderte Co-Trainer Giovanni Di Noto, der das Team von der Seitenlinie leitete. Sein Team präsentierte sich von Beginn an als eingeschworene Einheit. „Wir waren heute das, was wir uns die ganze Saison gewünscht haben: ein Kollektiv“, lobte Di Noto.
Schlagabtausch und starke Defensivarbeit
Von der ersten Minute an entwickelte sich ein packendes Duell. Zwar gingen die Gäste aus Heidmark zunächst mit 2:0 in Führung, doch Victoria Pook und Weronika Baba hielten für den MTV sofort dagegen. In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit wechselte die Führung ständig hin und her, bevor Cathrin Trant – mit insgesamt zehn Treffern die sicherste Schützin des Abends – den MTV mit einer knappen 16:15-Führung in die Kabine schickte. „Wir standen in der Abwehr wie eine Wand und haben dem Gegner unser Spiel aufgedrückt“, schilderte Di Noto die starke Phase seiner Sieben.
Nervenstärke in der Crunchtime
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Rohrsen am Drücker und baute den Vorsprung durch Victoria Pook in der 41. Minute sogar auf 23:20 aus. Doch Heidmark gab sich nicht geschlagen und glich durch Julia Rosemann in der 55. Minute zum 28:28 aus. In der engen Schlussphase behielten die Gastgeberinnen jedoch die Ruhe. Eva-Jasmin Hahlbrock und erneut Victoria Pook brachten den MTV wieder mit zwei Toren in Front (31:29), ehe Weronika Baba quasi mit der Schlusssirene den 32:30-Endstand markierte.
„Ich habe im Vorfeld gesagt: Wenn wir Ruhe bewahren und keine Angst vor dem Siegen haben, ist was drin. Das hat die Truppe ernst genommen“, freute sich ein „wunschlosglücklicher" Di Noto, der auch dem Schiedsrichter-Gespann Steffens/Warnke eine konsequente Linie bescheinigte. Neben der mannschaftlichen Geschlossenheit hob er hervor, dass auch die Auswechselspielerinnen und Unterstützer von außen ihren Teil zu dieser „stärksten Saisonleistung“ beigetragen hätten.
MTV Rohrsen: Cathrin Trant (10/1), Victoria Pook (7/1), Eva-Jasmin Hahlbrock (6), Weronika Baba (5/1), Birte Gellermann (2), Leonie Seliger (1), Anna Elisabeth Bock (1).
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