30.10.2022 07:56

Oberliga


Herzschlagfinale am Eintrachtweg: VfL hat Ligaprimus am Rande des K.O.!

„Trotzdem können wir zufrieden sein. Wir sind die erste Mannschaft, die Großenheidorn einen Punkt abgerungen hat"

Hamelns Torhüter Tim Heisterhagen präsentierte sich am Samstagabend in Bestform.

VfL Hameln – MTV Großenheidorn 32:32 (18:16).

War das bitter für den VfL! Die Hamelner waren drauf und dran, einen Heimsieg gegen den bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter zu feiern. Und dann ereigneten sich die letzten Sekunden. Die Hausherren um Trainer Marc Siegesmund, der auf den Verein traf, mit dem er vor einigen Jahren in die 3. Liga aufstieg, verpassten zunächst das 33:31, nachdem Zeitspiel angezeigt wurde. Anschließend hinderte Janne Siegesmund nach Meinung des Schiedsrichtergespanns die Großenheidorner daran, den Einwurf auszuführen – und sah dafür die Rote Karte. Zu allem Überfluss griff damit eine Regel im Handball, die besagt: „Begeht ein Abwehrspieler in den letzten 30 Sekunden eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet regelwidrig eine Wurfausführung (Anwurf, Abwurf, Freiwurf, Einwurf), erhält er nun eine Rote Karte ohne Bericht - und die andere Mannschaft automatisch einen Siebenmeter (Quelle: handball-world.news).“ Diese Chance ließ sich der MTV nicht nehmen, Julius Bausch zeigte beim Siebenmeter keine Nerven und erzielte seinen siebten Treffer des Abends. Wenige Sekunden darauf erfolgte der Abpfiff.
Coach Siegesmund zeigte sich trotz des Remis hochzufrieden mit der Leistung seiner Sieben: „Wir haben ähnlich stark wie beim 27:21-Sieg gegen Lehrt gespielt. Die Abwehr stand super und mit Tim Heisterhagen hatten wir heute einen sehr guten Rückhalt im Tor. Die Jungs haben gekämpft ohne Ende und lagen über den Großteil des Spiels in Führung.“ Im ersten Durchgang legten die Hausherren nach anfänglich wechselnden Führungen vor und erarbeiteten sich bis zur Pause einen knappen 18:16-Vorsprung. „Unser Angriff war noch nicht am Zenit, aber kämpferisch haben wir das wettgemacht“, so Siegesmund. Nach dem Seitenwechsel hielt der VfL seinen Vorsprung über 22:20 (39.) und 29:26 (47.). In den darauffolgenden Minuten gab VfL-Fänger Heisterhagen seine Bewerbung für die Auszeichnung zum Mann des Tages ab, als er in der 49., 50. und 53. Minute drei Siebenmeter in Reihe entschärfte und seinen Farben damit den 30:28-Vorteil festhielt. „Tim hat in dieser Phase unglaublich gehalten“, staunte selbst Siegesmund – jedoch sah er auch zum Schlussspurt ansetzende Gäste: „Wir haben zunehmend Probleme bekommen, weil Großenheidorn die Räume extrem eng gemacht hat. Sie sind nicht umsonst der Tabellenführer.“ Nach Niklas Colussos Treffer zum 32:29 für Hameln (55.) traf nur noch der MTV – und schaffte sechs Sekunden vor Ende noch den groß gefeierten Ausgleich. „Trotzdem können wir zufrieden sein. Wir sind die erste Mannschaft, die Großenheidorn einen Punkt abgerungen hat. Die Jungs haben sich reingehauen, bis sie nicht mehr konnten. Das war eine gute Leistung in allen Bereichen. Darauf lässt sich aufbauen“, resümierte Siegesmund.
VfL Hameln: Jannes Siegesmund (8), Tim Jürgens (7/2), Jannik Henke (5), Niklas Colusso (5), Johannes Evert (3), Jasper Pille (2), Luca Willmer (1), Sebastian Maczka (1). 
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist nach seinem Master-Abschluss in Germanistik und Geschichte seit Oktober 2015 Chefredakteur.
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