02.07.2026 08:17

„Wechselfehler“: TSG Emmerthal II - Zwischen Potenzial und jugendlichem Chaos

Eine junge Mannschaft im Umbruch - und mit viel Potenzial
TSG Emmerthal II Mannschaftsfoto Handball
Die TSG Emmerthal II wird auch in der kommenden Saison in der Regionsoberliga an den Start gehen.
Von Jörg Vietmeyer

Es gibt Mannschaften, bei denen weiß man vor dem Anpfiff ziemlich genau, was einen erwartet. Und dann gibt es die zweite Herren der TSG Emmerthal. „Jung. Chaotisch. Gemeinsam.“

Mit diesen drei Worten beschreibt Kapitän Jan Philip Warnke seine Mannschaft. Eine Beschreibung, der wahrscheinlich jeder Gegner sofort zustimmen würde. Denn eines scheint sicher zu sein: Leicht auszurechnen ist diese Mannschaft nicht. „Wenn wir erst einmal in einen gewissen Flow kommen, können wir für jeden Gegner unangenehm werden“, sagt Warnke.

Dass das keine leeren Worte sind, zeigte die vergangene Saison eindrucksvoll. Unter anderem mit einem 39:30-Heimsieg gegen den damaligen Tabellenführer. Ein Spiel, in dem die Emmerthaler bewiesen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Vielleicht war genau das die größte Erkenntnis der Saison. Die Qualität ist da. Jetzt muss sie nur noch regelmäßig auf die Platte kommen.
Mehr als nur der Klassenerhalt

Natürlich war der frühzeitig gesicherte Klassenerhalt ein Erfolg. Drei Spieltage vor Schluss war klar, dass die TSG Emmerthal II auch in der kommenden Saison in der Regionsoberliga spielen wird. Für viele Mannschaften mag das selbstverständlich klingen. Für diese junge Truppe war es ein kleines Ausrufezeichen. „Ein großer Teil der Mannschaft hat in den vergangenen Jahren eigentlich immer gegen den Abstieg gespielt. Deshalb war es ein richtig gutes Gefühl, frühzeitig nichts mehr damit zu tun zu haben“, erklärt Warnke.

Vielleicht ist genau das der nächste Entwicklungsschritt. Nicht mehr nach unten schauen. Sondern irgendwann nach oben. Denn das Potenzial dafür scheint vorhanden zu sein.

Ein Hexenkessel in der alten Halle

Nach seinem schönsten Moment der Saison gefragt, muss Warnke nicht lange überlegen. Nicht ein Tor. Nicht ein Sieg. Sondern ein Heimspiel. Als die Fußballer der TSG Emmerthal geschlossen in die alte Sporthalle kamen und für Stimmung sorgten. „Sie haben die Halle in einen richtigen Hexenkessel verwandelt“, erinnert sich Warnke. Solche Momente zeigen, dass ein Verein manchmal mehr ist als nur die eigene Mannschaft. Wenn verschiedene Sparten zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen, entsteht genau das, was den Amateursport ausmacht.

Warnke hebt aber noch einen weiteren Punkt hervor: die Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Viele Spieler hätten in der vergangenen Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht – etwas, das der Mannschaft in Zukunft noch helfen könne.

Natürlich durfte auch der Blick in die Kabine nicht fehlen

Für gute Laune sorgt laut Warnke regelmäßig Torhüter Linus, der offenbar immer einen passenden Spruch auf Lager hat. Wesentlich eindeutiger fiel die Antwort auf die Frage aus, wer grundsätzlich zu spät kommt. „Bjarne“, sagt Warnke ohne eine Sekunde zu überlegen. Vielleicht müsse man ihm einfach eine halbe Stunde früher Bescheid geben. Dann könnte es mit der Pünktlichkeit vielleicht klappen.

Einen Insider wollte Warnke übrigens nicht verraten. Nur so viel: Es geht um einen Wechselfehler. Und obwohl die Geschichte inzwischen rund acht Jahre alt ist, wird sie innerhalb der Mannschaft bis heute von Jahrgang zu Jahrgang weitererzählt. Manche Geschichten altern eben nie.

Ehrenamt und ein großer Umbruch

Sportlich steht die Mannschaft aktuell vor einem Umbruch. Spieler kommen, andere gehen. Auch wichtige Rollen innerhalb des Teams werden neu verteilt. Trotzdem blickt Warnke optimistisch nach vorne. Das Ziel bleibt zunächst der sichere Klassenerhalt. Vielleicht gelingt aber auch mehr. „Dass wir das Zeug dazu haben, haben wir schon einige Male gezeigt. Jetzt fehlt nur noch die Konstanz.“

Noch wichtiger ist ihm allerdings ein anderes Thema. Das Ehrenamt. „Das ist für mich das A und O. Ohne das geht es nicht“, sagt Warnke. Nach dem Motto ‚Viele Hände, schnelles Ende‘ werde dieses Engagement innerhalb der Mannschaft und des Vereins bereits gelebt – wenn auch noch nicht in dem Ausmaß, wie er es sich wünsche.

Eine Einstellung, die im Amateurhandball wohl viele teilen. Denn ohne die vielen Helferinnen und Helfer außerhalb des Spielfelds oder in der Organisation würde in den Sporthallen des Weserberglands an vielen Wochenenden kein Ball fliegen.

Jung. Chaotisch. Gemeinsam.

Vielleicht beschreibt genau das die zweite Herren der TSG Emmerthal am besten. Eine junge Mannschaft mitten im Umbruch. Eine Truppe, die sich auf und neben dem Spielfeld versteht. Eine Mannschaft mit viel Potenzial. Und vielleicht auch eine Mannschaft, von der man in den nächsten Jahren noch einiges hören wird. Wer übrigens Lust bekommen hat, selbst Teil dieser Geschichte zu werden, ist jederzeit willkommen.

Die Mannschaft freut sich über Verstärkung und ist über Instagram unter @emmerthals_zwote erreichbar.

Bis zum nächsten Mal bei „Wechselfehler“.
Und denkt dran: Immer schön korrekt wechseln.
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Team AWesA
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